Bachelorarbeit, 2017
78 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Märchen – eine Urform synästhetischen Erlebens
2.1 Das Märchen
2.1.1 Die Geschichte des Märchens und die Entstehung der Subgattungen
2.1.2 Märchen, Fantastik, Fantasie und das Besondere am Märchen
2.1.3 Grausamkeiten im Märchen?
2.2 Vom Volks zum Kindermärchen
2.2.1 Die Brüder Grimm und ihre Epoche
2.2.2 Die Entwicklung der Kinder- und Hausmärchen
2.2.3 Die Motive und Wesenszüge der Grimm’schen Kindermärchen
2.3 Märchenforschung
2.3.1 Volkskundliche Märchenforschung
2.3.2 Literaturwissenschaftliche Märchenforschung
2.3.2.1 Strukturalistische Märchenforschung Valdimir Propps
2.3.2.2 Anthropologische Märchenforschung Max Lüthi
3. Ein Einblick in die Welt des Walt Disney
3.1 Die Entstehung eines gewaltigen Unternehmens
3.2 Der erste klassische Märchenfilm: Snow White and the Seven Dwarfs
4. Ein strukturalistischer Vergleich zweier Fassungen des Märchens „Schneewittchen“
4.1 Interpretation und Analyse von Schneewittchen
4.1.1 Analyse der einzelnen Fassungen hinsichtlich des Inhalts und der einzelnen Charaktere
4.1.2 Interpretation des Märchens hinsichtlich der Stilmerkmale nach Lüthi
4.2 Die Konzeptionen des Kindgemäßen
5. Illustrationen
5.1 Die Kinder- und Hausmärchen und ihre Bilder
5.2 Der Stellenwert der Illustration im Verhältnis zum Texten
5.2.1 Entwicklung der Märchenillustration bei den Grimms
5.2.2 Das kindgemäße Bild
5.2.3 Bildnerische Positionen zum Märchen
5.3 Das Wechselspiel von Bild und Text im illustrierten Märchenbuch „Schneewittchen“
5.3.1 Betrachtung der Illustrationen in „Schneewittchen“
5.3.2 Wandel des Märchenbildes: Grimm – Walt Disney
5.3.3 Kritische Blicke auf die Märchenillustrationen
6. Schluss: Sind Märchen für Kinder geeignet? Über das Böse im Märchen und wie das Gute gestärkt wird
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeption des Kindgemäßen im Märchen „Schneewittchen“ und analysiert dabei Unterschiede zwischen der Grimm’schen Fassung und der Walt-Disney-Adaption, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle und Entwicklung der Illustrationen gelegt wird.
Die Konzeptionen des Kindgemäßen
„Märchen sind nicht grausam, sondern bereiten auf das Grausame in der Wirklichkeit vor […] Kinder, die dem Märchen nicht begegnet sind, trifft das Grausame des Lebens unvorbereitet.“163 Solms trifft mit dieser Aussage den Kern der Diskussion ziemlich genau. Gerade die grausamen Märchen sind für Kinder ungefährlich, sie sind nützlich, wenn nicht sogar notwendig. Ein Kind ist ein unschuldiges, reines, und argloses Wesen wie Schneewittchen, das erstmals durch Märchen mit dem Grausamen in Berührung kommt.164
„Man achte auf das Kind, besonders in dem Alter, wo es die Sprache bereits in sich aufgenommen hat, aber noch nicht die in der Sprache aufgespeicherten Traditionsgüter. Es lebt bei den Dingen, dazu in der Welt der Dinge, mit dem, was noch wir Erwachsene kenne, und auch mit dem, was wir nicht mehr kennen, was uns durch die Traditionsgüter, durch die Begriffe, durch all das sichere Feststehende verscheucht worden ist …“. [sic]165 Bergmann erklärt, dass nur ein Kind erzählt, was es erzählt. Es gäbe keine andere Bezeichnung dafür, als „mythisch“. Die Beziehung zwischen Kind und Märchen ist eine geistige, die durch die Sprache „im Geiste“ stehe.166
Bezüglich der Betrachtung des Bösen im Märchen betont Bergmann:
„Das Böse ist der Versuch, den Bereich des Menschlichen auf das Unmenschliche hin zu transzendieren, und trotzdem ist es etwas zutiefst Menschliches […] Im Bösen verliert der Mensch sich selbst bei dem tragischen Versuch, sich der Last seines Menschseins zu entledigen.“ [sic]167
1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Relevanz von Märchen in der Erziehung und führt in die Thematik der Untersuchung der Konzeption des Kindgerechten anhand von „Schneewittchen“ ein.
