Diplomarbeit, 2005
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Mädchenarbeit in der Tradition der Feministischen Theorien
2.1 Kurze Entstehungsgeschichte
2.2 Zentrale, handlungsleitende Begriffe der außerschulischen Mädchenarbeit
2.2.1 Prinzipien der außerschulischen Mädchenarbeit
2.2.2 Gender Mainstreaming in der Jugendarbeit
2.3 Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht
2.3.1 Die soziale Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit
2.3.2 Dekonstruktion von Geschlecht
3. Die Lebenswelt der Mädchen heute
3.1 Wissenschaftliche Ergebnisse zur Lebenssituation von Mädchen
3.1.1 Schule und Bildung
3.1.2 Familienorientierung
3.1.3 Werteorientierung
3.1.4 Politik und soziales Engagement
3.1.5 Selbstzufriedenheit
3.2 "Modernisierte Mädchenwelten"
3.2.1 Weibliches Selbstvertrauen
3.2.2 Weibliche Bewältigungsstrategien
4. Das Verhältnis von Theorie und Praxis
4.1 Der geforderte Paradigmenwechsel
4.1.1 Neue Mädchen – alte Konzepte?
4.1.2 Kritische Betrachtung der gängigen Mädchenarbeit
4.1.3 Kritische Betrachtung der dekonstruktivistischen Denkweise
4.2 Möglichkeiten und Notwendigkeiten für eine veränderte Mädchenarbeit
4.2.1 Erwartungen der Mädchen
4.2.2 Erwartungen an die (Sozial)Pädagoginnen
5. Ausblick: Mädchenarbeit ist auf dem Weg!
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Lebenswelt von Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren und hinterfragt auf dieser Grundlage die Notwendigkeit sowie die konzeptionelle Ausrichtung der außerschulischen Mädchenarbeit. Das zentrale Ziel ist es zu erörtern, ob klassische Ansätze der Mädchenarbeit den heutigen Anforderungen gerecht werden oder ob ein Paradigmenwechsel hin zu einer geschlechterreflektierenden Pädagogik erforderlich ist, um Mädchen in ihrer Entwicklung zu starken, selbstbestimmten Subjekten zu unterstützen.
2.3.1 Die soziale Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit
Bis zur Mitte der 80er Jahre war im Rahmen der Frauenforschung das Paradigma der geschlechtsspezifischen Sozialisation, welches nach dem Was fragte, vorherrschend. Dabei galt immer als Prämisse, dass Männer und Frauen in einer biologischen Zweigeschlechtlichkeit der Menschengattung quasi naturhaft vorhanden sind. Ausgelöst im Wesentlichen durch ethnomethodologische Studien, überwiegend aus den USA, wurde eine neue Frage ins Zentrum der Frauenforschung gestellt: Wie entsteht diese Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gibt aufgrund biologischer Gegebenheiten, und wieso ändert sie sich im Laufe des Lebens nicht, d.h. wie wird diese Vorstellung im Alltag interaktiv aufrechterhalten? Vertreterinnen der Ethnomethode beziehen sich auf kulturanthropologische Studien und humanbiologische Sichtweisen, aus denen sich ergeben hat, dass nicht alle Gesellschaften nur zwei Geschlechter kennen und dass nicht in allen Kulturen die Geschlechtszugehörigkeit ein Leben lang beibehalten wird.
Ebenso wird nicht in allen Kulturen angenommen, dass die Genitalien die Geschlechtszugehörigkeit naturhaft anzeigen. Die Anfänge dieser Studien gehen bis auf Margaret Mead zurück, die bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts darauf hingewiesen hat, dass es Gesellschaften gibt, in denen unsere Annahme von der naturhaften Zweigeschlechtlichkeit nicht selbstverständlich ist. Die Frauenforschung unter dem ethnomethodologisch-sozialkonstruktivistischen Ansatz analysiert daher die sozialen Prozesse, die die Zweigeschlechtlichkeit in unserer Kultur hervorbringt, und die ständige Rekonstruktion dieser Zweigeschlechtlichkeit, die gleichzeitig als Stabilisator lebenslang wirkt.
"Die Konstruktionsweisen der Zweigeschlechtlichkeit, die unterschiedlichen Modi und Medien der Geschlechterkonstruktion, sind ebenso ihr Thema wie die Naturalisierungsprozeduren, die den Gesellschaftsmitgliedern den Blick darauf verstellen, dass sie selbst daran beteiligt sind, hervorzubringen, was sie immer schon und vor jedem Tun zu haben meinen."
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Debatte über Feminismus und die Diskrepanz zwischen den erreichten Freiheiten und der Lebensrealität junger Mädchen.
2. Mädchenarbeit in der Tradition der Feministischen Theorien: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Mädchenarbeit nach und diskutiert theoretische Ansätze von der geschlechtsspezifischen Sozialisation bis zur Dekonstruktion.
3. Die Lebenswelt der Mädchen heute: Hier werden aktuelle Jugendstudien ausgewertet, um die Lebenssituation, Werteorientierungen und Bewältigungsstrategien von Mädchen in der modernen Gesellschaft zu verdeutlichen.
4. Das Verhältnis von Theorie und Praxis: Dieser Teil analysiert den geforderten Paradigmenwechsel und die kritische Auseinandersetzung zwischen Theoretikerinnen und Praktikerinnen hinsichtlich moderner Konzepte.
5. Ausblick: Mädchenarbeit ist auf dem Weg!: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen verschiedenen Generationen von Mädchenarbeiterinnen zusammen, um eine zeitgemäße, geschlechterreflektierende Pädagogik zu entwickeln.
Mädchenarbeit, Feminismus, Geschlechterforschung, Soziale Konstruktion, Dekonstruktion, Gender Mainstreaming, Doing Gender, Sozialisation, Identitätsbildung, Lebenswelt, Mädchenforschung, Parteilichkeit, Geschlechterreflexion, Jugendhilfe, Empowerment.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem aktuellen Status der sozialpädagogischen Mädchenarbeit. Sie analysiert, wie sich theoretische Diskurse der Frauen- und Geschlechterforschung auf die pädagogische Praxis auswirken.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Mädchenarbeit, die Lebenswelt von Mädchen heute auf Basis aktueller Studien sowie die theoretische Debatte um Geschlechterkonstruktion und Dekonstruktion.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die etablierten Konzepte der Mädchenarbeit angesichts moderner gesellschaftlicher Entwicklungen noch adäquat sind und wie eine zukunftsfähige, geschlechterreflektierende Pädagogik gestaltet sein muss.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung existierender Jugendstudien sowie fachwissenschaftlicher Diskurse basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der heutigen Mädchenwelten und die kritische Auseinandersetzung zwischen Theorie und Praxis der Mädchenarbeit.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mädchenarbeit, Geschlechterforschung, Dekonstruktion, Doing Gender und Empowerment charakterisieren.
Die Arbeit diskutiert Gender Mainstreaming als politisches Konzept der Querschnittsaufgabe und thematisiert die Sorge, dass dadurch spezifische, parteiliche Mädchenförderung an politischer Bedeutung verlieren könnte.
Die Autorin hebt hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen der Gründerinnengeneration der Mädchenarbeit und jüngeren Kolleginnen ein wichtiges Feld für den notwendigen theoretischen und praktischen Transfer neuer Ansätze darstellt.
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