Bachelorarbeit, 2017
85 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Sucht und Abhängigkeit
2.2 Heroin
3 Die Situation opiatabhängiger Menschen
3.1 Körperliche Situation
3.2 Psychische Situation
3.3 Soziale Situation
4 Die bundesweite Drogenhilfe
4.1 Abstinenzorientierte Drogenarbeit
4.2 Akzeptanzorientierte Drogenarbeit
4.2.1 Grundannahmen der akzeptanzorientierten Drogenarbeit
4.2.2 Prinzipien der akzeptanzorientierten Drogenarbeit
4.2.3 Ziele der akzeptanzorientierten Drogenarbeit
5 Die Substitutionsbehandlung
5.1 Ziele der Substitutionsbehandlung
5.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
5.3 Psychosoziale Begleitung
5.4 Substitutionsstoffe
5.4.1 Methadon
5.4.2 Diamorphin
6 Methadon- und Diamorphinsubstitutionsmodelle
6.1 Hannoversche Modellversuch und das nordrhein-westfälische Erprobungsvorhaben
6.2 Das Bundesdeutsche Modellprojekt
7 Eigene Untersuchung
7.1 Methode
7.2 Entwicklung des Fragebogens
7.3 Durchführung
7.4 Datenauswertung
7.4.1 Methadonuntersuchung
7.4.2 Diamorphinuntersuchung
7.5 Zusammenfassende Betrachtung
7.6 Kritik der Untersuchung
8 Methadon- und Diamorphinsubstitution im Vergleich
8.1 Allgemein
8.1.1 Mortalität
8.1.2 Haltequote
8.1.3 Beikonsum
8.1.4 Kriminalitätsverhalten
8.2 Gesundheitliche Situation
8.2.1 Physische Situation
8.2.2 Psychische Situation
8.3 Soziale Situation
8.3.1 Arbeitsverhältnisse
8.3.2 Wohnverhältnisse
8.3.3 Soziale Kontakte
8.4 Aktivierung der Selbsthilfepotenziale
8.5 Ergebnisse
9 Fazit
Die Arbeit untersucht, welcher Substitutionsstoff – Methadon oder Diamorphin – besser geeignet ist, um die Ziele der akzeptanzorientierten Drogenarbeit zu erreichen, insbesondere im Hinblick auf die Normalisierung der Lebensbedingungen betroffener Konsumenten.
3 Die Situation opiatabhängiger Menschen
Die Halbwertzeit von Opioiden wie Heroin liegt zwischen fünf bis acht Stunden. Daher müssen diese aufgrund der körperlichen Abhängigkeit meist mehrmals täglich konsumiert werden, um Entzugssymptomen entgegenzuwirken, welche sich besonders durch starkes Schwitzen, Craving, Zittern, Schlafstörungen, Muskelschmerzen und vielen weiteren Symptomen auszeichnen.
Jedoch kann auch der anhaltende Heroinkonsum erhebliche Folgen mit sich bringen, welche bis hin zu einer tödlichen Vergiftung führen können. Dies gilt vor allem dann als möglich, wenn infolge der starken körperlichen Gewöhnung, d.h. der Toleranzentwicklung gegenüber der Substanz, die Häufigkeit und Menge rasch gesteigert werden muss, um körperlichen Entzugserscheinungen entgegenzuwirken. (SCHMID 2014, S. 38) So kann sich eine Heroinvergiftung durch Atemdepression, Bewusstlosigkeit mit der Gefahr an dem eigenen Erbrochenen zu ersticken, sowie durch Kreislaufversagen mit Verlangsamung der Herztätigkeit auszeichnen.
