Masterarbeit, 2016
89 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Bedeutung des Ärztemangels in Deutschland und aktuelle Lösungskonzepte
2.1 Ausmaß und Ursachen des Ärztemangels
2.2 Internationale Rekrutierung als eine der Lösungen für den Ärztemangel
2.3 Potentiale von Medizinern aus Osteuropa für den deutschen Arbeitsmarkt
2.4 Erfahrungen aus der Rekrutierungspraxis
2.5 Zwei Forschungsfragen: Gründe, die Aufnahme eines Jobs und langfristige Bindung der Mitarbeiter verhindern
3 Empirische Untersuchung zu Barrieren und Erfolgsfaktoren auf dem Weg zur Facharztweiterbildung
3.1 Erhebungs- und Auswertungsmethodik
3.1.1 Grundlagen zum Experteninterview als Erhebungsmethode
3.1.2 Interviewleitfaden
3.1.3 Auswahl der Stichproben
3.1.4 Planung und Durchführung der Interviews
3.2 Datenaufbereitung und Analyse
3.3 Darstellung und Auswertung der Interviews
3.3.1 Auf die Suche, fertig, los: Wer gewinnt?
3.3.2 Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz in Zeiten des Ärztemangels
4 Reflexion und Zusammenfassung der Ergebnisse
4.1 Der Weg zum Traumjob: Barrieren umgehen, Chancen ergreifen
4.2 Voraussetzungen für langfristige Bindung der Mitarbeiter
4.3 Limitationen
5 Ausblick
5.1 Empfehlungen für die potenziellen Fachkräfte
5.2 Anregungen für die Entscheidungsträger in den Kliniken
6 Anhang
Anhang A: Checkliste für die Bewerber auf Assistenzarztstellen
Anhang B: Screenshot der Oberfläche von „f4analyse“
Anhang C: Interviewleitfaden erste Stichprobe
Anhang D: Interviewleitfaden zweite Stichprobe
Anhang E: Interviewprotokollbogen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die hemmenden und fördernden Faktoren für die Beschäftigung osteuropäischer Mediziner im deutschen Gesundheitswesen aus der Sicht der betroffenen Ärzte zu identifizieren, um so Ansätze zur verbesserten Integration und langfristigen Mitarbeiterbindung zu entwickeln.
1 Einleitung
Das Gesundheitssystem in Deutschland steht von einem sich zunehmend verschärfendem Problem – dem Fachkräftemangel. Laut einer Studie von PriceWaterhouseCoopers (PwC) würden bis 2020 wegen der steigenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, sinkenden Absolventenzahlen und verstärkten Renteneintritten voraussichtlich 33.000 Ärzte fehlen. 2030 blieben sogar 76.000 Vollzeitstellen unbesetzt. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind derzeit ca. 33.500 Ärzte in der ambulanten Versorgung tätig. Diese Zahlen bedeuten, dass bereits in vier Jahren deutschlandweit vergleichsweise genauso viele Ärzte fehlen werden, die heute die gesamte ambulante ärztliche Versorgung im NRW sicherstellen. Ohne konsequent eingeleitete Maßnahmen steuert Deutschland auf einen massiven Fachkräftemangel von Ärzten zu.
Neben der Verbesserung von Arbeitsbedingungen gehört zu dem breiten Maßnahmenkatalog eine aktive Anwerbung von Ärzten aus dem Ausland. Die Gesamtzahl der berufstätigen ausländischen Ärzte in Deutschland steigt kontinuierlich innerhalb der letzten 15 Jahren. Die meisten Ärzte kommen aus Rumänien, Österreich und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Der Anteil von Ärzten aus GUS in Deutschland ist mit 9 % relativ groß und weist eine steigende Tendenz auf. Die kulturelle Nähe zwischen Deutschland und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, sowie eine große Zahl von Deutschsprechenden dort und nicht zuletzt die qualitativ hohe medizinische Hochschulbildung, sprechen für die Gewinnung dieser Ärzte für das deutsche Gesundheitswesen.
Auch die Rekrutierungspraxis bestätigt ein großes Interesse seitens der Ärzte aus den vier o.g. Ländern an einer Facharztweiterbildung in Deutschland, allerdings ist die Anzahl von tatsächlich Immigrierten vergleichsweise klein. Es ergibt sich die Frage, welche Faktoren die Mediziner an der Emigration nach Deutschland hindern.
