Masterarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Kunsttherapie
2.1 Begriffsklärung
2.2 Meine eigene kunsttherapeutische Positionierung
3. Reittherapie
3.1 Begriffsklärung
3.2 Meine eigene reittherapeutische Positionierung
4. Reittherapie und Kunsttherapie in Verbindung
4.1 Ressourcenorientierung
4.2 Setting / Material / Räume
5. Übungen
5.1 ,,Unmittelbares Zeichnen’’
5.2 ,,Indianerpferde’’
5.3 ,,Innere Bilder’’
5.4 ,,Ausreiten’’
5.5 ,,Achtsamkeit: Körper-, Reiter- & Pferdebilder’’
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale einer Verbindung von Kunst- und Reittherapie, um einen ganzheitlichen Therapieansatz zu schaffen. Das zentrale Ziel ist es, die flüchtigen Wirkungen der Reittherapie durch die Unmittelbarkeit kunsttherapeutischer Gestaltung nachhaltig zu fixieren und zu dokumentieren.
4.1 Ressourcenorientierung
Die Kunst- sowie auch die Reittherapie bieten sich für eine ressourcenorientierte Arbeitsweise an. Da es in der Kunsttherapie nicht darauf ankommt perfekt malen zu können und in der Reittherapie nicht darauf ankommt sehr gut reiten zu können, kann jeder Klient Erfolgserlebnisse in der Therapie verbuchen und dadurch lernen, seine Ressourcen wahrzunehmen.
Psychisch kranke Menschen erleben oft die Einteilung in gesund oder krank. Dies erschwert es den Klienten deutlich positive Anteile in sich selbst zu erkennen und ein Leben abseits der Krankheit zu sehen. In einem ressourcenorientierten Therapieansatz wird der Fokus vor allem auf vorhandene Potenziale, Perspektiven und Kompetenzen gelegt. ,,Im erlebnis- und körperorientierten Ansatz der Pferdegestützten Therapie psychisch Kranker nimmt diese Grundorientierung eine zentrale Rolle ein. Der wertfreie Kontakt mit dem sozial orientierten Herdentier Pferd ermöglicht neue Erlebens-, Erprobungs- und Gestaltungsräume für den Patienten, der vom Tier nicht per se als krank bewertet wird, sondern in seiner aktuellen Befindlichkeit mit den vorhandenen Befähigungen und auch krankheitsbedingten Defiziten gleichermaßen unvoreingenommen akzeptiert wird. Hierin liegt eine ideale Basis für den ressourcenorientierten Therapieansatz (...).’’ (Opgen-Rhein, Kläschen & Dettling, 2011, S. 67/68). Das Pferd hat keine Erwartungen an den Klienten und keine Vorurteile. Ebenso bietet auch die Kunsttherapie genug Erlebens- und Gestaltungraum, in dem wertfreier Kontakt wünschenswert und möglich ist.
,,Die Ressourcenaktivierung gilt als empirisch abgesichertes Wirkprinzip von Psychotherapie. Unabhängig von der jeweils angewandten Therapieform kann ein Patient demnach dann am besten von einer Intervention profitieren, wenn man an seine positiven Möglichkeiten, Eigenarten und Motivationen anknüpft, so dass er sich nicht mehr als nur defizitär erfährt, sondern seine Stärken erleben kann.’’ (Opgen-Rhein, Kläschen & Dettling, 2011, S. 68).
1. Einleitung: Vorstellung der Idee, die Potenziale von Kunst- und Reittherapie durch einen ganzheitlichen Therapieansatz zu verbinden, um sinnliche Erfahrungen nachhaltig zu fixieren.
2. Kunsttherapie: Kurze Begriffsklärung sowie Darstellung der persönlichen psychoanalytisch orientierten Positionierung und des seriellen Arbeitens nach Gertraud Schottenloher.
3. Reittherapie: Überblick über die Felder des therapeutischen Reitens und Erläuterung der Rolle des Pferdes als Co-Therapeut und Spiegel für den Klienten.
4. Reittherapie und Kunsttherapie in Verbindung: Analyse der Gemeinsamkeiten und Synergien, insbesondere hinsichtlich Ressourcenorientierung und der Bedeutung eines festen Settings.
5. Übungen: Praktische Anwendungsvorschläge für die kombinierte Therapie, von unmittelbarem Zeichnen bis hin zu Achtsamkeitsübungen auf dem Pferderücken.
Kunsttherapie, Reittherapie, Ressourcenorientierung, Co-Therapeut, Ganzheitlichkeit, Körperarbeit, therapeutisches Setting, bildnerische Gestaltung, non-verbale Kommunikation, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Beziehungsaufbau, Imagination, Psychotherapie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von Kunsttherapie und Reittherapie, um einen kombinierten Therapieansatz zu entwickeln, der sowohl körperliche als auch geistige Aspekte anspricht.
Zentrale Themen sind die Ressourcenorientierung, die Nutzung des Pferdes als Co-Therapeut, die Bedeutung non-verbaler Kommunikation sowie die methodische Umsetzung durch praktische Übungen.
Ziel ist es, die Potenziale beider Therapieformen zu vereinen, damit Klienten ihre Erfahrungen – etwa beim Reiten – durch kunsttherapeutische Gestaltung festhalten und nachhaltig verarbeiten können.
Die Autorin stützt sich auf theoretische Grundlagen der Kunsttherapie und des therapeutischen Reitens und entwickelt daraus eigene, praktisch erprobte Übungsmodelle.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Positionierungen beider Disziplinen, die Analyse ihrer Verbindung und die detaillierte Vorstellung spezifischer Übungen für die Praxis.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ressourcenorientierung, ganzheitliche Therapie, therapeutische Beziehung, Achtsamkeit und die Integration von kreativen Ausdrucksformen in die Reittherapie.
Das Pferd agiert vorurteilsfrei, spiegelt das Verhalten des Klienten unmittelbar und ermöglicht durch seine sensible Körpersprache eine direkte, non-verbale Beziehungsaufnahme.
Das Skizzenbuch dient als persönliches "Ressourcenbuch", in dem Klienten ihre therapeutischen Erfahrungen durch Gestaltung festhalten, was die Erinnerung fördert und die Selbstwirksamkeit stärkt.
Der Rhythmus, sei es durch die Bewegung des Pferdes oder die wiederkehrenden Handlungen beim Malen, bildet einen festen, sicheren Rahmen, der den Klienten Orientierung und Struktur bietet.
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