Bachelorarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Geschlechterforschung
2.2 Definitionen
2.3 Die Entstehung und Bedeutung der modernen Männlichkeit
2.3.1 Das Bürgertum und die moderne Männlichkeit
2.3.2 Der männliche Stereotyp
2.3.3 Der „unmännliche“ Stereotyp
2.4 Die Krise der Männlichkeit
2.5 Otto Weiningers Geschlecht und Charakter
3. Männlichkeitsentwürfe im Brief an den Vater
3.1 Methodisches Vorgehen und Stand der Forschung
3.2 Die Männlichkeit des Vaters
3.3 Krankheit und Judentum
3.3 Frauen
3.4 Sexualität
4. Analyse des Romans Der Verschollene
4.1 Stand der Forschung
4.2 Methodik Vorgehensweise
4.3 Männliche Figuren
4.3.1 Der Heizer
4.3.2. Der Onkel
4.3.3 Herr Pollunder
4.3.4 Herr Green
4.3.5 Robinson und Delamarche
4.4 Weibliche Figuren
4.4.1 Johanna Brummer
4.4.2 Klara Pollunder
4.4.3 Grete Mitzelbach
4.4.4 Therese
4.5 Brunelda
4.5 Symbole und Metaphern
4.6 Erzählverhalten
4.7 Zusammenfassung
4.8 Interpretation im Kontext der Männlichkeitsentwürfe um 1900
4.9 Interpretation im biographischen Kontext
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie und aus welchen Gründen Männlichkeit im Roman "Der Verschollene" von Franz Kafka konstruiert wird. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern gesellschaftliche Männlichkeitsbilder um 1900 sowie biographische Prägungen durch den "Brief an den Vater" in die Gestaltung der männlichen und weiblichen Figuren einfließen.
4.3.1 Der Heizer
Als Karl das Schiff verlassen möchte, fällt ihm auf, dass er seinen Regenschirm vergessen hat. Bei dessen Suche trifft er auf den Heizer, welcher Karl zuerst zu sich hereinbittet, um sich dann auf sein Bett zu legen. Auch wenn Karl dies zuerst ungern tut, fühlt er sich am Ende sogar „heimisch“ im Bett des Heizers im Gegensatz zum Bett von Klara. Diese Tatsache ist ein erstes Indiz für die These, dass es zwischen dem Heizer und Karl eine homosexuelle Beziehung gibt, und dass Karl sich eher zu Männern als zu Frauen hingezogen fühlt. Im weiteren Verlauf gibt es einige Textstellen, die dies bestätigen bspw. als Karl versucht den Heizer vor dem Kapitän zu verteidigen: „Konnte der Heizer überhaupt noch reden, ja und nein sagen, wie es bei dem Kreuzverhör, das allerdings nur im günstigsten Fall bevorstand nötig sein würde. [...] Karl allerdings fühlte sich so kräftig und bei Verstand, wie er es vielleicht zu hause niemals gewesen war.“ Hierbei scheint es so als würde Karl durch die (homoerotische) Beziehung zum Heizer eine so große Selbstsicherheit erlangen, wie es ihm zu keinem anderen Zeitpunkt im Verlauf des Romans gelingen wird. Auch Als sich der Heizer und Karl verabschieden müssen, zeigt sich ganz deutlich, in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehen: Und Karl zog seine Finger hin und her zwischen den Fingern des Heizers, der mit glänzenden Augen ringsumher schaute, als widerfahre ihm eine Wonne, die ihm aber niemand verübeln möge. [...] Und nun weinte Karl, während er die Hand des Heizers küßte und nahm die riesige, fast leblose Hand des Heizers und drückte sie an seine Wangen, wie einen Schatz, auf den man verzichten muß.- Da war aber auch schon der Onkel Senator an seiner Seite und zog ihn, wenn auch nur mit dem leichtesten Zwange, fort.“
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Konstruktion von Männlichkeit in Kafkas "Der Verschollene" und der Relevanz von Gender Studies.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Geschlechterforschung, moderner Männlichkeitskonzepte und der Krisensymptome der Männlichkeit um 1900.
3. Männlichkeitsentwürfe im Brief an den Vater: Analyse des autobiographischen Textes hinsichtlich der Männlichkeit des Vaters, sowie Themen wie Krankheit, Judentum und Sexualität.
4. Analyse des Romans Der Verschollene: Untersuchung männlicher und weiblicher Figuren sowie Symbole und erzähltechnische Mittel unter der Fragestellung der Männlichkeitskonstruktion.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage und Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Franz Kafka, Der Verschollene, Männlichkeit, Gender Studies, Geschlechterrollen, Brief an den Vater, Moderne, Stereotyp, Homosexualität, Antisemitismus, Sexualität, Patriarchat, Literaturwissenschaft, Interpretation, Männlichkeitskrise
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit im Roman "Der Verschollene" von Franz Kafka unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und biographischer Hintergründe.
Die zentralen Themen sind Männlichkeitsentwürfe, die Krise der Männlichkeit um 1900, das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, Sexualität sowie die Rollenverteilung in Kafkas Werken.
Das Ziel ist es, die Leitfrage zu beantworten, wie und aus welchen Gründen Männlichkeit im Roman konstruiert wird und welche Funktion dies innerhalb des Werkes einnimmt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext von Gender Studies und unter Einbeziehung biographischer Bezüge (insb. "Brief an den Vater") untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des "Briefs an den Vater" und eine detaillierte Untersuchung der männlichen und weiblichen Figuren in "Der Verschollene".
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Männlichkeitskrise, Geschlechterkonstruktion, homoerotische Tendenzen, Vater-Sohn-Konflikt und die symbolische Darstellung von Sexualität.
Der Brief dient als biographischer Kontext, um Parallelen in der Themenbehandlung von Männlichkeit, Vaterautorität und familiären Verhältnissen zu den Figurenkonstellationen im Roman aufzuzeigen.
Die weiblichen Figuren werden als Bedrohung für die traditionelle Männlichkeit des Protagonisten analysiert, wobei oft Themen wie Macht, Hysterie und Sexualisierung eine zentrale Rolle spielen.
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