Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten, Note: 13.0
1. Einleitung
2. Der unzuverlässige Erzähler
2. 1. Entstehung und Probleme
2. 2. Festlegung der Kriterien des unzuverlässigen Erzählens
3. Der autodiegetische Erzähler in „Der Bajazzo“
3. 1. Die epische Situation und Erzählform
3. 2. Untersuchung mimetischer Unzuverlässigkeit
3. 2. 1. Maxime der Quantität
3. 2. 2. Maxime der Qualität
3. 2. 3. Maxime der Relation
3. 2. 4. Maxime der Modalität
3. 3. Untersuchung axiologischer Unzuverlässigkeit
3. 4. Zusammenfassende Erkenntnis zur Unzuverlässigkeit
4. Der heterodiegetische Erzähler in „Der kleine Herr Friedemann“
4. 1. Die epische Situation und Erzählform
4. 2. Untersuchung mimetischer Unzuverlässigkeit
4. 2. 1. Maxime der Quantität
4. 2. 2. Maxime der Qualität
4. 2. 3. Maxime der Relation
4. 2. 4. Maxime der Modalität
4. 3. Untersuchung axiologischer Unzuverlässigkeit
4. 4. Zusammenfassende Erkenntnis zur Unzuverlässigkeit
5. Gegenüberstellung beider Erzählungen
6. Kritische Betrachtungen der Analysekriterien nach Tom Kindt
Die Arbeit untersucht die erzählerische Unzuverlässigkeit in zwei frühen Erzählungen von Thomas Mann („Der Bajazzo“ und „Der kleine Herr Friedemann“) unter Anwendung der durch Tom Kindt präzisierten Analysekriterien. Ziel ist es, durch die Aufspaltung in mimetische und axiologische Aspekte die Unzuverlässigkeit der jeweiligen Erzählinstanz präzise zu bestimmen und einen fundierten Vergleich beider Texte zu ermöglichen.
3. 2. 1. Maxime der Quantität
Zur Untersuchung über der quantitativen Adäquatheit der Aussagen des 30-jährigen autodiegetischen Erzählers müssen zunächst konkrete Kriterien aufgestellt werden, nach denen diese betrachtet werden sollen. Am prägnantesten sind hierbei Aussagen außerhalb der Wahrnehmungs- und Wissensstandes der Narrators, welche dessen Glaubwürdigkeit diskreditieren oder eine bemerkbare Unterschlagung von Informationen für die Rezipienten. Schilderungen außerhalb der Erzählerwissens sind jedoch als solches innerhalb Bajazzos nicht auffindbar. Vielmehr hingegen tritt eine fehlende Informativität der erzählerischen Aussagen auf, welche sich vor allem zu Beginn der Erzählung, hinsichtlich der Erzählmotivation des 30-jährigen Bajazzos, bemerkbar macht. Wie bereits im vorherigen Kapitel beschrieben, verschleiert die Rückführung der Erzählmotivation auf banale Gründe den eigentlichen intendierten reflektierenden Zweck des Erzählens für den Narrator, wodurch er seiner informativen Pflicht nicht nachkommt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept des unzuverlässigen Erzählers ein und begründet die Auswahl der zwei Erzählungen von Thomas Mann als Untersuchungsobjekte für eine methodisch präzise narratologische Analyse.
2. Der unzuverlässige Erzähler: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die Problematik bestehender Definitionsansätze und die Notwendigkeit einer klaren Operationalisierung nach Tom Kindt.
3. Der autodiegetische Erzähler in „Der Bajazzo“: Die Untersuchung der Erzählsituation und der mimetischen sowie axiologischen Kriterien zeigt die Unzuverlässigkeit des Bajazzo-Erzählers auf.
4. Der heterodiegetische Erzähler in „Der kleine Herr Friedemann“: Analog zum ersten Werk wird hier die Unzuverlässigkeit des Erzählers in der Novelle „Der kleine Herr Friedemann“ analysiert und kritisch bewertet.
5. Gegenüberstellung beider Erzählungen: Dieses Kapitel vergleicht die Ergebnisse beider Analysen und arbeitet die wesentlichen Unterschiede in der Unzuverlässigkeit aufgrund der unterschiedlichen Erzählformen heraus.
6. Kritische Betrachtungen der Analysekriterien nach Tom Kindt: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Operationalisierbarkeit und die Grenzen der angewandten Analysekriterien von Tom Kindt.
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Die Arbeit analysiert das Phänomen der unzuverlässigen Erzählinstanz in den frühen Werken von Thomas Mann.
Der Fokus liegt auf der narratologischen Untersuchung der Glaubwürdigkeit von Erzählern und der Anwendung spezifischer Analysekriterien.
Ziel ist es, die mimetische und axiologische Unzuverlässigkeit in „Der Bajazzo“ und „Der kleine Herr Friedemann“ präzise zu bestimmen und vergleichbar zu machen.
Es wird das von Tom Kindt präzisierte Konzept angewandt, das Unzuverlässigkeit in mimetische Maximen und axiologische Wertungen unterteilt.
Im Hauptteil werden beide Erzählungen jeweils separat hinsichtlich ihrer Erzählsituation und der Einhaltung von Wohlgeformtheitsmaximen untersucht.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem mimetische und axiologische Unzuverlässigkeit, autodiegetisches sowie heterodiegetisches Erzählen.
„Der Bajazzo“ nutzt einen autodiegetischen (Ich-)Erzähler, während „Der kleine Herr Friedemann“ einen heterodiegetischen Erzähler aufweist.
Obwohl das Modell von Kindt eine gute Basis bietet, weist der Autor darauf hin, dass eine noch feinere terminologische Differenzierung für eine exakte Untersuchung wünschenswert wäre.
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