Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Reflexive Modernisierung und Risikogesellschaft in der zweiten Moderne
2.1 Industriegesellschaftliche erste Moderne
2.2 Zweite Moderne
2.2.1 Der Prozess der reflexiven Modernisierung
2.2.2 Risikogesellschaft, Risiken und Globalisierung
2.2.3 Individualisierung
2.3 Zusammenfassung
3. Die Soziale Arbeit in der zweiten Moderne
3.1 Definition und klassische (industriegesellschaftliche) Funktion der Sozialen Arbeit
3.2 Individualisierung und Soziale Arbeit
3.2.1 Veränderte Risikolagen
3.2.2 Qualitative Ausdifferenzierung und quantitative Expansion
3.2.3 Lebensweltorientierte Hilfe zur Lebensbewältigung
3.3 Ökologisches Modernisierungsrisiko, Globalisierung und soziale Arbeit
4. Fazit und Kritik
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern sich das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit durch das Konzept der "zweiten (reflexiven) Moderne" nach Ulrich Beck verändert hat. Ziel ist es, die Auswirkungen dieses gesellschaftlichen Strukturwandels – insbesondere hinsichtlich Individualisierung, Globalisierung und neuer Risikolagen – auf die Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit zu analysieren.
2.2.1 Der Prozess der reflexiven Modernisierung
Aus einem Prozess der reflexiven Modernisierung bildet sich die risikogesellschaftliche zweite Moderne. Die reflexive Modernisierung ist die Rationalisierung dieser Rationalisierung (vgl. derselbe 1992, S. 186). Die aus der einfachen Modernisierung entstandene Vernunft wird nun reflektiert und hinterfragt. Sie soll dabei diesen Wandel von der ersten (einfachen) Moderne in eine andere (zweite) Moderne analysieren (vgl. Schroer 2009, S.493). Reflexion meint hier „Selbstkonfrontation: Der Übergang von der Industrie- zur Risikoepoche vollzieht sich ungewollt, ungesehen, zwanghaft im Zuge der verselbständigten Modernisierungsdynamik nach dem Muster der latenten Nebenfolgen“ (Beck 1993, S. 38).
Dies reflexive Modernisierung unterscheidet sich dahingehend von der einfachen Modernisierung, als dass sie nicht durch eine Revolution eingeleitet wird, sondern sie ist vielmehr ein unbewusster, unreflektierter Prozess (vgl. Schroer 2009, S.494). Dieser Wandel geschieht unvorhergesehen und ungewollt (vgl. Beck 2001, S.13).
Die zentralen Merkmale dieses Prozesses beinhalten die „reflexartige Selbstgefährdung industriegesellschaftlicher Grundlagen durch erfolgreiche gefahrenblinde Weitermodernisierung einerseits und das Bewußtsein, die Reflexion dieses Verhältnisses“ (derselbe 1993, S. 44).
Mit „reflexartiger Selbstgefährdung industriegesellschaftlicher Grundlagen“ ist die Auflösung der im Prozess der einfachen Modernisierung hervorgerufenen traditionellen industriegesellschaftlichen Gesellschaftsformen gemeint. „Reflexive Modernisierung meint die Modernisierung der Moderne: Die westliche Moderne wird sich selbst zum Thema und Problem“ (derselbe 2001, S. 11).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die soziologische Theorie Ulrich Becks ein und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage ab, wie sich das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit in der zweiten Moderne gewandelt hat.
2. Reflexive Modernisierung und Risikogesellschaft in der zweiten Moderne: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Gestaltwandels von der industriegesellschaftlichen ersten zur risikogesellschaftlichen zweiten Moderne, geprägt durch Individualisierung und Globalisierung.
3. Die Soziale Arbeit in der zweiten Moderne: Hier werden die Auswirkungen der gesellschaftlichen Transformationsprozesse auf die Soziale Arbeit untersucht, wobei der Fokus auf veränderten Risikolagen, der Ausdifferenzierung von Angeboten und dem Konzept der lebensweltorientierten Hilfe liegt.
4. Fazit und Kritik: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Anpassungsfähigkeit traditioneller Institutionen und wirft einen Blick auf die Notwendigkeit einer ökologischen Erweiterung der Sozialen Arbeit.
Soziale Arbeit, zweite Moderne, Ulrich Beck, reflexive Modernisierung, Risikogesellschaft, Individualisierung, lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Globalisierung, soziale Ungleichheit, Normalbiografie, Enttraditionalisierung, Sozialisationsinstanz, Green Social Work, Risikoproduktion, gesellschaftlicher Wandel
Die Arbeit analysiert, wie sich der gesellschaftliche Wandel zur sogenannten „zweiten Moderne“ nach Ulrich Beck auf die Aufgaben und Funktionen der Sozialen Arbeit auswirkt.
Zentrale Themen sind der Übergang von der Industriegesellschaft zur Risikogesellschaft, die Prozesse der Individualisierung und deren Einfluss auf Biografien sowie die Notwendigkeit einer ökologischen Perspektive in der Sozialen Arbeit.
Das primäre Ziel ist es, Auswirkungen des Beck'schen Modells der reflexiven Modernisierung auf das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit theoretisch zu analysieren und kritisch zu reflektieren.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturauswertung soziologischer und sozialpädagogischer Fachpublikationen, um den Zusammenhang zwischen Gesellschaftsmodell und Fachpraxis herzuleiten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Veränderungen durch Individualisierung, der daraus resultierenden Expansion der Sozialen Arbeit auf Kernpopulationen und neuen Arbeitsweisen wie der lebensweltorientierten Hilfe.
Wichtige Begriffe sind reflexive Modernisierung, Risikogesellschaft, Individualisierung, lebensweltorientierte Soziale Arbeit und der Wandel von der Randgruppenbetreuung zur allgemeinen Problemlösungsstrategie.
In der ersten Moderne stand die Reintegration in den klassischen Normalarbeitsverlauf im Mittelpunkt, während in der zweiten Moderne die Stabilisierung von Lebenslagen und die Alltagsbewältigung bei zunehmender Prekarität dominieren.
Dieser Ansatz erweitert den Fokus der Sozialen Arbeit auf die gegenseitige Abhängigkeit von Individuen, Gesellschaft und ökologischen Lebensgrundlagen, um den Herausforderungen der globalen Umweltkrisen zu begegnen.
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