Bachelorarbeit, 2019
33 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Kunst im 18. Jahrhundert – Eine Wahrnehmungsverschiebung
2.1. Klassizismus im 18. Jahrhundert
2.2. Leib und Körper
3. Die körperliche Schönheit in Lessings Laokoon
3.1. Ovid und Lessing: Verborgene Kunst für die Schönheit
4. Laokoons Schrei – der geöffnete Mund
5. Die körperliche Schönheit bei Winckelmann
6. Parallelen zur Antike
6.1. Poliklet und Plotin
6.2. Platon
6.3. Exkurs: Aristoteles´ Weiterentwicklung des Schönheitsbegriffs
6.4. Homer
7. Das Gegenteil –Hässlichkeit und Ekel
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die antiken Schönheitsideale innerhalb der Laokoondebatte des 18. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf den Schriften von Gotthold Ephraim Lessing und Johann Joachim Winckelmann liegt. Ziel der Arbeit ist es zu klären, welche ästhetischen Konzepte hinter der Darstellung des Körpers und der Mimik stehen und inwieweit diese auf antike Vorbilder zurückgreifen sowie die Transformation des Kunstverständnisses in diesem Zeitraum zu beleuchten.
3.1. Ovid und Lessing: Verborgene Kunst für die Schönheit
Romana Sammern und Julia Saviello sehen Ovids Ars Amatoria als „Gründungstext für die Verbindung von Schönheitspflege und Kunst“. Ovid selbst schreibt konkret von „Kunstgeheimnissen“, die es vor männlichen Betrachtern zu verbergen gelte und gleichzeitig das Produkt einer kultivierten Gesellschaft seien.
„Nur eine Kunst, die sich zu verbergen weiß, hilft der Schönheit“. Natürlich ist dieser Satz nicht isoliert zu betrachten, Ovid bezieht sich hierbei auf die weibliche Schönheit, hervorgehoben durch diverse Pflegeprodukte wie Hefe, die, auf dem Gesicht verteilt, einen unschönen Anblick abgäben, jedoch langfristig für besagte Schönheit sorgen. Sie sollen – in privatem Raum, fernab von fremden Blicken – für das schöne Aussehen sorgen:
„Warum soll mir die Ursache deiner weißen Gesichtsfarbe bekannt sein? Schließ deine Kammertür; was zeigst du verräterisch das noch unfertige Kunstwerk? […] die meisten Dinge können Anstoß erregen, wenn man die Kunstgeheimnisse nicht verbirgt. Die goldenen Figuren hoch oben am geschmückten Theater – schau sie dir genau an, und du wirst sie verachten: Blechfolie bedeckt Holz […]“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entdeckung der Laokoon-Gruppe ein und skizziert die kunsttheoretische Bedeutung, die diesen Fund zur Initialzündung für die Debatte um die Grenzen der Kunst im 18. Jahrhundert machte.
2. Die Kunst im 18. Jahrhundert – Eine Wahrnehmungsverschiebung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel des Kunstverständnisses im 18. Jahrhundert, geprägt durch den Klassizismus und eine neue wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Ästhetik und Subjektivität.
3. Die körperliche Schönheit in Lessings Laokoon: Lessings Werk wird hinsichtlich seiner Position zur Schönheit untersucht, wobei die Differenzierung zwischen Malerei und Dichtkunst sowie die Rolle des Betrachters im Zentrum stehen.
4. Laokoons Schrei – der geöffnete Mund: Hier wird der spezifische Widerspruch zwischen Lessing und Winckelmann bezüglich des nicht-schreienden Mundes des Laokoon analysiert und als Frage nach der künstlerischen Notwendigkeit der Schönheit begründet.
5. Die körperliche Schönheit bei Winckelmann: Das Kapitel widmet sich Winckelmanns idealisierendem Blick auf die griechische Kunst und seinen genauen Beobachtungen zur antiken Körperform und Gesichtsbildung.
6. Parallelen zur Antike: Dieser umfangreiche Abschnitt stellt die direkten Verbindungen zu antiken Theoretikern wie Poliklet, Platon, Aristoteles und Homer dar, die als Fundament für die Schönheitskonzepte des 18. Jahrhunderts dienten.
7. Das Gegenteil –Hässlichkeit und Ekel: Dieser Exkurs beleuchtet die ästhetische Grenze zur Hässlichkeit und zum Ekel, wobei Lessings Überlegungen dazu, wann das Hässliche kunsttauglich ist, reflektiert werden.
8. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Rezeption des antiken Körperideals im 18. Jahrhundert ein komplexes Zusammenspiel aus Symmetrie, moralischer Tugend und philosophischer Tiefe darstellt.
Laokoondebatte, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Joachim Winckelmann, Klassizismus, Ästhetik, Schönheit, Körperideal, Mimik, Symmetrie, Kunsttheorie, Antike, Hässlichkeit, Ekel, griechische Seele, Mimesis.
Die Arbeit befasst sich mit der Rezeption antiker Schönheitsideale in der Kunsttheorie des 18. Jahrhunderts, ausgehend von der Debatte um die Laokoon-Statuengruppe.
Die zentralen Themen sind das antike Körperideal, die Rolle der Mimik in der bildenden Kunst, die Abgrenzung von Malerei und Poesie sowie das Verhältnis von äußerer Schönheit und innerer moralischer Haltung.
Ziel ist es zu analysieren, wie Lessing und Winckelmann das antike Schönheitsideal interpretieren und wie diese Vorstellungen die Kunstauffassung des 18. Jahrhunderts prägten.
Es wird eine komparative Textanalyse durchgeführt, bei der spezifische Textstellen von Lessing und Winckelmann mit antiken Quellen und deren philosophischen Konzepten in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil analysiert die Debatte um den Schrei des Laokoon, Winckelmanns Beobachtungen zur antiken Anatomie und vergleicht diese mit philosophischen Entwürfen von Platon, Aristoteles und Poliklet.
Wichtige Begriffe sind Laokoondebatte, Ästhetik, Klassizismus, Körperideal, Mimesis, Symmetrie und die philosophische Trias des Guten, Wahren und Schönen.
Lessing argumentiert, dass die Malerei auf einen einzigen, prägnanten Moment beschränkt ist und daher unschöne Verzerrungen vermeiden muss, während die Dichtkunst Schönheit zeitlich nacheinander entfalten kann.
Für Winckelmann ist die körperliche Schönheit untrennbar mit einer gesetzten, ruhigen griechischen Seele verbunden, die selbst in extremen Situationen wie dem Schmerz keine maßlose Mimik zeigt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

