Bachelorarbeit, 2017
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1 Die Härtefallkommissionen
2.2 Migrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland
3. Theoretischer Hintergrund und Hypothesen
3. 1. Einfluss der Parteien
3.2. Sozioökonomische Situation
3.3. Nichtregierungsorganisationen
4. Analyse
4.1. Operationalisierung der abhängigen Variablen
4.2. Operationalisierung der unabhängigen Variablen
4.2.1 Einfluss der Parteien
4.2.2. Sozioökonomische Situation
4.2.3 Nichtregierungsorganisationen
4.4 Umgang mit fehlenden Werten
4.5. Methodische Vorgehensweise
5. Ergebnisse
5.1. Regressionsanalyse
5.2. Überprüfung der Modellannahmen
5.3. Interpretation der Ergebnisse
6. Diskussion und Kritik
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Entscheidungspraxis der Härtefallkommissionen der deutschen Bundesländer im Zeitraum von 2005 bis 2015. Ziel ist es, durch eine quantitative Analyse zu identifizieren, welche politischen und sozioökonomischen Variablen die Divergenzen in den Erfolgskennzahlen zwischen den Bundesländern systematisch erklären können.
1. Einleitung
Migrationspolitik stellt einen bedeutenden Aspekt der Staatstätigkeit dar, da mittlerweile „alle modernen Demokratien (...) mit Migration konfrontiert“ sind (Scholz 2012, S.17). Auf politischer Ebene herrschte in Deutschland bis in die 1990er vorübergehend Konsens zwischen den Parteien. Der dann einsetzende Wandel führte zu einer zunehmenden politischen Polarisierung und gesetzlichen Neuerungen (Zohlhöfer & Schmidt 2006, S.518; Scholz 2012, S.166). Heutzutage findet auf allen föderalen Ebenen in Deutschland eine Auseinandersetzung mit Migranten und Asylsuchenden statt. Dabei zeigt sich eine divergierende Ausgestaltung von zahlreichen Feldern der Migrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland: Bei Integrationsleistungen, Einbürgerungs- und Anerkennungsquoten (Aumüller, Daphi & Biesenkamp, 2015; Henkes, 2008; Thränhardt 2008; Riedl & Schneider 2016).
Die Härtefallkommissionen, als Teil der Migrationspolitik in Deutschland, sind auf Ebene der Bundesländer angesiedelt. Diese können auf Anweisung des zuständigen Ministeriums Aufenthaltstitel an ausreisepflichtige Ausländer vergeben und besitzen somit eine Kompetenz, die bisher ausschließlich der Bund innehatte (Göbel-Zimmermann, 2007; Schammann 2015). Die Möglichkeit zur Einrichtung einer Härtefallkommission besteht seit dem neuen Zuwanderungsgesetz 2005.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Migrationspolitik der Bundesländer ein und begründet die Relevanz der Untersuchung der Härtefallkommissionen als Forschungslücke.
2. Forschungsstand: Hier werden die Gründung, Zusammensetzung und Arbeitsweise der Härtefallkommissionen beleuchtet und in den wissenschaftlichen Kontext der Migrationsforschung eingeordnet.
3. Theoretischer Hintergrund und Hypothesen: Dieses Kapitel leitet Hypothesen über den Einfluss parteipolitischer, sozioökonomischer und zivilgesellschaftlicher Faktoren auf die Entscheidungspraxis ab.
4. Analyse: Es erfolgt die Beschreibung des quantitativen Vorgehens, die Operationalisierung der Variablen sowie der Umgang mit dem Datensatz und der gewählten statistischen Methode.
5. Ergebnisse: Die statistische Auswertung wird präsentiert, auf die Robustheit der Modelle geprüft und anschließend inhaltlich interpretiert.
6. Diskussion und Kritik: Die Arbeit reflektiert hier die Ergebnisse kritisch, diskutiert die Limitationen der Untersuchung und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.
7. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse über die variierenden Erfolgskennzahlen der Härtefallkommissionen und deren Abhängigkeit von politischen Rahmenbedingungen rekapituliert.
Härtefallkommissionen, Migrationspolitik, Bundesländer, Entscheidungspraxis, Zuwanderungsgesetz, Parteieneffekt, Asylpolitik, quantitative Analyse, Regressionsanalyse, Nichtregierungsorganisationen, Integrationspolitik, Stattgabequote, Föderalismus, Aufenthaltsrecht, politische Steuerung.
Die Arbeit analysiert die Entscheidungspraxis der Härtefallkommissionen in den deutschen Bundesländern im Vergleich zwischen 2005 und 2015.
Zentral sind der Einfluss von Parteipolitik, sozioökonomischen Bedingungen und die Rolle von Nichtregierungsorganisationen auf die Erfolgskennzahlen von Härtefallanträgen.
Das Ziel ist es, Variablen zu identifizieren, die die systematischen Unterschiede in den Quoten (Beratung, Ersuchen, Stattgabe) zwischen den Bundesländern erklären können.
Die Autorin führt eine quantitative Analyse mittels Time-Series Cross-Section Modellen sowie Regressionsanalysen (u.a. Random-Effekt-Modelle) durch.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der Datenbasis und Methodik sowie die Durchführung und Interpretation der statistischen Regressionsanalysen.
Wichtige Begriffe sind Härtefallkommissionen, Migrationspolitik, Föderalismus, parteipolitische Steuerung und quantitative Wirkungsanalyse.
Die statistische Auswertung legt nahe, dass ein rechter Innenminister signifikant negativ auf die Beratungs-, Stattgabe- und Erfolgsquoten wirkt.
Die Arbeit zeigt, dass die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure und Organisationen die Entscheidungspraxis beeinflusst, wobei insbesondere die Expertise dieser Akteure eine Rolle spielt.
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