Bachelorarbeit, 2019
55 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Entwicklung der Forschungsfrage sowie Ziel der Arbeit
1.2 Der aktuelle Forschungsstand
1.3 Vorgehensweise
2 Wachsender religiöser Pluralismus und Konzept der Sozialen Integration im Hinblick auf die Muslimische Einwanderung
2.1 Einwanderung und Konzept der Sozialintegration
2.1.1 Was ist Integration
2.1.2 System und Sozialintegration
2.1.3 Sozialintegrationsmodell und weitere Einflussfaktoren
2.2 Zusammenhalt unter Wahrung des Pluralismus der Gesellschaft
2.2.1 Wachsender religiöser Pluralismus
2.2.2 Konzept des Sozialkapitals
2.2.3 Muslime und Gesellschaftlicher Zusammenhalt
3 Religiosität der Muslime und Wahrnehmung des Islams in Deutschland
3.1 Die Religiosität der Muslime in Deutschland
3.1.1 Wie viele Muslime leben in Deutschland
3.1.2 Vergleich der Religiosität von Muslimen und gesamt deutscher Bevölkerung
3.1.3 Religiosität unter den Muslimen Jugendlichen
3.2 Wahrnehmung von Islam und Muslimen
3.2.1 Zunehmende Ablehnung der Bevölkerung gegenüber Islam und Muslimen
3.2.2 Toleranz und Offenheit gegenüber Islam im Verhältnis zu anderen Religionen
4 Integration und gesellschaftlicher Teilhabe von Muslimen
4.1 Sozialintegration von Muslimen
4.1.1 Erwerb von Landessprache und Beteiligung am Erwerbsleben
4.1.2 Freizeitkontakte von Muslimen
4.1.3 Verbundenheit von Muslimen mit Deutschland
4.2 Engagement im Bereich Flüchtlingshilfe von Muslimen im verglich zu gesamt Bevölkerung
4.2.1 Religionsgemeinschaften und Flüchtlingshilfe
4.2.2 Weitere Einflussfaktoren für Flüchtlingshilfe
4.2.3 Was Beeinflusst die Integration von Muslimen
5 Islam in den deutschen Medien
5.1 Islambild wird heute medial geprägt
5.2 Lage und Häufigkeit der Berichterstattung
5.3 Wie “Framen“ Medien den Islam
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Verbundenheit von Muslimen mit Deutschland und der wachsenden Ablehnung des Islams in der Gesellschaft, mit dem zentralen Fokus auf der Frage, ob eine hohe Religiosität tatsächlich ein Integrationshindernis darstellt oder ob andere sozioökonomische Faktoren eine stärkere Rolle spielen.
3.1.2 Vergleich der Religiosität von Muslimen und gesamt deutscher Bevölkerung
Die Ergebnisse des Religionsmonitors 2008 zeigen, dass eine große Mehrheit, etwa 90 Prozent der befragten Muslime in Deutschland als religiös oder sehr religiös eingeschätzt werden können. Die drei Kategorien der Zentralität von Religiosität, wurden auf der Grundlage der Antworten auf die Fragen zu den fünf Dimensionen von Religiosität: religiöse Reflexivität, Glaube, Religionspraxis in der Gemeinschaft, private Religionspraxis und Gotteserfahrung eingestuft. Während gemeinschaftliche religiöse Praxis der Befragten 66 Prozent, also vergleichsweise deutlich niedriger ist, ist die private religiöse Praxis in Form des täglichen Gebets dagegen recht hoch. Laut Ergebnissen, betet ein Drittel der Befragten insgesamt, mindestens 2 bis 4-mal am Tag, und 28 Prozent geben auch an, alle fünf Pflichtgebete zu absolvieren. Eine Zusammenfassung des Intensitätsindexes über die Fragen zur ideologischen Dimension der Religiosität (Glaube an Gott und ein Leben nach dem Tod) zeigen ebenfalls generell hohe Werte. Im Durchschnitt glauben 78 Prozent der Muslime sehr stark an Gott und ein Leben nach dem Tod. Es lässt sich also feststellen, dass die Zentralität der Religiosität die größte Bedeutung für Glaubensvorstellungen und Praktiken von Muslimen in Deutschland besitzt (Vgl. Bertelsmann Stiftung 2008, 17).
