Masterarbeit, 2015
104 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Politische Partizipation
2.1. Soziale Bewegungen – Ein Phänomen der Moderne
2.1.1. Die Moderne – Historischer Kontext sozialer Bewegungen
2.1.2. Der Begriff „soziale Bewegung“ in der Gegenwartsmoderne
2.1.2.1. Merkmale einer sozialen Bewegung
2.1.2.2. Verlauf nach Rammstedt
2.1.3. Protest als Ausdrucksform sozialer Bewegungen
2.2. Entstehung von Parteien
3. Bündnis 90/Die Grünen
3.1. Gesellschaftliche Wurzeln der Grünen
3.1.1. Die Studenten- und Frauenbewegung
3.1.2. Friedensbewegung
3.1.3. Anti-Atomkraft- und Ökologiebewegung
3.2. Die Grünen – Anti-Parteien- und Bewegungspartei
3.3. Neue und alte Konfliktlinien innerhalb der Gesellschaft
4. Die Alternative für Deutschland
4.1. Die europäische Integration
4.1.1. Das Aufkommen des Euroskeptizismus
4.1.2. Die Eurokrise als Katalysator politischer Umbrüche
4.2. Die Gründung der AfD – CDU/CSU und FDP als begünstigender Faktor
4.2.1. Euroskeptische Bewegung und wirtschaftsliberale Strömungen
4.2.2. Religiöse und nationalkonservative Strömungen
4.3. Die Organisation Pegida, ihre Ableger und die AfD
4.4. Die Renaissance alter und die Entstehung neuer Cleavages?
5. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Entstehung politischer Parteien aus sozialen Bewegungen heraus, veranschaulicht an den Beispielen von „Bündnis 90/Die Grünen“ und der „Alternative für Deutschland“ (AfD), um zu ergründen, warum sich aus soziopolitischen Strömungen neue Parteien formieren.
3.1.2. Friedensbewegung
Bereits in den 1950er Jahren hat die Remilitarisierung der Bundesrepublik polarisiert. Die Wiederbewaffnung der BRD in Form der Bundeswehr und der darauffolgenden NATO-Eingliederung hat nach den leidvollen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs Ängste mit der Befürchtung, vor einem dritten Weltkrieg zu stehen, geschürt. Die Besorgnis verstärkte sich zusehends durch die atomare Aufrüstung, die als besonders furchterregend galt, hatte man die Folgen eines solchen Atomwaffeneinsatzes in den Städten Nagasaki und Hiroshima beobachten können. Eine pazifistische Grundeinstellung war parallel bei der Studentenbewegung feststellbar, die sich gegen den von den USA geführten Vietnam-Krieg stellte. Insofern wurde diese pazifistische Einstellung nicht nur direkt über die den Friedensbewegung zurechenbaren Strömungen in die Grünen hereingetragen, sondern indirekt über Anhänger der Studentenbewegung.
Die „Kampf dem Atomtod“-, „Ohne-mich“- und „Paulskirchen“-Bewegungen waren Anlaufstellen für all diejenigen, die sich durch die Entwicklungen im sicherheitspolitischen Bereich bedroht sahen und diese Betroffenheit auch artikulierten: „Damit ist jene sich moralisch gebende Angst gemeint, die sich in der Furcht vor einem durch militärische Aufrüstung sich notwendig ergebenden atomaren (Welt-)Krieg artikuliert. Diese Betroffenheit findet sich in Ost und West. Das macht ein Gutteil des Erfolges der internationalen Friedensbewegung aus [...].“ All die oben genannten Bewegungen werden unter dem Oberbegriff der „Friedensbewegung“ subsumiert. Dies ist insofern möglich, als wie zuvor festgestellt worden ist, eine Bewegung keinen hohen Organisationsgrad besitzt und ein Netzwerk aus Personen und verschiedenen Organisationen mit dem Willen bestimmte Entwicklungen der Gesellschaft, in welcher Art und Weise auch immer, zu beeinflussen, indem man auf unkonventionelle Partizipationsformen wie Proteste/Demonstrationen zurückgreift. Allen Bewegungen ist eine pazifistische Grundeinstellung nicht abzusprechen, sodass die Subsumtion und Zusammenfassung solcher Bewegungen unter dem Dach der Friedensbewegung legitim erscheint. Das Vorgehen gegen einzelne Rüstungsprojekte oder Beschlüsse könnte zu der Annahme verleiten, dass es sich nicht um soziale Bewegungen, sondern um Einzel-Initiativen handle oder auch „Ein-Punkt-Bewegungen“. Das Vorgehen sei aber Ausdruck der „Ablehnung und Auflehnung gegen perzipierte friedensgefährdende militärtechnokratische Apparate und Strategien“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, warum aus gesellschaftlichen Strömungen neue Parteien entstehen, und beleuchtet die aktuelle politische Relevanz der Grünen und der AfD.
