Bachelorarbeit, 2015
34 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Die ehrliche Darstellung - Was ist Authentizität?
2. Das Image von Vega - Was wird inszeniert?
2.1 Die Konsistenz der Darstellung – Wann fallen Unstimmigkeiten auf?
3. Soziale Distanz – Wie der König zum König wird
4. Die fingierte Hinterbühne – Ein Blick hinter die Kulissen?
4.1 Was Interviews scheinbar enthüllen
4.2 Wie Unprofessionalität inszeniert wird
5. Schluss
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie Authentizität im Kontext des Rappers Vega erzeugt und durch ein mediales Image aufrechterhalten wird. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie durch die bewusste Gestaltung einer „authentischen Darstellung“ – unter Rückgriff auf die Begriffe von Erving Goffman und Niklas Luhmann – soziale Distanz erzeugt und gleichzeitig Nähe suggeriert wird, um den Status als „echte“ Person zu zementieren.
Die fingierte Hinterbühne – Ein Blick hinter die Kulissen?
Die Erzeugung von Authentizität durch das Teilen von Hintergrundinformationen kann mit Goffmans Terminologie von Vorder- und Hinterbühne beschrieben werden. „Wenn wir eine bestimmte Darstellung als Bezugspunkt wählen, wird es sich manchmal empfehlen, für die Region, in der die Vorstellung stattfindet, den Ausdruck 'Vorderbühne' zu verwenden. Das feststehende Zeichen-Repertoire dieser Region ist bereits unter dem Titel „Bühnenbild“ als Teil der Fassade identifiziert worden“ (Goffman 2003: 100). Die Vorstellung, die die Person Andre Winter in der Rolle des Rappers Vega aufführt, wird hauptsächlich über Kameras und Mikrophone mit den Fans und Hörern kommuniziert und kann als Vorderbühne für dieses Publikum beschrieben werden. Es ist all das, was Vega seinen Fans zeigt und vergleichbar mit dem, was der König seinem Volk zeigt. Somit ist jeder Ort, der in der Reichweite einer Kamera oder einem Mikrophon liegt, eine Vorderbühne für den Rapper als Darsteller.
„Die Hinterbühne kann definiert werden als der zu einer Vorstellung gehörige Ort, an dem der durch die Darstellung hervorgerufene Eindruck bewußt und selbstverständlich widerlegt wird. Ein solcher Ort hat natürlich charakteristische Funktionen. Hier kann das, was eine Vorstellung hergibt, nämlich etwas außerhalb ihrer selbst Liegendes auszudrücken, erarbeitet werden; hier werden Illusionen und Eindrücke offen entwickelt“ (Goffman 2003: 104). Die Hinterbühne, auf der der Eindruck, der auf einer Vorderbühne zu erzeugen versucht wird, widerlegt wird, ist im medialen Kontext „[...] jeder Ort, der nicht im Blickwinkel einer Kamera oder im Hörbereich eines momentanen offenen Mikrofons liegt“ (Goffman 2003: 110). Alles was abseits des Mikrofons oder des Kameraobjektivs bzw. „hinter dem Vorhang“ passiert, ist damit Hinterbühnendarstellung. Es wird die Vorstellung erzeugt, dass auf einer Hinterbühne die Darstellung vorbereitet wird und die Darsteller bis zur Vorstellung aus ihren Rollen fallen.
Einleitung: Einführung in das Problem der authentischen Darstellung als Darstellungsleistung unter Verwendung soziologischer Begriffe von Goffman und Luhmann.
1. Die ehrliche Darstellung - Was ist Authentizität?: Definition von Authentizität als Reaktion auf eine Situation im Gegensatz zur reinen Ehrlichkeit und Untersuchung der Identitätsdarstellung von Vega.
2. Das Image von Vega - Was wird inszeniert?: Analyse des Images, das darauf basiert, scheinbar kein Image zu haben, und Untersuchung der familiären Beziehung zu den Fans.
2.1 Die Konsistenz der Darstellung – Wann fallen Unstimmigkeiten auf?: Erläuterung der Notwendigkeit eines einheitlichen Gesamtbildes und Umgang mit Veränderung im Verlauf der Künstlerkarriere.
3. Soziale Distanz – Wie der König zum König wird: Untersuchung der mystifizierenden Wirkung sozialer Distanz und der Rolle medialer Vorselektion.
4. Die fingierte Hinterbühne – Ein Blick hinter die Kulissen?: Analyse der Verwendung von Hinterbühnen-Metaphern zur Erzeugung von Authentizität in Musikvideos und Making-Ofs.
4.1 Was Interviews scheinbar enthüllen: Untersuchung der Funktion von Interviews und Gruppengeheimnissen zur Stärkung der Fan-Bindung.
4.2 Wie Unprofessionalität inszeniert wird: Analyse der bewussten Darstellung von Spontanität und „Unprofessionalität“ als Beweis für die Echtheit der Situation.
5. Schluss: Zusammenfassung der Kernthese, dass Authentizität als Inszenierung kontinuierlich durch Arbeit aufrechterhalten werden muss.
Authentizität, Soziologie, Goffman, Luhmann, Inszenierung, Image, Vorderbühne, Hinterbühne, Soziale Distanz, Rapper Vega, Hip-Hop, Darstellung, Selbstdarstellung, Identität, Fan-Bindung
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie Authentizität im Kontext des Rappers Vega erzeugt wird. Sie analysiert die Mechanismen, durch die ein Künstler sich als „echt“ präsentiert, während er gleichzeitig eine strikt kontrollierte mediale Fassade aufrechterhält.
Zentrale Themen sind die Konzepte von Vorder- und Hinterbühne, das Spannungsfeld zwischen medialer Nähe und sozialer Distanz sowie die Bedeutung von Konsistenz für die Wahrnehmung einer authentischen Identität.
Ziel ist es zu zeigen, dass Authentizität bei Vega keine natürliche Eigenschaft ist, sondern eine durch Arbeit und mediale Selektion hergestellte Inszenierung, um den Eindruck zu erwecken, der Künstler sei „echt“.
Es handelt sich um eine soziologische Analyse, die primär die Theorien von Erving Goffman (Rahmenanalyse, Selbstdarstellung) und Niklas Luhmann (Vertrauen, Reduktion sozialer Komplexität) auf die mediale Praxis (Musikvideos, Interviews, Blogs) des Rappers anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vegas Image, die Bedeutung von sozialer Distanz, die Rolle von fingierten Hinterbühnen (Making-Ofs) und die Inszenierung von vermeintlicher Unprofessionalität als Beweis für Echtheit.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Authentizität, Soziologie, Goffman, Selbstdarstellung, Inszenierung und soziale Distanz beschreiben.
Während ein traditioneller König durch Distanz und Prunk mystifiziert wird, nutzt Vega „fingierte Hinterbühnen“, um Nähe zu suggerieren und den Eindruck zu vermitteln, er sei „einer von uns“, obwohl er ebenfalls Distanz zu seinen Fans wahrt.
Das Einbauen von „Fehlern“, Stottern oder Smalltalk während der Arbeit suggeriert, dass kein Drehbuch vorliegt. Dies dient als Beweis für die Spontanität und damit für die Echtheit der Situation, da man annimmt, dass „echte Arbeit“ nicht professionell geschönt wird.
Gruppengeheimnisse wie interne Geschichten über das Label „Freunde von Niemand“ erzeugen beim Fan das Gefühl der Zugehörigkeit und Intimität, wodurch Vega als Person greifbarer und „echter“ wahrgenommen wird.
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