Bachelorarbeit, 2017
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die europäische Zentralbank
2.2 Grundlage der Geldpolitik
2.3 Leitzins als Instrument
3. Status Quo der Geldpolitik
3.1 Auslösende Ereignisse für die Einführung des Niedrigzinses
3.2 Ziele der Niedrigzinspolitik
3.3 Kritische Analyse von speziellen Zielen und Ergebnissen der Niedrigzinspolitik
3.4 Gefahren einer langfristigen Niedrigzinspolitik
3.5 Verlierer und Gewinner des Niedrigzinses
4. Das klassische Bankgeschäft
4.1 Bestandteile des klassischen Bankgeschäfts
4.2 Auswirkungen und Reaktionen im Bankensektor
4.2.1 Öffentlich-rechtliche Banken und Sparkassen
4.2.2 Genossenschafsbanken
4.2.3 Großbanken
4.2.4 Direktbanken
4.3 Thesenevalution
5. Modifikationsvorschläge
5.1 Geschäftsmodellmodifizierung auf Bankenebene
5.2 Modifikationen auf politischer Ebene
5.1.1 Trennung der Währungsunion in Nord und Süd Euro
5.1.2 Einheitliche Fiskalpolitik der europäischen Union
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des europäischen Niedrigzinsumfelds auf die Ertragslage der deutschen Bankenlandschaft und untersucht, wie Kreditinstitute ihre Geschäftsmodelle anpassen können, um trotz anhaltender Niedrigzinsstrukturen zukunftsfähig zu bleiben.
3.1 Auslösende Ereignisse für die Einführung des Niedrigzinses
Spezifische Umstände und Ereignisse in der europäischen sowie ebenfalls in der amerikanischen Wirtschaft beeinflussten den Trend des niedrigen Leitzinses seit dem Jahr 2008. Die Weltwirtschaftskrise oder auch Finanzkrise begann bereits im Jahr 2007, als Reaktion auf dem Einbruch des US-amerikanischen Immobilienmarktes. Ursache dieser kritischen Situation war es, dass in den USA riesige Mengen von Hypothekendarlehen an Privatpersonen mit sehr fragwürdigen Bonitäten vergeben wurden. Als kurze Zeit später das Zinsniveau wieder Auftrieb bekam, kamen eine Vielzahl von Kreditnehmern anlässlich von variablen Zinsvereinbarungen ihrer Kredite in Rückzahlungsschwierigkeiten. Daraus folgende hohe Beteiligungen von Immobilienverkäufen sorgten für einen enormen Preisverfall. Da diese Kredite anfangs erstklassige Ratings bekamen, galten sie als einwandfrei. Das erstklassige Rating in Korrelation mit den hohen Renditeerwartungen war der Hintergrund, dass weltweit so außergewöhnlich hohe Summen von Kapital investiert wurde.
Am 15. September 2008 erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt, das amerikanische Investmenthaus Lehman Brothers brach zusammen. Weltweite Auswirkungen auf Börsen und Kreditinstitute folgten daraufhin. Die Problematik dehnte sich auf den Interbankenmarkt sowie auf das Einlagengeschäft der Geldhäuser aus, was einen Stillstand des Liquiditätsflusses nach sich zog. Diese Situation zerrte sich nahezu unverändert über ein ganze Jahre hinweg. Deshalb kann diese Insolvenz als ein Träger für den Ausbruch der Finanzkrise und zugleich der Einführung des Niedrigzinssatzes zur Verantwortung gezogen werden.
Für eine genauere Analyse dieser Problematik kann der sog. Spread zwischen den EURIBOR und den EUREPO herangezogen werden. Unterscheiden kann man diese folgt: der 3 Monats Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR), deckt die Grundlage für unbesichertes Verleihen von Geldmitteln, der 3-Monats EUREPO hingegen ist wiederum Ausdruck für ein besichertes Verleihen am Interbankenmarkt. Beide sind unter einer gleichen Periode und Laufzeit zu betrachten. Der Spread ermittelt letztendlich den Risikozuschlag für die Vergabe von Geldern zwischen differenzierten Kreditgesellschaften.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation im Finanzsektor seit der Finanzkrise 2007 und definiert das Ziel der Arbeit, die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf deutsche Banken zu analysieren.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert das System der EZB, die Grundlagen der Geldpolitik und die Bedeutung des Leitzinses als geldpolitisches Instrument.
3. Status Quo der Geldpolitik: Analysiert die Ursachen der Niedrigzinspolitik, deren Ziele, Risiken und die Identifikation von Gewinnern und Verlierern.
4. Das klassische Bankgeschäft: Definiert die Bestandteile des Bankgeschäfts und untersucht die Auswirkungen der Niedrigzinsen auf Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Großbanken und Direktbanken.
5. Modifikationsvorschläge: Liefert konkrete Ideen zur Anpassung der Geschäftsmodelle von Banken sowie politische Ansätze wie Fiskalunion und Währungsteilung.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert die weitere Entwicklung des Zinsniveaus sowie die notwendigen Konsequenzen für den Bankensektor.
Niedrigzinspolitik, Europäische Zentralbank, Bankensektor, Finanzkrise, Zinsmarge, Leitzins, Geschäftsmodell, Fiskalunion, Direktbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Refinanzierung, Währungsunion, Geldpolitik, Rentabilität.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation des deutschen Bankensektors unter dem Einfluss des historisch niedrigen Zinsniveaus, das durch die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank seit der Finanzkrise 2007 geprägt ist.
Die Arbeit behandelt die geldpolitische Rolle der EZB, die Auswirkungen sinkender Zinsmargen auf die Ertragskraft verschiedener Bankentypen sowie strategische und politische Lösungswege aus dem Rentabilitätsdilemma.
Ziel ist es zu analysieren, welche Auswirkungen das Niedrigzinsumfeld auf die Erträge deutscher Kreditinstitute hat und welche Modifikationen in der Strategie und Politik notwendig sind, um die Geschäftsfähigkeit der Banken langfristig zu erhalten.
Die Arbeit nutzt eine wissenschaftliche Literaturanalyse, eine deskriptive Darstellung von Finanzdaten und Abbildungen sowie eine Evaluierung von existierenden Geschäftsmodellen im Kontext der aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen der Niedrigzinspolitik, deren spezifische Risiken für den Bankensektor und führt eine differenzierte Untersuchung der unterschiedlichen Bankengruppen (Sparkassen, Großbanken, Direktbanken etc.) durch.
Wichtige Begriffe sind Niedrigzinspolitik, EZB, Zinsmarge, Geschäftsmodell, Bankensektor, Rentabilität, Fiskalunion und Risikomanagement.
Während Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgrund ihres hohen Anteils an Zinsüberschüssen stark belastet sind, können Großbanken dies teils durch andere Ertragssäulen kompensieren. Direktbanken profitieren durch ihre schlanke Kostenstruktur sogar vom Marktwandel.
Die Arbeit stellt Konzepte wie die Trennung der Währungsunion in einen Nord- und Südeuro sowie die Etablierung einer einheitlichen europäischen Fiskalunion zur Stärkung der Stabilität und zur Reduzierung von Systemrisiken vor.
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