Bachelorarbeit, 2019
55 Seiten, Note: 0,7
1 Einleitung
2 Außerschulische Jugendbildung
2.1 Bildungsorientierung und Bildungsauftrag der außerschulischen Bildung
2.1.1 Adaptiver Bildungsauftrag: Kompensation für die Schule
2.1.2 Gesetzlicher Bildungsauftrag
2.1.3 Eigenständiger Bildungsauftrag: Kompensation der Schule
2.1.3.1 Subjektorientere Jugendbildung
2.2 Bildungsarrangements
3 Das gute Leben
3.1 Subjektivistische Theorie des guten Lebens
3.2 Objektivistische Theorie des guten Lebens
3.2.1 Der Capabilities Approach
3.2.1.1 Gerechtigkeit und die menschliche Natur
3.2.1.2 Eine starke, vage und liberale Theorie des Guten
3.2.1.3 Befähigung zum guten Leben
3.2.1.4 Bildung im Capabilities Approach
4 Der Capabilities Approach in der außerschulischen Bildung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Capabilities Approach nach Martha Nussbaum für die theoretische Fundierung und praktische Neuausrichtung der außerschulischen Jugendbildung, um dieser aus ihrer theoretischen Unbestimmtheit zu helfen und eine normativ begründete Bildungsorientierung zu ermöglichen.
3.2.1 Der Capabilities Approach
Der Capabilities Approach ist ein gerechtigkeitstheoretischer Ansatz, der – um die Frage nach der Verteilung (objektiver) Güter zu beantworten – eine Theorie des guten Lebens entwickelt, welche die Autonomie des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt. Im internationalen Fachdiskurs verschiedener Disziplinen findet er große Anerkennung: Zunächst in den Politik- und Wirtschaftswissenschaften unter gerechtigkeitspolitischem Vorzeichen, mittlerweile jedoch auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Steinfath betitelt den CA als „[...] einen der am häufigsten diskutierten Bezugspunkte der gegenwärtigen Debatte zur Thematik des guten Lebens“ und Otto & Ziegler diskutieren ihn als „neue Orientierung in der Erziehungswissenschaft“. In seinem Ursprung geht er auf Amartya Sen und Martha C. Nussbaum zurück, wobei mittlerweile nicht mehr von dem CA gesprochen werden kann, da er in viele Richtungen mit verschiedenen Akzentuierungen ausgearbeitet wurde.
Doch auch in ihren Grundzügen besitzen die Ansätze von Nussbaum und Sen unterschiedliche Schwerpunkte, womit sie für unterschiedliche Anwendungsgebiete nutzbar werden. Konsensual siedeln sich beide Ansätze im sozial- und entwicklungspolitischen Kontext der Fragen der Gerechtigkeit an und legen den dominanten normativen Standpunkten im Diskurs der Verteilungsgerechtigkeit eine Alternative vor, welche die Perspektive darauf richtet, zu welchen Fähigkeiten (oder Seinsweisen) ein Mensch konkret in der Lage sein sollte, um ein gutes Leben führen zu können. Doch während Nussbaum stärker die ethische und bildungstheoretische Seite (was ist ein gutes Leben und wie kann es verwirklicht werden?) untersucht, konzentriert sich Sen mehr auf den komparativen Nutzen des Ansatzes und dessen politische Implikationen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die theoretische Unbestimmtheit der außerschulischen Jugendbildung und stellt den Capabilities Approach als potenziellen normativen Orientierungsrahmen vor.
2 Außerschulische Jugendbildung: Dieses Kapitel analysiert den Bildungsbegriff und die Problematik eines fehlenden expliziten Bildungsauftrags, wobei verschiedene Ansätze wie die subjektorientierte Jugendbildung kritisch diskutiert werden.
3 Das gute Leben: Hier wird der philosophische Diskurs zwischen subjektivistischen und objektivistischen Theorien des guten Lebens geführt, mit einem Fokus auf Martha Nussbaums Capabilities Approach.
4 Der Capabilities Approach in der außerschulischen Bildung: Das abschließende Kapitel führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus konkrete Anregungen für die Praxis der außerschulischen Bildung sowie für das Verständnis der pädagogischen Verantwortung ab.
Außerschulische Jugendbildung, Capabilities Approach, Martha Nussbaum, Bildungsorientierung, Gerechtigkeit, Gutes Leben, Befähigungsgerechtigkeit, Pädagogik, Subjektorientierung, Partizipation, Bildungsauftrag, Soziale Arbeit, Verwirklichungschancen.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung der außerschulischen Jugendbildung, die oft als orientierungslos wahrgenommen wird, indem sie diese mit dem Capabilities Approach in Verbindung bringt.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Bildung in der Jugendarbeit, Theorien des guten Lebens (subjektivistisch vs. objektivistisch) und der Capabilities Approach als normatives Konzept.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Capabilities Approach der außerschulischen Jugendbildung zu einem fundierten, eigenständigen Bildungsauftrag verhelfen kann, der über bloße Kompensation hinausgeht.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden theoretischen und philosophischen Analyse von Fachliteratur, um einen normativen Rahmen für pädagogisches Handeln zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der außerschulischen Jugendbildung, die philosophische Untersuchung des "guten Lebens" und die spezifische Anwendung von Nussbaums Capability-Theorie auf das pädagogische Feld.
Wichtige Begriffe sind Capabilities (Verwirklichungschancen), Subjektorientierung, Bildungsauftrag, Gerechtigkeit, Paternalismus und das "gute menschliche Leben".
Er bietet einen ethisch-normativen Orientierungsrahmen, der es Professionellen ermöglicht, ihre pädagogische Tätigkeit kritisch zu begründen und sich gegen eine rein ökonomische Verwertungslogik abzugrenzen.
Das Paternalismusproblem wird in der Arbeit offen thematisiert, insbesondere in Bezug auf Kinder und Jugendliche, und als ein notwendiges Spannungsfeld im Rahmen der Befähigung zur Mündigkeit diskutiert.
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