Bachelorarbeit, 2017
75 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Begriffsabgrenzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des Hochfrequenzhandels
2.1 Charakterisierung und Definition des Hochfrequenzhandels
2.2 Die Voraussetzungen im Hochfrequenzhandel
2.2.1 Technische Voraussetzungen
2.2.2 Sonstige Voraussetzungen
2.3 Abgrenzung zum Algorithmic Trading
2.4 Mitwirkende Akteure am Hochfrequenzhandel
2.4.1 Investmentfonds und andere Wertpapierfirmen
2.4.2 Börsen
2.4.3 Investmentbanken
2.4.3.1 Dark Pools
2.4.3.2 Light Pools
3 Entwicklung und Marktentwicklung des Hochfrequenzhandels
3.1 Vom Parketthandel zum Hochfrequenzhandel
3.2 Momentane Entwicklung und Marktsituation
4 Gängige Strategien im Hochfrequenzhandel
4.1 Bereitstellung von Liquidität
4.1.1 Spread Capturing
4.1.2 Rebate Driven Strategy
4.2 Statistische Arbitrage
4.2.1 Cross Market- / Cross Asset Arbitrage
4.2.2 Market Neutral Arbitrage
4.3 Liquidity Detection
4.3.1 Pinging, Sniping, Sniffing
4.3.2 Quote Matching
4.4 Manipulative Strategien
4.4.1 Quote Stuffing
4.4.2 Spoofing, Layering
4.4.3 Wash Trades
4.5 Weitere Strategien
4.5.1 Latency Arbitrage
4.5.2 Front Running
4.5.3 Momentum Strategie
4.5.4 News Reader Strategie
4.6 Beurteilung der Strategien
5 Effekte des Hochfrequenzhandels auf die Kapitalmärkte
5.1 Auswirkungen auf die Marktqualität
5.2 Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität
5.3 Beispiele für Negative Marktereignisse
5.3.1 Flash Crash im Dow Jones
5.3.2 Softwarefehler der Knight Capital Group
5.3.3 Unbekannter Hochfrequenzhändler an der türkischen Börse
5.4 Fazit der bisherigen Erkenntnisse
6 Gesetzgebung und Regulierung
6.1 Gesetzgebung in Deutschland
6.2 Gesetzgebung in der Europäischen Union
6.3 Beurteilung der jetzigen Regulierung
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis für den Hochfrequenzhandel zu entwickeln. Dabei wird die Funktionsweise der Handelsform, ihre historische Entwicklung sowie die damit verbundenen ökonomischen und regulatorischen Herausforderungen analysiert, um eine kritische Beurteilung zu ermöglichen.
1.1 Problemstellung
Höher, schneller, weiter – eine Devise, welche schon in vielen Bereichen des Lebens Einzug fand, macht auch keinen Halt vor dem Finanzsektor. Auch, bzw. besonders im Bereich der Finanzmärkte werden neue Entwicklungen oft genutzt, um sie gewinnbringend einzusetzen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Hochfrequenzhandel, der vor allem seit Mitte 2010 in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen wird. Der Grund dafür ist schnell ausgemacht - der Hochfrequenzhandel wurde nach einem Crash am US-Markt, dem sogenannten Flash Crash, bei dem der Dow Jones innerhalb weniger Minuten um knapp 1000 Punkte einbrach, schnell als ein möglicher Verursacher ausfindig gemacht.1 Aufgrund der seit der Finanzkrise 2008 negativen Grundeinstellung gegenüber der Finanzbranche stellte sich in der Öffentlichkeit rasch ein negatives Bild ein. Doch wie funktionierte dieser Hochfrequenzhandel? Ein vereinfachtes, überzogenes Beispiel im Alltag könnte so formuliert sein:
Ein tüchtiger Geschäftsmann namens G geht abends am Kino vorbei und sieht eine riesige Schlange vor dem Kino für eine lang erwartete Erstvorstellung eines Films. Er denkt sich, dass man daraus bestimmt Profit schlagen könne und erinnert sich, dass er für dieses Kino eine VIP-Karte besitzt, mit der er an einem Extra-Schalter bevorzugt Karten kaufen kann. Während er an den Schalter geht, vergleicht er die Preise für weitere umliegende Kinos und stellt fest, dass diese die Karten für 6€ anstatt für 5€ verkaufen. Mit diesem Wissen geht G an den VIP-Schalter und kauft alle restlichen Tickets (200 Stk. à 5€) für die Vorstellung. Die anderen Käufer erfahren, dass keine Tickets mehr verfügbar sind. G stellt sich nun zu der langen Schlange und sagt, dass er noch Karten zu einem Preis von 5,50€ zu verkaufen habe. Dadurch, dass seine Karten weiterhin die günstigsten Alternativen und die Interessenten schon vor Ort sind, ist sich G sicher, dass alle Interessenten sein Angebot annehmen werden, was sich auch bestätigt. Somit kann G seine 200 Karten für 0,50€ höher verkaufen und hat am Ende einen Gewinn von 100€ erzielt.2
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Problem im Kontext von Transparenz und öffentlicher Wahrnehmung und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen des Hochfrequenzhandels: Hier werden die technischen und marktstrukturellen Voraussetzungen für den Hochfrequenzhandel dargelegt, eine Abgrenzung zum algorithmischen Handel vorgenommen und die beteiligten Marktakteure identifiziert.
