Bachelorarbeit, 2018
38 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Definitionen von Kunst
2.1 Die traditionell philosophische (idealistische) Definition
2.2 Empfindung und Erkenntnis
2.3 Die evolutionäre Herangehensweise an Kunst
2.4 „Was“, „warum“ oder „wozu“?
3. Das „Wozu“ der Kunst
3.1 Ästhetik a priori
3.2 Kunst und biologische Adaption
3.3 Kunst im Tierreich
3.4 Attraktivität oder Ästhetik?
3.5 Evolution und Kultur
3.6 „Making special“ und kultureller Enaktivismus
3.7 Funktionalität in der menschliche Kunst
3.8 Evolutionäre Psychologie
4. Kunst und Exaptation
4.1 Kritik an den evolutionären Theorien
4.2 Kunst als Epiphänomen
4.3 Kritik an der Spandrel-These
5. Was die evolutionäre Ästhetik nicht leisten kann
5.1 Kunst und Emergenz
5.2 Kunst und Memetik
5.3 Schönheit als Wert
5.4 Die Grenzen der Wissenschaft
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen evolutionären Erklärungsansätzen und traditionell philosophischen Auffassungen von Kunst. Ziel ist es, die Grenzen eines rein adaptionistischen Kunstverständnisses aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit ein Kompromiss zwischen naturwissenschaftlicher Perspektive und geisteswissenschaftlicher Tradition möglich ist, um das Wesen der Kunst in seiner Ganzheit zu erfassen.
1. Einleitung
Während Kunst im deutschen Idealismus als ein Produkt von rein geistigem Interesse verstanden wurde, änderte sich diese Auffassung spätestens seit der Evolutionstheorie von Charles Darwin, der sinnlichen Erklärungen ästhetischer Phänomene die Grundlage bietet. Gemeinsam ist den beiden Ansätzen, dass sie die Ästhetik als den Indikator für Kunst anerkennen. Auf der einen Seite Hegel, auf der anderen Darwin. Wenn dieser schreibt: „In the distant future, I see open fields for far more important researches. Psychology will be based on a new foundation, that of the necessary acquirement of each mental power and capacity by graduation. Light will be thrown on the origin of man and his history.“1, so ist seine Prophezeiung spätestens seit der Etablierung der „evolutionären Ästhetik“ als wissenschaftliche Disziplin wahr geworden. Naturalistische Erklärungen laufen den traditionell geisteswissenschaftlichen und philosophischen Ansätzen in ihrer Vielheit aktuell den Rang ab. Nach der evolutionären Ethik und der evolutionären Erkenntnistheorie ist die neueste empirische Forschung daran interessiert, die Ästhetik für sich zu gewinnen. Für die Kunst bedeutet das, dass sie zum Spielball zwischen Evolution und Idealismus wird.
Evolutionäre Erklärungsansätze befassen sich mit der Kunst allerdings längst nicht mehr nur biologisch, sondern auch psychologisch, soziobiologisch und kulturell. Für das ideelle, also das geistige, philosophische Verständnis von Kunst (Martin Seel nennt es die „traditionelle Ästhetik“2) stellen evolutionäre Ansätze durch ihren Grundlegungsanspruch eine Gefahr im Sinne eines Verlusts sämtlicher Gültigkeit nicht sinnlicher Ansätze dar3. Diese Art von materiellem Nihilismus, die seit Nietzsche und dem Aufblühen der Wissenschaft aus den letzten Jahrhunderten entstanden ist, stellt die dualistische Philosophie des Abendlandes vor ein existentielles Problem. Hans Jonas schreibt dazu, dass „Der moderne Nihilismus, dem Nietzsche nachspürte, (dazu) nötigt, die Seinsfrage [auch von Kunst] im nachplatonischen Zeitalter neu zu stellen. Sie muß historisch den Gründen der nihilistischen Erfahrung nach-
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Konflikt zwischen idealistischen Kunstauffassungen und modernen evolutionären Ansätzen, die Kunst zunehmend naturalisieren.
2. Definitionen von Kunst: Es werden die traditionell philosophischen Definitionen von Kunst den Herausforderungen durch evolutionäre und funktionalistische Theorien gegenübergestellt.
3. Das „Wozu“ der Kunst: Dieses Kapitel untersucht die biologischen, kulturellen und psychologischen Gründe für die Entstehung von Kunst, unter Einbeziehung von Theorien wie "Making special".
4. Kunst und Exaptation: Hier wird die Kritik an den evolutionären Theorien vertieft, insbesondere die Frage, ob Kunst eine adaptive Funktion hat oder als Epiphänomen zu betrachten ist.
5. Was die evolutionäre Ästhetik nicht leisten kann: Es werden die Grenzen des Reduktionismus aufgezeigt und die Bedeutung von Emergenz und Werten für ein umfassendes Kunstverständnis diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kunst weder rein biologisch noch rein idealistisch erklärt werden kann und plädiert für einen Mittelweg.
Evolutionäre Ästhetik, Kunstdefinition, Idealismus, Adaptionismus, Epiphänomen, Emergenz, Schönheitsempfinden, kulturelle Evolution, Making special, Spandrel-These, Kunstherstellung, Humanästhetik, Metaphysik, Reduktionismus, Werterfahrung
Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen naturwissenschaftlich-evolutionären Erklärungsmodellen der Kunst und der klassischen idealistischen Kunstphilosophie.
Zu den Schwerpunkten zählen die evolutionäre Ästhetik, der Einfluss der Biologie auf das Schönheitsempfinden, kulturelle Enaktivismen sowie die philosophische Reflexion über den Wert von Kunst.
Die zentrale Frage ist, ob die evolutionäre Ästhetik das Phänomen Kunst vollständig erklären kann oder ob sie die metaphysische Dimension und den Eigenwert der Kunst verfehlt.
Der Autor führt eine interdisziplinäre Untersuchung durch, welche philosophische Reflexion (insbesondere Kant und Hegel) mit empirischen Ergebnissen der Evolutionsbiologie, Psychologie und Kulturwissenschaft vergleicht.
Der Hauptteil erörtert das "Wozu" der Kunst, die Debatte um Spandrels und Exaptationen sowie die Grenzen eines rein naturwissenschaftlichen Reduktionismus bei der Deutung ästhetischer Erfahrung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Evolution, Idealismus, Emergenz, Adaptionismus und den Rätselcharakter der Kunst definiert.
Es bezeichnet die kulturästhetische Theorie von Ellen Dissanayake, nach der Menschen ihre Umwelt durch Wiederholung und Stilisierung in etwas Besonderes verwandeln, was ein fundamentales Bedürfnis zur Gruppenbildung darstellt.
Der Autor diskutiert kritisch, ob Kunst ein nicht-funktionales Nebenprodukt biologischer Prozesse (Spandrel) ist, und warnt davor, Kunst aufgrund dieser Klassifizierung als wertlos oder rein deterministisch zu betrachten.
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