Im Rahmen des Religionsmonitors 2008, wurde auch die Religiosität der Muslimen mit der Gesamt deutschen Bevölkerung in verschiedenen Altersstufen verglichen (vgl. Tabelle 2). Die Studie könnte zeigen, dass Muslimen in allen Altersstufen im Allgemeinen als andere Bevölkerung mehr religiös sind. Zwar haben 28 Prozent der gesamtdeutschen Senioren ab 60 ein hochreligiöses Profil aber dieser Anteil sinkt stetig auf nur noch 10 Prozent unter den 30 bis 39-jährigen und unter den jungen Erwachsenen liegt der Anteil von hochreligiösen nur 14 Prozent. Im Gegensatz dazu, lassen die 18 bis 29 jährigen Muslime in Deutschland mit einem Anteil von 43 Prozent Hochreligiösen, alle älteren Altersgruppen einschließlich der Senioren (40 Prozent) hinter sich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob hohe Religiosität bei Muslimen ein Integrationshindernis darstellt, und skizziert den aktuellen Forschungsstand sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Wachsender religiöser Pluralismus und Konzept der Sozialen Integration im Hinblick auf die Muslimische Einwanderung: Das Kapitel definiert grundlegende Integrationsbegriffe und untersucht das Spannungsfeld zwischen religiösem Pluralismus und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.
3 Religiosität der Muslime und Wahrnehmung des Islams in Deutschland: Es wird die Religiosität von Muslimen analysiert, mit anderen Bevölkerungsgruppen verglichen und die zunehmende Ablehnung des Islams in der deutschen Bevölkerung beleuchtet.
4 Integration und gesellschaftlicher Teilhabe von Muslimen: Dieses Kapitel untersucht die verschiedenen Dimensionen der Sozialintegration, wie Sprache und Erwerbstätigkeit, sowie das Engagement von Muslimen in der Flüchtlingshilfe.
5 Islam in den deutschen Medien: Der Abschnitt befasst sich mit der medialen Prägung des Islambildes, der Rolle von Framing und wie eine negative Berichterstattung die gesellschaftliche Wahrnehmung beeinflusst.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Religiosität kein Hindernis für eine gelungene Integration ist, während mediale Verzerrungen die Wahrnehmung negativ beeinflussen.
Religiosität, Muslime, Deutschland, Integration, Sozialintegration, Islam, Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Islamfeindlichkeit, Medienberichterstattung, Sozialkapital, Flüchtlingshilfe, Akkulturation, Religiositätsindex, Vorurteile, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von muslimischen Migranten zur deutschen Gesellschaft und prüft, ob die intensiv gelebte Religiosität der Muslime ein tatsächliches Integrationshindernis darstellt.
Die Schwerpunkte liegen auf Sozialintegration, religiösem Pluralismus, der Wahrnehmung des Islams in Deutschland und dem Einfluss der Medien auf das Islambild.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Verbundenheit von Muslimen mit Deutschland und die wachsende Ablehnung des Islams zusammenhängen und ob die Religiosität hierbei eine Rolle als Hindernis spielt.
Die Autorin stützt sich auf eine qualitative Inhaltsanalyse und wertet diverse Studien und Datenquellen wie den Religionsmonitor aus.
Der Hauptteil analysiert theoretische Integrationskonzepte, vergleicht die Religiosität von Muslimen mit der Gesamtbevölkerung, untersucht Teilhabe und Engagement (z.B. Flüchtlingshilfe) und beleuchtet die mediale Konstruktion von Islambildern.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Integration, Religiosität, Islam, Sozialkapital, Medienberichterstattung und Diskriminierung beschreiben.
Die Flüchtlingshilfe dient als Beispiel für das zivilgesellschaftliche Engagement, bei dem sich zeigt, dass religiöse Motivationen sogar positiv zur Teilhabe beitragen können.
Der Autor argumentiert, dass Medien durch eine negative Agenda und selektive "Framing"-Prozesse maßgeblich dazu beitragen, dass Muslime in der öffentlichen Wahrnehmung als Problemgruppe wahrgenommen werden.
Ja, Studien deuten darauf hin, dass junge Muslime in Deutschland oft eine sehr starke religiöse Identität besitzen, was sie in diesem Aspekt von der gesamtdeutschen Bevölkerung abhebt.
Die Integration von Muslimen findet trotz bestehender Vorurteile statt; Integrationsdefizite sind primär auf sozioökonomische und kulturelle Bedingungen zurückzuführen, nicht auf die Religion an sich.
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