Die vorliegende Arbeit befasst sich somit mit den Barrieren bei der Gewinnung von Ärzten aus Russland, Weißrussland, Ukraine und Kasachstan. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die hemmenden und fördernden Faktoren für die Beschäftigung osteuropäischer Mediziner aus Sicht der Ärzte zu erschließen.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den zunehmenden Ärztemangel in Deutschland, identifiziert ausländische Mediziner als wichtige Zielgruppe zur Sicherung der Versorgung und legt das Forschungsziel dar.
2 Die Bedeutung des Ärztemangels in Deutschland und aktuelle Lösungskonzepte: Dieses Kapitel analysiert das Ausmaß und die Ursachen des Ärztemangels und diskutiert die internationale Rekrutierung sowie das spezifische Potenzial osteuropäischer Mediziner.
3 Empirische Untersuchung zu Barrieren und Erfolgsfaktoren auf dem Weg zur Facharztweiterbildung: Hier wird die Methodik der Experteninterviews beschrieben und die Ergebnisse bezüglich der Hindernisse bei der Jobsuche sowie der Arbeitsplatzzufriedenheit analysiert.
4 Reflexion und Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel reflektiert kritisch die Auswertungsergebnisse, fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu Barrieren und Erfolgsfaktoren zusammen und bietet eine Zusammenfassung für die Beantwortung der Forschungsfragen.
5 Ausblick: Der Ausblick schließt mit konkreten Empfehlungen für potenzielle Fachkräfte und Anregungen für Personalverantwortliche, um die Integration und Bindung ausländischer Ärzte langfristig zu sichern.
6 Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Dokumente wie Checklisten für Bewerber, Leitfäden für die Interviews sowie den Dokumentationsbogen der Untersuchung.
Ärztemangel, Fachkräftegewinnung, Osteuropäische Mediziner, Facharztweiterbildung, Arbeitsimmigration, Experteninterview, Berufsanerkennung, Approbation, Arbeitsplatzzufriedenheit, Mitarbeiterbindung, Gesundheitswesen, Rekrutierung, Integration, Patientenversorgung, Arbeitsmarkt.
Die Arbeit analysiert die Barrieren und Erfolgsfaktoren, die bei der Gewinnung von osteuropäischen Ärzten für das deutsche Gesundheitssystem eine Rolle spielen, um den zunehmenden Ärztemangel zu lindern.
Die Schwerpunkte liegen auf der aktuellen Situation des Ärztemangels, der Rekrutierung aus dem Ausland, den Hürden bei der Berufsanerkennung und der Arbeitszufriedenheit ausländischer Assistenzärzte.
Das primäre Ziel ist es, die hemmenden und fördernden Faktoren aus der Perspektive der Ärzte zu identifizieren, um bessere Strategien für deren Anwerbung und langfristige Bindung an deutsche Kliniken zu entwickeln.
Die Verfasserin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf Experteninterviews mit Ärzten aus Russland, Weißrussland, der Ukraine und Kasachstan sowie einer Oberärztin als Personalverantwortliche.
Im Hauptteil werden sowohl die individuellen Erfahrungen der Ärzte während des Such- und Anerkennungsprozesses als auch ihre Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern analysiert.
Wichtige Begriffe sind Ärztemangel, Facharztweiterbildung, Berufsanerkennung, Arbeitsimmigration und langfristige Mitarbeiterbindung.
Viele qualifizierte Ärzte aus Nicht-EU-Ländern scheitern oder zögern ihre Emigration hinaus, weil der langwierige und bürokratische Prozess der Berufsanerkennung sowie das Erreichen der Approbation hohe Hürden darstellen.
Da die Mehrheit der befragten Ärzte der Generation Y angehört, spielt der Wunsch nach guter Führung, anspruchsvollen Aufgaben, Feedback und einer besseren Work-Life-Balance eine entscheidende Rolle für deren Verbleib in einer Klinik.
Vorbereitungskurse, die neben der Sprache auch fachliche Einführung und interkulturelle Kompetenzen vermitteln, sind essenziell, um Wissenslücken zu schließen und Missverständnisse bei der Hospitation oder im Arbeitsalltag zu vermeiden.
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