Bachelorarbeit, 2017
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Überblick über die Lage der Zuwanderung von Menschen mit Fluchterfahrung: Zahlen und Fakten
2.2 Das Recht auf Schulbesuch und die Einführung des Konzeptes der Auffang- und Vorbereitungsklassen in NRW
2.2.1 Schulorganisatorische Modelle und ihre Umsetzung
2.3 Rahmenbedingungen für das Unterrichten von Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung
2.3.1 Ausbildung der Lehrkräfte
2.3.2 Umgang mit Heterogenität im Klassenraum
2.3.3 Umgang mit Mehrsprachigkeit im Klassenraum
2.3.4 Schwierigkeiten der Alphabetisierung
2.3.5 Berücksichtigung von Traumata
3. Neue Herausforderungen für Lehrkräfte in der Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung – Empirische Forschung
3.1 Begründung der Forschungsfrage
3.2 Darstellung und Begründung der Erhebungsmethode
3.3 Prozedur der Forschung an der Schule
3.4 Interviewdurchführung
3.5 Auswertungsmethode der Interviews
3.6 Darstellung der Ergebnisse
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen Lehrkräfte bei der Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung im Schulalltag konfrontiert sind. Dabei wird analysiert, inwieweit theoretische Rahmenbedingungen in die schulische Praxis übertragen werden können, wobei ein besonderer Fokus auf den Erfahrungen der Lehrkräfte liegt.
2.3.5 Berücksichtigung von Traumata
Jedes dritte Flüchtlingskind leidet an den Folgen eines Traumas (vgl. Himmelrath, Blaß, 2016, S. 116), das unter anderem durch verstörende Ereignisse und die Flucht vor Gefahr verursacht worden ist. Diese können eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung hervorrufen (vgl. Adam, Inal 2013, S. 19), die gravierende Folgen haben kann. Diese Folgen können Schlafstörung, Reizbarkeit, aufdrängende und belastende Gedanken und Erinnerungen sowie eine emotionale Taubheit, wie zum Beispiel ein allgemeiner Rückzug oder innere Teilnahmslosigkeit, sein (vgl. ebd., S. 21). Wiederum können sich diese Folgen als Konzentrationsstörung und Verträumtheit im Schulunterricht widerspiegeln. Die Hypothese, Flüchtlingskinder als „brave [und] depressive Opfer“ (Himmelrath, Blaß, 2016, S. 124) zu sehen, ist irrtümlich. Ihre Wut und Verzweiflung drücken sie unweigerlich mit einem aggressiven Verhalten aus. Somit stoßen sie unbeabsichtigt auf Ablehnung ihrer Mitmenschen bzw. Mitschüler (vgl. ebd., S. 124). Auch die sprachliche Barriere hindert sie an einer unmittelbaren und verständnisvollen Kommunikation mit der Gesellschaft (vgl. Blossfeld, Bos, Hans-Dieter, 2016, S. 110 f.).
Therapieangebote und Unterstützungen sind nur ein Mittel, um Traumata entgegenzuwirken; hingegen reichen die Kapazitäten nicht aus, um jedem Betroffenen eine Therapie zu ermöglichen. Somit rücken die Schulen und Lehrkräfte immer mehr in den Vordergrund, um bei der Bewältigung des Traumas Unterstützung zu leisten (vgl. Himmelrath, Blaß, 2016, S. 123-124). So stehen Lehrkräfte vor der Herausforderung, angemessen mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern umzugehen. Ihr Mangel an Wissen im Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern versetzt Lehrkräfte und auch Pädagogen in Angst und Mutlosigkeit (vgl. ebd., S. 123). Die Schwierigkeit ergibt sich daraus, die gegebene Situation richtig einzuschätzen und zu bewältigen. Gerade dies überfordert Lehrkräfte außerordentlich. An dieser Stelle schlägt der Traumata-Experte Pieper (2015, S. 124) Lehrkräften vor, sich von ihrer Lage erst einmal nicht erschüttern zu lassen. Lehrkräfte sollen also verständnisvoll mit den Betroffenen umgehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation der Beschulung neu zugewanderter Kinder und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Herausforderungen für Lehrkräfte.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zu Zuwanderungszahlen, schulrechtlichen Regelungen, Spracherwerbsmodellen sowie den spezifischen Herausforderungen wie Heterogenität, Alphabetisierung und Traumata.
3. Neue Herausforderungen für Lehrkräfte in der Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung – Empirische Forschung: Der empirische Teil präsentiert die qualitative Forschungsarbeit, beschreibt die Methodik narrativer Interviews und analysiert die Ergebnisse in Bezug auf die theoretischen Annahmen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Lehrkräfte zwar Kompetenzdefizite im Umgang mit Traumata und Alphabetisierung aufweisen, jedoch im Bereich der sprachlichen Integration und Heterogenität wichtige Anpassungsleistungen erbringen.
Fluchterfahrung, Lehrkräfte, Schulintegration, Vorbereitungsklassen, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Heterogenität, Mehrsprachigkeit, Alphabetisierung, Traumapädagogik, qualitative Forschung, narratives Interview, Bildungsgerechtigkeit, interkultureller Unterricht, Inklusion.
Die Arbeit befasst sich mit den alltäglichen Herausforderungen, denen Lehrkräfte bei der Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Fluchterfahrung gegenüberstehen.
Die Arbeit behandelt Themen wie das Recht auf Schulbildung, die Organisation von Vorbereitungsklassen, den Umgang mit sprachlicher Heterogenität sowie die Herausforderungen der Alphabetisierung und traumatisierter Kinder.
Das Ziel ist es, zu erheben, inwieweit theoretisch beschriebene Herausforderungen für Lehrkräfte tatsächlich in der schulischen Praxis vorkommen und wie die Lehrkräfte mit diesen umgehen.
Die Autorin führt eine qualitative Forschung durch, wobei narrative Interviews mit drei Lehrkräften aus unterschiedlichen Schulformen als Datengrundlage dienen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie aktuelle Zuwanderungsdaten und Rechtsgrundlagen, sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der geführten Interviews analysiert und diskutiert.
Zentrale Begriffe sind Fluchterfahrung, Lehrkräfte, Inklusion, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Alphabetisierung und Traumapädagogik.
Lehrkräfte sehen die Vielfalt tendenziell als Chance, nutzen diese jedoch phasenweise; sie betonen die Bedeutung des Respekts und der individuellen Förderung, sehen sich aber häufig durch mangelndes passendes Material eingeschränkt.
Alle befragten Lehrkräfte äußerten Unsicherheit und Mutlosigkeit, da sie sich als Laien im Umgang mit traumatisierten Schülern fühlen und die therapeutischen Kapazitäten außerhalb der Schule oft nicht ausreichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