Insgesamt sind im Jahr 2010 bundesweit 855 Menschen an den direkten Folgen einer Überdosis an Heroin gestorben. Davon lassen sich 95 % der Todesfälle auf eine Lähmung des Atemzentrums zurückführen (DIE DROGENBEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG 2016, S. 56).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dringlichkeit der Drogenproblematik in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung von Methadon versus Diamorphin im Kontext der akzeptanzorientierten Drogenhilfe.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Sucht, Abhängigkeit und Heroin, um ein grundlegendes Verständnis für die weitere Ausarbeitung zu schaffen.
3 Die Situation opiatabhängiger Menschen: Der Abschnitt analysiert die körperliche, psychische und soziale Lebensrealität von Opiatabhängigen und verdeutlicht die medizinischen sowie gesellschaftlichen Folgen des Konsums.
4 Die bundesweite Drogenhilfe: Hier werden die abstinenzorientierte und die akzeptanzorientierte Drogenarbeit gegenübergestellt, wobei der Fokus auf den Grundannahmen, Prinzipien und Zielen der akzeptanzorientierten Arbeit liegt.
5 Die Substitutionsbehandlung: Dieses Kapitel beschreibt die pharmakologische Substitution, ihre Ziele, rechtlichen Grundlagen sowie die spezifischen Substitutionsstoffe Methadon und Diamorphin.
6 Methadon- und Diamorphinsubstitutionsmodelle: Der Autor gibt einen Überblick über historische Modellversuche in Deutschland, wie den hannoverschen Modellversuch und das Bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung.
7 Eigene Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Entwicklung des Fragebogens und die Durchführung der eigenen quantitativen Untersuchung sowie deren Auswertung.
8 Methadon- und Diamorphinsubstitution im Vergleich: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der Substitutionsformen zusammengeführt und hinsichtlich der Ziele der akzeptanzorientierten Drogenarbeit verglichen.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die politische Notwendigkeit einer flexibleren Drogenpolitik sowie die Relevanz der akzeptanzorientierten Arbeit für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Methadon, Diamorphin, Substitution, Drogenarbeit, Akzeptanzorientierung, Opiatabhängigkeit, Schadensminimierung, Lebensqualität, Sozialkontakte, Arbeitsverhältnisse, Wohnsituation, Suchthilfe, Harm Reduction, Substitutionsbehandlung, Selbsthilfepotenziale
Die Arbeit vergleicht die Substitutionsmittel Methadon und Diamorphin hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihrer Eignung im Rahmen der akzeptanzorientierten Drogenarbeit in Deutschland.
Zentrale Themenfelder sind die Lebenssituation von Opiatabhängigen, die rechtlichen und konzeptionellen Grundlagen der Substitution sowie die Auswirkungen der Behandlung auf die soziale und gesundheitliche Reintegration der Klienten.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer eigenen empirischen Untersuchung zu prüfen, ob Diamorphin als Substitutionsmittel die Ziele der akzeptanzorientierten Drogenarbeit effektiver erfüllen kann als Methadon.
Die Autorin führt eine quantitative Untersuchung mittels eines Fragebogens durch, der an Teilnehmer in verschiedenen Substitutionspraxen in Deutschland verteilt wurde, um deren Lebensbedingungen und Einstellungen zu erfassen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung der Suchthilfe-Strukturen, eine detaillierte Betrachtung der Substitutionsmodelle sowie die Darstellung und Analyse der gewonnenen Daten aus der eigenen Untersuchung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Akzeptanzorientierung, Substitution, Schadensminimierung (Harm Reduction), soziale Reintegration und Lebensqualität geprägt.
Während Methadon eine weit verbreitete und einfacher zugängliche Substitutionsform ist, unterliegt die Diamorphinsubstitution deutlich strengeren rechtlichen Zugangsvoraussetzungen, wie etwa einer langjährigen Opiatabhängigkeit und erfolglosen Vorbehandlungen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Diamorphin in den untersuchten Teilzielen der akzeptanzorientierten Drogenarbeit Vorteile bietet, insbesondere bei der Stabilisierung der Lebenssituation, auch wenn die rechtlichen Hürden derzeit noch sehr hoch sind.
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