Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundzüge einer gerechten Gesellschaft
2.1 Grundlagen eines gerechten Systems
2.2 Menschenrechte als normative Basis
2.3 Verteilungsgerechtigkeit
2.4 Verdienst
2.5 Faire Chancengleichheit
3. Das bedingungslose Grundeinkommen
3.1 Ein kurzer Rückblick
3.2 Die Idee des BGE
3.3 Vorteile, Ziele und Chancen
3.4 Vertreter und Konzepte
3.4.1 Unternehmer Götz Werner
3.4.2 Entwurf für die Schweiz
3.4.3 Parteikonzept DIE LINKE
3.4.4 Solidarisches Bürgergeld
3.4.5 Liberales Bürgergeld der FDP
3.5 Bedingte Grundeinkommen
4. Lohnarbeit im Wandel
4.1 Der Mensch und sein Verhältnis zur Lohnarbeit
4.2 Care-Arbeit und Ehrenamt
4.3 Fachkräftemangel vs. Digitalisierung
4.4 Folgen des Wandels
4.5 Das BGE als Lösungsansatz
5. Finanzierung des Grundeinkommens
5.1 Randbedingungen
5.1.1 Territoriale Ausdehnung
5.1.2 Berechtigter Personenkreis
5.1.3 Auszahlungshöhe
5.2 Finanzierungsansätze
5.2.1 Freiwerdende Gelder
5.2.2 (Negative) Einkommenssteuer
5.2.3 Konsum-/Mehrwertsteuer
5.2.4 Finanztransaktionssteuer
6. Kritik und Gefahren eines BGEs
6.1 Unerschwinglicher Finanzierungsbedarf
6.2 Ungenaue Prognosen
6.3 Mangel an repräsentativen Studien
6.4 Mangel an Arbeitsmotivation
6.5 Psychologische Hürden bei Umstellung
6.6 Arbeit als identitätsstiftendes Moment
6.7 Kontinuität von Ungleichheit
6.8 Sogwirkung
6.9 Demokratiegefährdung
7. Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) als gerechte Alternative zur gegenwärtigen Lohnarbeitsgesellschaft fungieren kann. Dabei wird analysiert, inwieweit das BGE mit Prinzipien der Gerechtigkeit, der Rolle menschlicher Arbeit und der ökonomischen Machbarkeit vereinbar ist.
3.1 Der Mensch und sein Verhältnis zur Lohnarbeit
Will man nachvollziehen, warum Lohnarbeit nach wie vor eine derart große Rolle innerhalb der heutigen Gesellschaft spielt und ein Paradigmenwechsel, wie er auch für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens notwendig wäre, für die meisten Autoren als eine schier utopische Aufgabe erscheint (Ulrich u. Rudzio 2016), muss man verstehen, wie tief die individuelle Wertschöpfung eines jeden Einzelnen in der Erwerbsarbeit verankert ist. Maßgeblich scheint hierbei die Überzeugung zu sein, dass jeder bekomme, was er verdient und eine besser bezahlte Arbeit eng mit einem höheren gesellschaftlichen Wert der Person verwoben ist.
Zeugnis dafür sind unter anderem große und weitverbreitete Zustimmungswerte für Aussagen wie, dass härter arbeitende Menschen auch besser verdienen sollten; niemand mehr Verantwortung innerhalb einer Arbeit übernähme, sofern er diese nicht vergütet bekäme; „in einem fairen Wirtschaftssystem [...] Menschen mit größeren Fähigkeiten“ (Miller 2008, S. 111–112) auch besser bezahlt würden oder es die Bereitschaft zu härterer Arbeit zerstörte, wenn man allen „unabhängig von der Art ihrer Arbeit etwa das gleiche Einkommen gäbe“ (Miller 2008, S. 112). Die Relevanz des Verdienstkriteriums zeigt sich, wie oben bereits angedeutet, auch in der Stigmatisierung all jener Menschen, die auf die finanzielle Hilfe der Gesellschaft angewiesen sind, ohne einen dafür als ausreichend anerkannten Grund vorweisen zu können, etwa eine Erkrankung. „[U]nsere Gesellschaft fordert von jedem gesunden Menschen, dass er den Lebensunterhalt selber verdient“ (Müller u. Straub 2012, S. 44), weshalb andernfalls der Empfang „von Sozialhilfe von der Öffentlichkeit [...] als Missbrauch gewertet wird“ (Hirsch 2016, S. 106).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Bedeutungswandel von Erwerbsarbeit und stellt die Forschungsfrage zur Gerechtigkeit des bedingungslosen Grundeinkommens.
