Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 1,5
I EINLEITUNG
II DAS BUCH RUTH
A Einleitung in das Buch Ruth
1. Eckdaten zum Buch
2. Stellung im Kanon
3. Rechtlicher und sozialer Hintergrund
3.1 Leviratsehe (Jibum)
3.2 Der Löser (Goel)
3.3 Das Armenrecht
3.4 Die rechtliche und soziale Lage von Witwen
3.5 Fremde und Mischehen
4. Das Volk Israel und die Moabiter
B Kommentierung
1. Kapitel 1 Ruth und Noomi kehren nach Bethlehem zurück (1, 1 - 22)
1.1 Exposition (1, 1 - 5)
1.2 Auf dem Weg von Moab nach Bethlehem (1, 6 - 19a)
1.3 Ankunft in Bethlehem (1, 19b - 22)
2. Kapitel 2 Ruths Dienst (2, 1 - 23)
2.1 Das eröffnende Gespräch zwischen Ruth und Noomi (2, 1 - 3)
2.2 Ruth begegnet Boas (2, 4 - 17)
2.3 Das deutende Gespräch zwischen Ruth und Noomi (2, 18 - 23)
3. Kapitel 3 Die nächtliche Begegnung zwischen Ruth und Boas (3, 1 - 18)
3.1 Noomi hat einen Plan (3, 1 - 6)
3.2 Ruth geht nachts zu Boas auf die Tenne (3, 7 - 15)
3.3 Deutendes Gespräch zwischen Noomi und Ruth (3, 16 - 18)
4. Kapitel 4 Die „Lösung“ (4, 1 - 22)
4.1 Die Verhandlung im Tor (4, 1 - 12)
4.2 Die Heirat und die Geburt von Obed (4, 13 - 17)
4.3 Der Stammbaum von Perez bis David (4, 18 - 22)
C Mögliche Intentionen des Buches
1. Theologische Perspektive
2. Feministische Perspektive
III DAS BUCH ESTHER
A Einleitung in das Buch Esther
1. Eckdaten zum Buch
2. Stellung im Kanon
3. Das Purimfest
4. Das Volk Israel und die Perser
B Kommentierung
1. Vorgeschichte (1, 1 - 2, 23)
1.1 Das Festgelage und die Verstoßung der Königin Vashti (1, 1 - 22)
1.2 Die Erhebung Esthers zur Königin (2, 1 - 20)
1.3 Mordechai rettet dem König das Leben (2, 21 - 23)
2. Hauptteil (3, 1 - 9, 19)
2.1 Der Beginn des Konflikts zwischen Haman und Mordechai (3, 1 - 15)
2.2 Esther erfährt von dem Anschlag Hamans (4, 1 - 17)
2.3 Das erste Gastmahl Esthers (5, 1 - 8)
2.4 Die zweite Auseinandersetzung zwischen Haman und Mordechai (5, 9 - 14)
2.5 Mordechais Belohnung (6, 1 - 13)
2.6 Das zweite Gastmahl Esthers (6, 14 - 8, 2)
2.7 Das Geschick der Juden wendet sich (8, 3 - 17)
2.8 Triumph der Juden (9, 1 - 19)
3. Ergebnis (9, 20 - 10, 3)
3.1 Die Einsetzung des Purimfestes (9, 20 - 32)
3.2 Schlussbetrachtung (10, 1 - 3)
C Mögliche Intentionen des Buches
1. Theologische Perspektive und Relevanz
2. Frauenperspektive
IV FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die biblischen Bücher Ruth und Esther mit dem Ziel, den Vorbildcharakter dieser beiden Frauenfiguren für Juden und Christen herauszuarbeiten. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie diese Frauen in patriarchalisch geprägten Gesellschaften durch Eigeninitiative, Solidarität und Gottvertrauen aus existenzbedrohenden Lagen heraustreten konnten und welche theologischen sowie feministischen Aussagen sich daraus ableiten lassen.
