Diplomarbeit, 2005
89 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Bilanzielle Behandlung des Mobilienleasing
2.1 Systematisierung von Leasingverträgen nach deutschem Steuerrecht, IFRS und US-GAAP
2.2 Internationale Rechnungslegung versus steuerbilanzielle Gewinnermittlung
2.3 Bilanzansatz – Die Zurechnung des Leasingobjekts
2.3.1 Die Zurechnung nach deutschem Steuerrecht
2.3.1.1 Zum Begriff des wirtschaftlichen Eigentums
2.3.1.2 Mobilien-Vollamortisationserlass (full-pay-out-Leasing)
2.3.1.3 Mobilien-Teilamortisationserlass (non-full-pay-out Leasing)
2.3.2 IFRS - Die Klassifizierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17 – „substance over form“
2.3.3 US-GAAP - Klassifizierung von Leasinggegenständen nach SFAS 13
2.3.4 Vergleichende Darstellung und Beurteilung der Ansatzkriterien nach deutschem Steuerrecht, IFRS und US-GAAP
2.4 Bilanzbewertung
2.4.1 Bewertung von Leasingobjekten im Steuerrecht
2.4.1.1 Bilanzielle Behandlung bei Zurechnung des Leasingobjekts zum Leasinggeber
2.4.1.2 Bilanzielle Behandlung bei Zurechnung des Leasingobjekts zum Leasingnehmer
2.4.2 Bewertung von Leasingobjekten nach IAS 17
2.4.2.1 Bilanzielle Behandlung des Operating-Leasing
2.4.2.2 Bilanzielle Behandlung des Finanzierungsleasings
2.4.3 Bewertung von Leasingobjekten nach SFAS 13
2.4.3.1 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasinggeber
2.4.3.2 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasingnehmer
2.4.4 Vergleichende Darstellung und Beurteilung der Bilanzbewertung nach deutschem Steuerrecht, IFRS und US-GAAP
3 Auswirkungen der Leasingbilanzierung auf die Unternehmenssteuern
3.1 Einkommensteuer und Körperschaftsteuer
3.2 Gewerbeertragsteuer
3.2.1 Zurechnung beim Leasinggeber
3.2.2 Zurechnung beim Leasingnehmer
3.3 Umsatzsteuer
3.3.1 Zurechnung beim Leasinggeber
3.3.2 Zurechnung beim Leasingnehmer
3.4 Leasing und staatliche Investitionsförderung
4 Leasingbilanzierung – eine Vorteilhaftigkeitsanalyse
4.1 Aufbau der Analyse
4.2 Modellannahmen und Berechnungsgrundlagen
4.3 Ergebnisse der Berechnungen und kritische Analyse
4.3.1 Ergebnisse der betrachteten Fälle
4.3.2 Der Einfluss von Gewerbesteuer und Kalkulationszins auf die Einigungspotentiale
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bilanziellen Behandlung (Ansatz und Bewertung) von Mobilienleasing zwischen dem deutschen Steuerrecht sowie den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS und US-GAAP. Ziel ist es, die erfolgsteuerlichen Konsequenzen zu analysieren und mittels eines ökonomischen Modells die Vorteilhaftigkeit der unterschiedlichen Zurechnungsvorschriften zu bewerten.
2.3.1.1 Zum Begriff des wirtschaftlichen Eigentums
Zur Beschreibung der bilanziellen Behandlung des Mobilienleasings ist zunächst zu klären, wem das Wirtschaftsgut steuerrechtlich zuzurechnen ist. Grundsätzlich beantwortet ein Blick in § 39 Abs. 1 AO diese Frage. Demnach sind Wirtschaftsgüter in der Regel dem (zivilrechtlichen) Eigentümer zuzurechnen. Die „für das Leasing besonders relevante Durchbrechung“ dieses Grundsatzes findet sich in § 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO: „Übt ein anderer als der Eigentümer die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Weise aus, dass er den Eigentümer im Regelfall für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut wirtschaftlich ausschließen kann, so ist ihm das Wirtschaftsgut zuzurechnen“.
