Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Definition der Arbeitsbegriffe
2.1 Die Serie
2.2 Der Cliffhanger
2.3 Binnenenden
2.3.1 Mini-Cliffs
2.3.2 Binnencliffs
2.3.3 Cliffhanger
2.3.4 Finalecliff
2.4 Typen von Binnenenden nach Vincent Fröhlich
2.4.1 gefahrensituatives Binnenende
2.4.2 enthüllendes Binnenende
2.4.3 vorausdeutendes Binnenende
2.5 Typen von Binnenenden nach David Lavery
2.6 American Broadcasting Company (ABC) und Netflix
3. Analyse der Binnenenden bei Full House und Fuller House
3.1 Full House (1987-1995)
3.2 Fuller House (2016-heute)
3.3 Gesamtfazit
4. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie sich die Verwendung von Binnenenden als narrative Erzähltechnik durch den Wechsel von klassischen Fernseh-Distributionswegen (ABC) hin zu Video-on-Demand-Plattformen wie Netflix verändert hat, wobei die Serien „Full House“ und „Fuller House“ als Analyseobjekte dienen.
2.4.1 gefahrensituatives Binnenende
Der erste Erzähltyp ist das gefahrensituative Binnenende. Dabei wird die Situation auf einen einzigen, heiklen Moment pointiert, der sich nur in Überleben des Protagonisten oder dessen Tod auflösen kann.35 Dieses Binnenende wird grundsätzlich in der folgenden Episode oder, wenn es sich am Staffelende befindet am Anfang der nächsten Staffel, direkt aufgelöst.36 Oft werden solche Szenen mit einem, wie Fröhlich es nennt „[...] exklamatorischen Kommunikationsakt verbunden[...]“37, das bedeutet, dass der in Gefahr schwebende Protagonist die Ausweglosigkeit durch einen Ausruf betont oder die Musik in diesem Moment besonders laut wird. Mit diesem Binnenende wird darauf abgezielt, dass der Rezipient sich mit dem Tod einer beliebten Figur auseinandersetzt, die Emotionen des Zuschauers sollen dadurch angeregt werden, denn nur durch sein Rückkehren zur Handlung – in der nächsten Folge oder der nächsten Staffel – kann er den Protagonisten vor dem Tod bewahren.38 Während der Erzählpause verhält sich der Protagonist also wie die berühmte Schrödingers Katze: Er ist gleichzeitig tot und am Leben, je nach dem, ob sich der Rezipient für das Weiterverfolgen der Handlung entscheidet oder nicht. Dem Rezipienten wird so Macht über das Geschehen suggeriert. Wenn er zur Handlung zurückkehrt, hat er gemeinsam mit dem Protagonisten sozusagen den Tod besiegt, wodurch der Zuschauer wieder mehr an die Serie gebunden wird. Dieses Binnenende leitet sich von der frühesten Form des Cliffhangers ab, die ihm auch seinen Namen gegeben hat: Der buchstäblich an der Klippe hängende Protagonist wird zurückgelassen, die Rezipienten im Unwissen darüber, ob er überlebt oder nicht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Fernsehen als „endlos“ gilt, während Binnenenden als narratologische Zäsur dienen, und stellt die Forschungsfrage nach den Unterschieden zwischen klassischem Network-Fernsehen und Streaming-Diensten.
2. Definition der Arbeitsbegriffe: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie „Serie“, „Cliffhanger“ und verschiedene Formen von Binnenenden anhand der Theorien von Weber/Junklewitz, Vincent Fröhlich und David Lavery theoretisch fundiert.
3. Analyse der Binnenenden bei Full House und Fuller House: Der Hauptteil der Arbeit untersucht empirisch die Anwendung der Binnenenden-Typologien in den beiden genannten Serien und arbeitet die strukturellen Unterschiede zwischen den beiden Distributionsmodellen heraus.
4. Resümee und Ausblick: Das Fazit bestätigt, dass sich die Erzählweise durch den Wegfall von Werbezwängen bei Streaming-Diensten hin zu freieren, weniger auf kurzfristige Spannung ausgerichteten Strukturen entwickelt hat.
Binnenenden, Cliffhanger, Serie, Full House, Fuller House, Netflix, ABC, Erzähltechnik, Serialität, Video-on-Demand, Vincent Fröhlich, David Lavery, Narrative Unterbrechung, Produktionsanalyse, TV-Struktur
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der narrativen Gestaltung von Fernsehserien, insbesondere mit der Funktion und dem Einsatz von sogenannten Binnenenden (narrativen Unterbrechungen innerhalb einer Episode oder Staffel).
Die Arbeit verknüpft die Medientheorie der Serie mit einer empirischen Analyse von spezifischen Sitcoms, um den Wandel der Fernsehproduktion durch neue Ausspielwege zu untersuchen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob Netflix-Originalserien Binnenenden anders verwenden als klassische Network-Fernsehserien, die auf regelmäßige Werbepausen angewiesen sind.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der Begriffe und führt eine exemplarische, strukturanalytische Untersuchung von Serienepisoden durch.
Im Hauptteil werden „Full House“ und „Fuller House“ analysiert, indem spezifische Szenen anhand der Typologien von Fröhlich und Lavery kategorisiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Binnenenden, Cliffhanger, Serialität und den Vergleich zwischen klassischem Network-Fernsehen und Streaming-Diensten definiert.
Während bei ABC durch die Werbepausen häufiger kurzfristige „Mini-Cliffs“ zur Zuschauerbindung genutzt wurden, ermöglicht Netflix den Autoren einen kreativeren, weniger an ökonomische Werbezyklen gebundenen Einsatz von Erzählbrücken.
Die Autorin stellt fest, dass „Fuller House“ im Vergleich zum Vorgänger weniger auf enthüllende Mini-Cliffs setzt und stattdessen verstärkt mit vorausdeutenden Elementen arbeitet, was der neuen Art der Distribution geschuldet ist.
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