1. Theologische Perspektive
Das Ruthbuch ist nicht selten in Bezug auf die theologische Relevanz abgewertet worden, weil Jahwe nicht wie bei den Erzeltern-Erzählungen als Sprechender und Handelnder, sondern meist als indirekt Handelnder dargestellt wird und das gesamte Buch nicht „mit großen, schlagkräftigen Worten Theologie betreibt“. Die Theologie des Ruthbuches ist eine des Alltags, die Gott nahe den Menschen stellt und erzählt, wie diese damit umgehen. Da Gott einzig im ersten und im Schlusskapitel handelt, indem er seinem Volk nach langer Hungersnot wieder Brot und Ruth Schwangerschaft gibt, stellt das Ruthbuch die Frage, wie wir Menschen die Güte Gottes selbst an anderen Menschen verwirklichen können. Das heißt nicht, dass der Mensch alle Fäden in der Hand hält, sondern dass Gott im Hintergrund den Menschen lenkt und immer präsent ist. Gott handelt im Ruthbuch zwar nicht direkt in Einzelaktionen, aber durch Einzelpersonen. Der Mensch muss sich diesem Handeln Gottes jedoch öffnen, so wie es auch Ruth in vorbildlicher Weise getan hat.
Eckdaten zum Buch: Dieses Kapitel erörtert Gattungsfragen sowie Verfasser- und Datierungshypothesen beider Bücher.
Stellung im Kanon: Die Einordnung von Ruth und Esther in den hebräischen Kanon und die Septuaginta sowie deren liturgische Bedeutung werden hier dargestellt.
Rechtlicher und sozialer Hintergrund: Hier werden die für das Verständnis der Erzählungen essenziellen Rechtsinstitute wie die Leviratsehe, das Löserecht und das Armenrecht anhand der Tora erläutert.
Das Volk Israel und die Moabiter: Dieser Abschnitt beleuchtet das ambivalente historische und politische Verhältnis zwischen den Israeliten und den Moabitern.
Kommentierung: In diesen Kapiteln werden die biblischen Texte Vers für Vers beziehungsweise abschnittsweise analysiert und theologisch sowie sozialgeschichtlich interpretiert.
Mögliche Intentionen des Buches: Hier erfolgt eine zusammenfassende Deutung der Texte unter besonderer Berücksichtigung der theologischen und feministischen Perspektiven.
Ruth, Esther, Leviratsehe, Löser, Armenrecht, Solidarität, Frauenperspektive, Patriarchat, Gottvertrauen, Theologie des Alltags, Purimfest, Judentum, Christentum, biblische Exegese, Vorbildfunktion.
Die Arbeit analysiert die biblischen Bücher Ruth und Esther, um deren zentrale Frauenfiguren auf ihre Vorbildfunktion für Juden und Christen zu prüfen.
Zu den Schwerpunkten zählen der rechtliche Kontext (z.B. Leviratsehe), die Rolle der Frau in der antiken Gesellschaft und die theologische Deutung des indirekten göttlichen Wirkens.
Das Ziel ist es, herauszufinden, warum diese beiden Bücher, die Frauennamen tragen, in den Kanon aufgenommen wurden und wie sie trotz schwieriger Umstände Wege zur Selbstbestimmung aufzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer textnahen Kommentierung auf Grundlage der Lutherübersetzung (1984) und einer fachwissenschaftlichen Literaturrecherche.
Der Hauptteil kommentiert die Handlungsverläufe der Bücher Ruth und Esther chronologisch und thematisiert die jeweiligen gesellschaftlichen und theologischen Herausforderungen.
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Solidarität, Fremdheit, Löser-Institution, Frauenperspektive, Gottvertrauen und den Vorbildcharakter.
Die Leviratsehe dient als zentraler rechtlicher Rahmen, um das Überleben von Witwen und den Erhalt des Familienbesitzes sowie den Fortbestand des Namens der Verstorbenen zu sichern.
Im Estherbuch wird der Name Gottes nicht ein einziges Mal explizit erwähnt, was den Fokus auf das menschliche Handeln und die verborgene göttliche Führung lenkt.
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