3 Entwicklung und Marktentwicklung des Hochfrequenzhandels: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel vom Parketthandel hin zum computergestützten Handel und analysiert die zeitgenössische Marktsituation anhand vorliegender Daten.
4 Gängige Strategien im Hochfrequenzhandel: Hier werden die wichtigsten Handelsstrategien, von der Liquiditätsbereitstellung bis hin zu manipulativen Taktiken, detailliert beschrieben und hinsichtlich ihrer Auswirkungen kategorisiert.
5 Effekte des Hochfrequenzhandels auf die Kapitalmärkte: Dieses Kapitel untersucht empirisch die Auswirkungen auf Marktqualität und Stabilität und beleuchtet negative Marktereignisse wie Flash Crashs als Fallbeispiele.
6 Gesetzgebung und Regulierung: Hier erfolgt eine Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union sowie eine kritische Bewertung ihrer Wirksamkeit.
7 Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und der zukünftige Forschungsbedarf im Bereich der Regulierungsfolgen betont.
Hochfrequenzhandel, Algorithmic Trading, Finanzmarktstabilität, Marktqualität, Flash Crash, Liquidität, Regulierung, MiFID II, Hochfrequenzhandelsgesetz, Arbitrage, Börsen, Handelsstrategien, Markteffizienz, Datenknappheit
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Hochfrequenzhandels, seiner Funktionsweise, seinen wirtschaftlichen Auswirkungen sowie der staatlichen Regulierung dieses Sektors.
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Charakterisierung, den verschiedenen Handelsstrategien, dem Einfluss auf die Stabilität der Finanzmärkte und der gesetzgeberischen Reaktion auf mögliche Fehlentwicklungen.
Ziel ist es, die Funktionsweise und ökonomische Rolle des Hochfrequenzhandels objektiv darzustellen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu synthetisieren und die Sinnhaftigkeit regulatorischer Maßnahmen zu bewerten.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Auswertung aktueller Studien sowie die Untersuchung realer Marktereignisse und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Grundlagen, eine historische und aktuelle Marktanalyse, die Einteilung und Bewertung verschiedener Handelsstrategien sowie die Analyse von Markteffekten und Regulierungsgesetzen.
Wesentliche Begriffe sind Hochfrequenzhandel, Marktstabilität, regulatorische Maßnahmen (wie MiFID II), Liquidität und die kritische Auseinandersetzung mit algorithmischen Handelsstrategien.
Dark Pools dienen als intransparente, alternative Handelsplätze, auf denen institutionelle Investoren große Volumina ohne sofortige Auswirkung auf den öffentlichen Börsenkurs handeln können, wobei sie teilweise zur Umgehung von Hochfrequenzhändlern genutzt werden.
Diese Strategie nutzt Informationen aus Nachrichtenagenturen oder sozialen Netzwerken, um Kursbewegungen frühzeitig zu antizipieren und algorithmisch für Handelsvorteile zu nutzen.
Die Arbeit erkennt in den Maßnahmen wie dem Hochfrequenzhandelsgesetz einen sinnvollen Ansatz, merkt jedoch an, dass die empirische Erforschung der tatsächlichen Auswirkungen auf die Markteffizienz aufgrund von Datenknappheit noch unzureichend ist.
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