2. Das Märchen – eine Urform synästhetischen Erlebens: Dieses Kapitel definiert den Begriff Märchen, beleuchtet die Entwicklung vom Volks- zum Kindermärchen durch die Brüder Grimm und führt in die wissenschaftliche Märchenforschung ein.
3. Ein Einblick in die Welt des Walt Disney: Es wird die Geschichte von Walt Disney beleuchtet und die Entstehung des ersten klassischen Märchenfilms „Snow White and the Seven Dwarfs“ analysiert.
4. Ein strukturalistischer Vergleich zweier Fassungen des Märchens „Schneewittchen“: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Grimm’schen Fassung und der Disney-Adaption hinsichtlich Inhalt, Charakteren und Stilmerkmalen nach Lüthi.
5. Illustrationen: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung von Märchenillustrationen, ihrem Stellenwert im Verhältnis zum Text und dem Wandel des Märchenbildes durch Walt Disney.
6. Schluss: Sind Märchen für Kinder geeignet? Über das Böse im Märchen und wie das Gute gestärkt wird: Das Fazit resümiert das pädagogische Potenzial von Märchen und bestätigt ihre anhaltende Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
Märchen, Brüder Grimm, Walt Disney, Schneewittchen, Märchenforschung, Kindgerecht, Illustrationen, Grausamkeit, Faszination, Volksmärchen, Literaturwissenschaft, Pädagogik, Zaubermärchen, Max Lüthi, Symbolik
Die Arbeit untersucht das Märchen als literarische Gattung, insbesondere die Konzeption des „Kindgerechten“ im Märchen „Schneewittchen“ im Vergleich zwischen der Grimm’schen Fassung und der Walt-Disney-Adaption.
Die zentralen Themen sind die Definition des Märchens, die Rolle der Brüder Grimm, die Analyse von Walt Disneys Märchenadaptionen sowie die Untersuchung von Illustrationen als integralem Bestandteil des Märchenerlebens.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen der traditionellen Grimm-Fassung und der Disney-Adaption aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich diese auf die kindgerechte Konzeption auswirken.
Die Arbeit nutzt Literaturrecherche sowie strukturalistische und anthropologische Ansätze der Märchenforschung, insbesondere nach Max Lüthi und Vladimir Propp, um Texte und Illustrationen zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Märchenbegriffs, die Analyse der Fassungen von „Schneewittchen“ sowie eine detaillierte Untersuchung der Illustrationen in verschiedenen Epochen und Adaptionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Märchen, Kindgerecht, Illustrationen, Grimm, Disney, Schneewittchen und Märchenforschung charakterisiert.
Disney verkindlicht die Geschichte stark, führt individuell ausgearbeitete Zwerge als humorvolle Nebenfiguren ein, betont die Liebesgeschichte und entfernt grausame Elemente, um eine realitätsfernere, optimistischere Welt zu schaffen.
Während die Grimms Illustrationen anfangs eher ablehnend gegenüberstanden und sie später eher zurückhaltend und schlicht einsetzten, sind Disneys Illustrationen und visuelle Adaptionen ein zentrales, buntes und stark auf Publikumsattraktivität ausgerichtetes Element.
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