Bachelorarbeit, 2015
71 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Forschungsinteresse
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Forschungsstand
2.1 Historische Entwicklung klassischer Konzerte
2.2 Das Konzertritual in der heutigen Zeit
2.3 Das Konzertpublikum
2.3.1 Kategorien von Konzertbesuchern
2.3.2 Motive für den Besuch klassischer Konzerte
2.4 Habitus und Distinktion
2.4.1 Das klassische Konzert als Mittel zur sozialen Distinktion
3 Fragestellung
4 Empirische Umsetzung
4.1 Das Einzelinterview
4.1.1 Leitfadenkonstruktion
4.2 Auswahlkriterien der Befragten
4.2.1 Sampling
4.2.2 Rekrutierung und Kontaktaufnahme mit Befragten
4.2.3 Ablauf des Interviews
4.2.4 Transkription
4.3 Auswertung
5 Ergebnisse
5.1 Klientel
5.2 Konzertrituale
5.2.1 Vorbereitung auf das Konzert
5.2.2 Pausenaktivitäten
5.2.3 Nach dem Konzert
5.3 Dimensionen der Distinktion
5.3.1 Sehen und Gesehen werden
5.3.2 Kulturelles Interesse zeigen
5.3.3 Anerkennung erhalten
5.3.4 In Gesellschaft sein
5.3.5 Luxuriöses Ambiente genießen
5.3.6 Stars der klassischen Musik erleben
5.3.7 Musikalische Perfektion live erleben
5.4 Verhaltenskodex im Konzert
5.4.1 Festliche Kleidung
5.4.2 Ruhe im Saal
5.4.3 Beifallsbekundungen
5.4.4 Konzertverhalten erlernen
5.5 Klassik und Bildung
5.6 Die geschlossene Konzertgesellschaft
6 Schlussbetrachtung
6.1 Reflexion
6.2 Limitationen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Motive und sozialen Mechanismen hinter dem Besuch klassischer Konzerte zu untersuchen, mit besonderem Fokus auf die Rolle des Konzertbesuchs als Mittel zur sozialen Distinktion und Abgrenzung gemäß der Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu.
2.2 Das Konzertritual in der heutigen Zeit
Zwar hatte das standardisierte bürgerliche Konzert seinen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts, doch hat sich an seinem Ablauf seither wenig geändert. Die konzertbezogenen Verhaltensrituale, denen das Publikum und die Künstler folgen, sind die gleichen geblieben. Ein Ritual wird hier als Handlungsabläufe definiert, die sich nach einem vorgegebenen Muster wiederholen (Rösing, Barber-Kersovan, 1993, S. 136).
Da das Konzert einen relativ hohen Formalisierungsgrad und eine klare Rahmung aufweist, ist das Konzertgeschehen durchaus als Ritual zu bezeichnen. Das geteilte Bewusstsein der Konzertbesucher, an etwas Besonderem teilzuhaben, lässt das Konzert als Gegenentwurf des Alltäglichen erscheinen (Vogels 2011, S. 110).
„Das ritualisierte Verhalten hebt das Konzert aus dem Umfeld des Alltäglichen heraus, wodurch es als besonderes, einmaliges und Geschehen mit Ereignischarakter wahrgenommen wird.“ (Cooper 2008, S. 25). Unterstützt wird dieser Eindruck durch den Veranstaltungsort: Ein Konzertsaal strahlt etwas Weihevolles aus, wodurch das Nicht-Alltägliche zusätzlich hervorgehoben wird. Durch die Inszenierung wird Beginn und Ende bestimmt und eine Rahmung vorgenommen (Vogels, 2011, S. 110).
Konzertrituale definieren den Besucher als Teilnehmer eines besonderen Ereignisses und lassen ihn zum Mitglied der Konzertgemeinschaft werden (Cooper 2008, S. 24). Sie sind recht komplex und erstrecken sich über einen Zeitraum, der länger als die Veranstaltung selbst dauert. Eine bestimmte Aura umgibt das gesamte Konzerterleben (Rösing & Barber-Kersovan, 1993, S. 138).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der musikfremden Motive des Konzertbesuchs ein und legt die Relevanz der Untersuchung für die soziale Distinktion dar.
2 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick sowie theoretische Grundlagen zu Konzertritualen, dem Publikum und dem Habitus-Konzept Bourdieus.
3 Fragestellung: Hier wird das Erkenntnisinteresse formuliert, welches primär die soziale Distinktion durch den Konzertbesuch und die zugrundeliegenden Dimensionen hinterfragt.
4 Empirische Umsetzung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Design, insbesondere die Durchführung und Auswertung qualitativer Leitfadeninterviews.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analyse der Interviews bezüglich der Klientel, der Rituale und der spezifischen Dimensionen der Distinktion.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert den Forschungsprozess und diskutiert die Limitationen der Studie.
Konzertritual, soziale Distinktion, Habitus, Pierre Bourdieu, Konzertpublikum, kulturelles Kapital, Klassik, Konzertgesellschaft, Verhaltenskodex, qualitative Studie, Musiksoziologie, soziales Prestige, Musikrezeption, bildungsbürgerlich, Exklusivität.
Die Arbeit untersucht, warum der Besuch klassischer Konzerte für viele Menschen weit über das rein musikalische Erlebnis hinausgeht und als Mittel zur sozialen Abgrenzung bzw. Distinktion genutzt wird.
Zentral sind die soziologische Beschaffenheit des Konzertpublikums, die Bedeutung konzerteigener Rituale, der Einfluss des Habitus nach Pierre Bourdieu und die Wahrnehmung von Hochkultur.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern kann der Besuch klassischer Konzerte einer sozialen Abgrenzung bzw. Distinktion dienen?“
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz und führt problemzentrierte Leitfadeninterviews mit zehn regelmäßigen Konzertbesuchern durch.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt, unterteilt in die Themenbereiche Klientel, Konzertrituale, Distinktionsdimensionen, Verhaltenskodex und der Zusammenhang zwischen Klassik und Bildung.
Wichtige Begriffe sind Konzertritual, soziale Distinktion, Habitus, kulturelles Kapital und die geschlossene Konzertgesellschaft.
Festliche Kleidung wird von vielen als fester Bestandteil des Konzertrituals betrachtet, das den besonderen, feierlichen Anlass unterstreicht und als Ausdruck von Respekt gegenüber den Künstlern dient.
Obwohl es von Befragten nicht als eigenes Hauptmotiv angegeben wird, erkennen sie die soziale Komponente und das gesellschaftliche „Drumherum“ als wichtigen Teil des Konzerterlebnisses und als Plattform für die Bestätigung der eigenen Gruppenzugehörigkeit an.
Absolute Stille wird als Voraussetzung für die anspruchsvolle, konzentrierte Musikrezeption gesehen; Geräusche wie Husten oder Reden werden als Störung und als respektlos gegenüber den Musikern wahrgenommen.
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