Magisterarbeit, 2005
107 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
1.1. Artikel 21 Grundgesetz – Politische Willensbildung als Aufgabe der Parteien
1.2. Das Parteiengesetz
1.3. Parteienforschung: Funktionen und Funktionswandel der Parteien
1.4. Definition: Der Begriff der „Dienstleistung“
1.5. Politik- und Parteienverdrossenheit in der Gesellschaft
1.6. Spannungsverhältnis: Dienstleistungszentrum und Partei
2. Die Christlich-Demokratische Union (CDU) Nordrhein-Westfalen (NRW)
2.1 Der Landesverband der CDU NRW
2.2 Die Geschichte des Landesverbandes der CDU NRW
2.3. Selbstverständnis, Aufgaben und Funktionen der Landesgeschäftsstelle der CDU NRW
2.4. Aufbau und Organisation der Landesgeschäftsstelle
2.5. Organisations- und Personalentwicklung der Landesgeschäftsstelle seit 1987
3. Bürger- und Mitgliederbeteiligung innerhalb der Partei
3.1. Reformbeschlüsse der CDU NRW
3.2. Wandlung zum Mitgliederprinzip
3.3. Reformbeschlüsse der CDU Deutschlands
3.4. Wandel des politischen Engagements: Der Netzwerkgedanke
3.5. Netzwerke der CDU NRW
3.5.1. Das Bildungspolitische Netzwerk (BPN)
3.5.2. Der Gesundheitspolitische Arbeitskreis (GPA)
3.5.3. Netzwerk nichtdeutscher EU-Bürger
4. Interne Dienstleistungen der Landesgeschäftsstelle (Parteiebene)
4.1. Veranstaltungsorganisation
4.1.1. Zentraler Rednereinsatz
4.1.2. Politisches Kalendarium
4.1.3. Interne Kommunikation
4.1.4. Adressmanagement und Mitgliederstatistik
4.2. Druck- und Versandservice
4.3. Inhaltliche Dienstleistungen
4.3.1. Mitgliedermagazin
4.3.2. Aufbereitung und Auswertung von Informationen und Serviceangeboten zur Weitergabe und Verwendung für politische Funktions- und Mandatsträger
4.3.3. Grußworte, Gratulationen und Dankschreiben
5. Externe Dienstleistungen der Landesgeschäftsstelle (öffentliche Ebene)
5.1. Bürgeranfragen und Zuschriften
5.2. Kampagnenmanagement
5.3. Informationsmaterial für CDU-interessierte Bürgerinnen und Bürger
6. Internet: interne und externe Kommunikationsplattform
7. Analysen anderer CDU-Landesverbände im Vergleich
7.1. CDU-Landesverband Hessen
7.2. CDU-Landesverband Niedersachsen
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, inwieweit politische Parteien als Dienstleistungszentren auf Landesebene fungieren können und wie sie ihren verfassungsrechtlichen Auftrag gemäß Artikel 21 Grundgesetz in diesem Kontext organisatorisch umsetzen.
Spannungsverhältnis: Dienstleistungszentrum und Partei
In der zeitgenössischen bundesdeutschen Parteienforschung findet sich, freilich modifiziert, die These von der Verzerrung innerparteilicher Willensbildung. Beispielsweise skizziert Elmar Wiesendahl, wie sich Parteien in zwei Welten aufgeteilt haben: Auf der einen Seite die expressive Sphäre, in der zumeist auf lokaler Ebene die Mitglieder ihre sozio-emotionalen Bedürfnisse befriedigen, und abgekoppelt auf der anderen Seite die instrumentelle Sphäre der hauptberuflichen Funktionäre. Diese Trennung sei ein Ergebnis der Herausbildung einer Berufspolitikerkaste, die persönliche Interessen verfolge.
Diese Spannung zwischen Mitgliedschaft und Parteielite wird durch einen aktuellen Trend verdichtet: Die Mitgliederentwicklung gerade der großen Parteien in der Bundesrepublik ist dramatisch rückläufig. Im Zusammenhang damit stehen Veränderungen in der Sozialstruktur und der Partizipationsbereitschaft der Parteibuchinhaber, aber dass es den meisten Parteien nicht mehr gelingt, ihre Mitgliedschaft zu halten oder auszubauen respektive ihre Mitglieder zu mobilisieren, wird vor allem dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet.
