Bachelorarbeit, 2005
29 Seiten, Note: Sehr gut
0 Einleitung
1 Hauptteil
1.1 Allgemeines
1.2 Methode
1.2.1 Bewertungsschema
1.2.2 Erstellung individueller Photos
1.2.3 Erstellung der Composites
1.2.4 Vermessung der Gesichter
1.2.5 Berechnung der Asymmetrie
1.2.6 Vermessung/Kalkulation der Durchschnittlichkeit
1.2.7 Statistische Tests
1.2.8 Kalkulation der metrischen Gesichtsdimensionen
1.3 Ergebnisse
1.3.1 Composites im Vergleich mit individueller Attraktivität
1.3.2 Composites im Vergleich mit individuellen Gesichtern: Durchschnittlichkeit und Symmetrie
1.3.3 Asymmetrie und Attraktivität
1.3.4 Durchschnittlichkeit und Attraktivität
1.3.5 Gesichtszüge und Attraktivität
2 Nachspann
2.1 Diskussion
2.2 Literaturverzeichnis
2.2.1 Verwendete Internetadressen
Die vorliegende Bakkalaureatsarbeit untersucht den Einfluss von Gesichtssymmetrie und Durchschnittlichkeit auf die menschliche Attraktivitätswahrnehmung unter Berücksichtigung evolutionspsychologischer Theorien zur Partnerwahl, insbesondere der Parasitentheorie.
1.1 Allgemeines
Karl Grammer und Randy Thornhill erstellten, wie gesagt, ihre Hypothesen aufgrund der Parasitentheorie. Die Parasitentheorie auch Hamilton-Zuk-Theorie genannt (Hamilton & Zuk 1982, Science 218: 384-387), befasst sich mit dem Parasitenbefall als entscheidenden Faktor in der Partnerwahl. In einem zwischenartlichen Vergleich mit 109 Vogelspezies zeigten William D. Hamilton und Marlene Zuk, dass Arten, bei denen Männchen ein auffälliges, prächtiges Brutkleid ausbilden, einen höheren Parasitenbefall aufweisen als Arten, bei denen Männchen ein weniger prächtiges Brutgefieder aufweisen.
Für den innerartlichen Vergleich sagt die Hamilton-Zuk-Hypothese voraus, dass Männchen mit besonders gut ausgebildeten sekundären Geschlechtsmerkmalen weniger Parasiten aufweisen als Männchen mit weniger gut ausgebildeten sekundären Geschlechtsmerkmalen. Sekundäre Geschlechtsmerkmale werden dabei als Handicaps verstanden, die sich negativ auf die Überlebensfähigkeit auswirken, aber gleichzeitig genetische Resistenz anzeigen (Maynard Smith 1985, J Theoretische Biologie 115, 1-8).
Weibchen können demnach Männchen mit hoher genetischer Parasitenresistenz an ihrem Gefieder erkennen und so eine Wahl treffen, die ihren Nachkommen bessere Überlebenschancen gibt. Allgemeiner ausgedrückt, repräsentiert die Ausbildung eines sexuell selektierten Merkmals einen Trade-off zwischen sexueller Selektion und Parasitenresistenz. Wirtsresistenz und Parasitenvirulenz folgen dabei einem zyklischen dynamischen Prozess, d.h. auf jeden neuen evolutionären Schritt der Wirte bezüglich ihrer Parasitenresistenz kann der Parasit mit einer Anpassung seinerseits reagieren. Im nächsten Schritt werden die Wirtstiere wiederum auf eine verbesserte Resistenz gegen den neuen Parasitentyp selektiert usw. Ein Variationsstop des bevorzugt selektierten Merkmals wird somit nicht erreicht, es können also nie alle Konkurrenten gleich "gute" Gene besitzen (Hamilton & Zuk, 1982).
0 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Motivation für das gewählte Thema und stellt die Forschungsfrage nach der mathematischen Verifizierbarkeit von Attraktivität anhand der Konzepte Symmetrie und Durchschnittlichkeit.
1 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert die theoretischen Grundlagen (Parasitentheorie, Immunokompetenzhypothese), beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung und Vermessung der Gesichtsporträts sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Attraktivität und anderer Variablen.
2 Nachspann: Das letzte Kapitel bietet eine kritische Diskussion der Ergebnisse, ordnet diese in den Kontext bisheriger Forschung ein und zieht Schlussfolgerungen zur Bedeutung von Symmetrie und sekundären Geschlechtsmerkmalen für die menschliche Attraktivität.
Gesichtsattraktivität, sexuelle Selektion, Parasitentheorie, Symmetrie, Durchschnittlichkeit, Immunokompetenz, Partnerwahl, Composite, Evolutionspsychologie, sekundäre Geschlechtsmerkmale, genetische Qualität, Testosteron, morphologische Merkmale, Gesichtsproportionen.
Die Arbeit befasst sich mit den biologischen und mathematischen Grundlagen der menschlichen Gesichtsattraktivität und wie diese mit evolutionären Prozessen, speziell der Partnerwahl, verknüpft ist.
Zentral sind die Rolle der Gesichtssymmetrie, der Durchschnittlichkeit, der Parasitenresistenz sowie der Einfluss sekundärer Geschlechtsmerkmale auf die Attraktivitätsbeurteilung.
Ziel ist es zu erforschen, ob und wie morphologische Merkmale von Gesichtern mathematisch als Indikatoren für genetische Qualität und Gesundheit interpretiert werden können.
Es werden computergestützte "Composites" erstellt, deren Merkmale vermessen und mittels statistischer Korrelationsanalysen (T-Tests) mit menschlichen Attraktivitätsbewertungen verglichen werden.
Der Hauptteil erläutert evolutionäre Theorien wie die Hamilton-Zuk-Hypothese und die Immunokompetenzhypothese und verknüpft diese mit der methodischen Datenerhebung und den statistischen Ergebnissen der Gesichtsanalysen.
Wichtige Schlagworte sind Gesichtsattraktivität, sexuelle Selektion, Parasitentheorie, Symmetrie und Durchschnittlichkeit.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen bei Männern zusätzlich zur Symmetrie stärker ausgeprägte sekundäre Geschlechtsmerkmale bevorzugen, welche in Composites durch die Mittelung verloren gehen können.
Die Studie bestätigt, dass die Gesichtssymmetrie einen positiven Einfluss auf die Attraktivitätsbeurteilung hat und somit als potenzielles „Gesundheitszertifikat“ im Sinne der sexuellen Selektion fungiert.
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