2. Politische Partizipation: Das Kapitel vermittelt die konzeptionellen Grundlagen zur Entstehung sozialer Bewegungen, definiert deren Merkmale und erläutert den Prozess der Parteienentstehung.
3. Bündnis 90/Die Grünen: Hier werden die Wurzeln der Grünen in Bewegungen wie der Studenten-, Frauen- und Friedensbewegung analysiert und ihre Entwicklung zur Partei untersucht.
4. Die Alternative für Deutschland: Das Kapitel widmet sich der Entstehung der AfD, wobei insbesondere der Euroskeptizismus und die Auswirkungen der Eurokrise als treibende Faktoren beleuchtet werden.
5. Schlussbetrachtungen: Der Autor resümiert die Gemeinsamkeiten der untersuchten Parteienentstehungen und diskutiert die Anwendbarkeit der Cleavage-Theorie für künftige Analysen.
Soziale Bewegungen, Parteienentstehung, Bündnis 90/Die Grünen, Alternative für Deutschland, AfD, Euroskeptizismus, Cleavage-Theorie, Politische Partizipation, Protest, Eurokrise, Pegida, Wertewandel, Postmaterialismus, Demokratiedefizit, Gesellschaftliche Konfliktlinien
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für die Entstehung politischer Parteien aus sozialen Bewegungen heraus, wobei die Parteien „Bündnis 90/Die Grünen“ und die „Alternative für Deutschland“ (AfD) als Fallbeispiele dienen.
Zu den zentralen Themen gehören die soziopolitischen Ursprünge politischer Organisationen, der Einfluss von Wertewandel und gesellschaftlichen Konflikten auf das Parteiensystem sowie die Rolle des Protests als Mittel der politischen Partizipation.
Das Ziel ist es, zu beantworten, warum es in der Gründungszeit der Grünen und in der heutigen Zeit bei der Gründung der AfD jeweils zu solchen Parteigründungen kam und welche Rolle dabei soziopolitische Strömungen spielen.
Der Autor nutzt eine theoretische Einordnung mittels der „Cleavage-Theorie“ nach Lipset und Rokkan sowie soziologische Ablaufkonzepte, insbesondere das von Otthein Rammstedt, um die Dynamik von Bewegungen und Parteienentstehung zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur sozialen Partizipation und zwei empirische Teile, die getrennt die Entstehung der Grünen und der AfD anhand ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Wurzeln untersuchen.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Soziale Bewegungen, Parteienentstehung, Cleavage-Theorie, Euroskeptizismus und Politische Partizipation charakterisiert.
Sie dient als makrosoziologischer Erklärungsansatz, um die Gründung der AfD als Resultat gesellschaftlicher Konfliktlinien, insbesondere im Kontext der Eurokrise und der europäischen Integration, zu deuten.
Der Autor analysiert die AfD und Pegida als Ausdruck tieferliegender gesellschaftlicher Verunsicherung und Repräsentationslücken, wobei er Überschneidungen in Inhalten und eine wechselseitige Beeinflussung aufzeigt.
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