Die Organisations- und Partizipationsbereitschaft in der Bevölkerung, vor allem bei jungen Menschen, hat generell beträchtlich nachgelassen und die Auflösung von Milieus zum Ende eines Parteityps geführt, der sich innerhalb bestehender gesellschaftlicher Gruppen fest eingebettet sah.
1. Einleitung: Einführung in den verfassungsrechtlichen Auftrag der Parteien und die Fragestellung, ob Parteien als Dienstleistungszentren bezeichnet werden können.
2. Die Christlich-Demokratische Union (CDU) Nordrhein-Westfalen (NRW): Analyse der Struktur, Geschichte und Aufgaben der Landesgeschäftsstelle der CDU NRW.
3. Bürger- und Mitgliederbeteiligung innerhalb der Partei: Untersuchung der Reformbemühungen zur Modernisierung der Parteiarbeit und Stärkung der Mitgliederbeteiligung.
4. Interne Dienstleistungen der Landesgeschäftsstelle (Parteiebene): Darstellung der internen Services wie Veranstaltungsmanagement und EDV-Infrastruktur für Parteimitglieder und Funktionsträger.
5. Externe Dienstleistungen der Landesgeschäftsstelle (öffentliche Ebene): Erläuterung der externen Dienstleistungen wie Bürgerkommunikation und Kampagnenmanagement zur Ansprache der Öffentlichkeit.
6. Internet: interne und externe Kommunikationsplattform: Analyse des Internets als zentrales Werkzeug zur Modernisierung der Parteikommunikation.
7. Analysen anderer CDU-Landesverbände im Vergleich: Vergleichende Betrachtung der Organisationsstrukturen und Dienstleistungsansätze der Landesverbände Hessen und Niedersachsen.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Parteiorganisation.
Parteienforschung, Dienstleistungszentrum, CDU Nordrhein-Westfalen, Landesgeschäftsstelle, Parteireform, Mitgliederbeteiligung, politische Willensbildung, Bürgerpartei, Netzwerkgedanke, Medienkompetenz, Wahlkampfmanagement, Parteiorganisation, Politikvermittlung, Mitgliederwerbung, Internetkommunikation.
Die Arbeit untersucht, ob und wie moderne politische Parteien, insbesondere die CDU in Nordrhein-Westfalen, ihre Organisationsstrukturen anpassen, um als Dienstleistungszentren für Mitglieder und Bürger zu fungieren.
Im Zentrum stehen die Professionalisierung der Parteiarbeit, die Nutzung des Internets zur Kommunikation, die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und die interne Organisation von Landesgeschäftsstellen.
Das Ziel ist zu analysieren, wie der verfassungsrechtliche Auftrag zur politischen Willensbildung unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen durch moderne Dienstleistungen der Parteizentralen umgesetzt wird.
Der Autor führt eine Fallanalyse des Landesverbandes der CDU NRW durch, gestützt durch Interviews mit Funktionsträgern sowie die Auswertung interner Parteidokumente und vergleichender Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Organisationsanalyse der CDU NRW, die Darstellung interner und externer Dienstleistungsangebote sowie eine vergleichende Analyse anderer Landesverbände.
Schlüsselbegriffe sind Parteiorganisation, Dienstleistungspartei, Mitgliederbeteiligung, Netzwerkgedanke, politische Kommunikation und Parteienverdrossenheit.
Sie fungiert als die „Parteizentrale“, die den administrativen und operativen Kern der Landespartei bildet und die Dienstleistungen für die Basis und die Öffentlichkeit koordiniert.
Durch die Öffnung für Nicht-Mitglieder, die Einführung flexiblerer Beteiligungsmodelle wie Netzwerke und eine verstärkte Ausrichtung am modernen Dienstleistungsgedanken.
Das Internet wird als entscheidende interne und externe Kommunikationsplattform genutzt, um Aktualität zu gewährleisten, Daten effizient zu verwalten und Zielgruppen direkt anzusprechen.
Die CDU entwickelt sich von einer klassischen Gremienpartei hin zu einer bürgerorientierten Dienstleistungspartei, die versucht, durch moderne Kommunikation und Netzwerke gesellschaftliche Relevanz zu sichern.
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