2. Grundzüge einer gerechten Gesellschaft: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze von Gerechtigkeit, insbesondere durch den Vergleich der Positionen von Hayek und Rawls.
3. Das bedingungslose Grundeinkommen: Hier werden die historischen Wurzeln, die Kernidee des BGE sowie verschiedene Konzepte und deren Vertreter detailliert vorgestellt.
4. Lohnarbeit im Wandel: Das Kapitel analysiert das Verhältnis des Menschen zur Arbeit, die Bedeutung von Care-Arbeit und die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt.
5. Finanzierung des Grundeinkommens: Hier werden Randbedingungen der Finanzierung sowie verschiedene Finanzierungsansätze wie Steuerreformen und der Wegfall bestehender Sozialleistungen erörtert.
6. Kritik und Gefahren eines BGEs: Dieses Kapitel prüft kritische Gegenargumente wie Finanzierungsschwierigkeiten, Motivationsverlust und potenzielle Gefährdungen für die Gesellschaft.
7. Resümee: Das Resümee führt die Ergebnisse zusammen und bewertet das BGE als theoretisch gerechtes, praktisch jedoch noch nicht umsetzbares Modell.
Bedingungsloses Grundeinkommen, Lohnarbeit, soziale Gerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Rawls, Hayek, Care-Arbeit, Finanzierung, Sozialstaat, Digitalisierung, Existenzminimum, Meritokratie, Arbeitsmotivation, Bürgergeld, Paradigmenwechsel.
Die Arbeit untersucht, ob das bedingungslose Grundeinkommen eine gerechte Alternative zum aktuellen System der Lohnarbeit darstellt.
Die Themen umfassen Gerechtigkeitstheorien, die Rolle von Erwerbs- und Care-Arbeit sowie die praktische Umsetzbarkeit und Finanzierung des Grundeinkommens.
Ziel ist es, zu analysieren, ob ein BGE unter Berücksichtigung von Gerechtigkeitsprinzipien, Arbeitsmarktveränderungen und Finanzierungsmodellen eine gerechte gesellschaftliche Alternative bieten kann.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und theoretische Analyse unter Einbeziehung philosophischer Gerechtigkeitskonzepte, ökonomischer Finanzierungsmodelle und soziologischer Betrachtungen der Arbeitswelt.
Der Hauptteil analysiert Gerechtigkeitsgrundsätze (Rawls/Hayek), erläutert verschiedene BGE-Konzepte, untersucht den Wandel der Lohnarbeit durch Digitalisierung und diskutiert Finanzierungswege sowie Kritikpunkte.
Zu den Kernbegriffen gehören BGE, soziale Gerechtigkeit, Lohnarbeit, Finanzierungsansätze, Care-Arbeit und der Wandel der Arbeitsgesellschaft.
Das Verdienstprinzip ist tief im Alltagsverständnis verankert; Arbeit wird oft als einzige Legitimation für soziale Teilhabe gesehen, weshalb ein BGE ohne Gegenleistung oft als ungerecht empfunden wird.
Es ist oft an eine negative Einkommenssteuer gekoppelt, was bedeutet, dass es bei Überschreiten gewisser Einkommensgrenzen abgeschmolzen wird, was die Bedingungslosigkeit des Konzepts in Frage stellt.
Die Digitalisierung wird als potenzieller Treiber für Arbeitsplatzverluste diskutiert, was die Notwendigkeit einer neuen sozialen Sicherung wie des BGE verstärkt.
In der Theorie bejaht die Autorin die Gerechtigkeit im Sinne der Menschenrechte, stuft das Modell aufgrund der praktischen Hürden und fehlenden gesellschaftlichen Realisierbarkeit jedoch noch als nicht umsetzbar ein.
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