Die hier enthaltene Definition des „wirtschaftlichen Eigentums“, welche auf die so genannte „Seeliger-Formel“ zurückgeht und sich auch in der grundlegenden Leasing-Rechtsprechung des BFH wieder findet, verdeutlicht, dass es möglich ist, durch dauerhaften wirtschaftlichen Ausschluss des rechtlichen Eigentümers das wirtschaftliche Eigentum über einen Gegenstand zu erlangen - und zwar abweichend vom zivilrechtlichen Eigentum. Sobald also juristisches und wirtschaftliches Eigentum auseinander fallen, ist das letztere maßgebend. Zu klären bliebe nun noch, wann beim Leasing wirtschaftliches Eigentum vorliegt.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das Thema Leasing und begründet die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Bilanzierung von Leasingverträgen vor dem Hintergrund der internationalen Rechnungslegung.
2 Bilanzielle Behandlung des Mobilienleasing: Das Kapitel vergleicht die Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Mobilienleasing im deutschen Steuerrecht, nach IFRS und US-GAAP.
3 Auswirkungen der Leasingbilanzierung auf die Unternehmenssteuern: Hier werden die spezifischen steuerlichen Konsequenzen (Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer) für Leasinggeber und Leasingnehmer analysiert.
4 Leasingbilanzierung – eine Vorteilhaftigkeitsanalyse: Mithilfe eines ökonomischen Modells wird untersucht, wie sich verschiedene Zurechnungsvorschriften auf die Vorteilhaftigkeit eines Leasingvertrags auswirken.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die künftige Entwicklung der Leasingbilanzierung unter Berücksichtigung internationaler Harmonisierungstendenzen.
Mobilienleasing, Steuerbilanz, IFRS, US-GAAP, wirtschaftliches Eigentum, Leasinggeber, Leasingnehmer, Gewerbesteuer, Finanzierungsleasing, Operating-Leasing, Kapitalwert, Bilanzbewertung, Leasingerlasse, Vorteilhaftigkeitsanalyse, Forfaitierung
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Mobilienleasingverträgen im direkten Vergleich zwischen dem deutschen Steuerrecht, den IFRS und den US-GAAP.
Im Fokus stehen die Zurechnungs- und Bewertungskriterien für Leasingobjekte sowie die resultierenden Auswirkungen auf die Unternehmenssteuern und die Vorteilhaftigkeit der Verträge.
Das Ziel ist die Untersuchung, ob und wie sich die Zurechnungsvorschriften der verschiedenen Rechnungslegungssysteme auf die ökonomische Vorteilhaftigkeit von Leasinggeschäften auswirken.
Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende Analyse der Bilanzierungsvorschriften, ergänzt durch ein ökonomisches Modell, das auf Kapitalwertberechnungen basiert, um Einigungspotentiale zwischen Leasinggeber und -nehmer zu quantifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Ansatz- und Bewertungsregeln, die Analyse steuerlicher Auswirkungen (insbesondere Gewerbesteuer) und eine mathematische Vorteilhaftigkeitsanalyse anhand von Fallbeispielen.
Zentrale Begriffe sind wirtschaftliches Eigentum, Leasingerlasse, IFRS, US-GAAP, Steuerbilanz, Finanzierungsleasing und Einigungspotential.
Die 40-90%-Grenze dient als quantitative Leitlinie für die Zurechnung von Leasingobjekten bei Vollamortisationsverträgen, um die Rechtssicherheit bei der Zuordnung zum wirtschaftlichen Eigentümer zu erhöhen.
Der Begriff unterstreicht, dass die IFRS primär eine wirtschaftliche Betrachtungsweise zur Klassifizierung von Leasingverhältnissen (Finance vs. Operating Lease) verfolgen, anstatt rein juristische Vertragsmerkmale in den Vordergrund zu stellen.
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