Bachelorarbeit, 2019
55 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Eingrenzung
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Zur Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland
2.1 Fluchtgründe
2.2 Flüchtling
2.3 Minderjährig - Altersfeststellung
2.4 Unbegleitet
2.5 Trauma
2.6 Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland
2.7 Zur Verbreitung von Psychotraumata bei UmF
2.8 Clearingverfahren
2.9 Inobhutnahme
2.10 Das Asylverfahren - Aufenthaltsstatus
3 Problemfelder
3.1 Forschungsstand
3.2 Spannungsverhältnis zwischen Jugendhilfe- und Ausländerrecht
3.3 Zur Verbesserung des Clearingverfahrens
3.4 Qualifizierungsbedarf nicht-pädagogischer Mitarbeiter
4 Traumatisierung
4.1 Zur Entstehung von Psychotraumata
4.2 Psychische Belastungserfahrungen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
4.3 Folgen von Traumatisierung
4.4 Bedarf nach traumasensiblem Umgang
4.5 Die Suche nach dem „Guten Grund“ – Diagnostisches Fallverstehen
5 Traumapädagogik
5.1 Was ist Traumapädagogik
5.2 Standards und Methoden der Traumapädagogik
5.3 Ausbildungs- und Wissenstand der Fachkräfte
6 Pädagogisches Arbeiten mit traumatisierten UmF in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
6.1 Der pädagogische Auftrag
6.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
6.3 Traumapädagogisches Arbeiten mit UmF
6.4 Selbstfürsorge für pädagogische Fachkräfte
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Betreuung traumatisierter unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UmF) in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, um Handlungsbedarfe zu identifizieren und den Nutzen eines traumasensiblen pädagogischen Ansatzes zur Verbesserung der Lebens- und Integrationsperspektiven dieser Zielgruppe aufzuzeigen.
4.5 Die Suche nach dem „Guten Grund“ – Diagnostisches Fallverstehen
Zwar wurden in der Vergangenheit mehrere Testverfahren entwickelt um eine Traumatisierung festzustellen, jedoch lässt sich mit diesen nicht immer eine eindeutige Diagnose stellen, was mitunter an den durch DSM und ICD festgelegten Kriterien liegt, denen Kinder und Jugendliche trotz traumatischer Belastung nicht immer voll entsprechen, weshalb in einer ausführlichen Anamnese weiter Daten erhoben werden müssen (vgl. Korittko 2016, S.55ff).
Die Verhaltensweisen, die traumatisierte UmF an den Tag legen, können je nach Ausbildung, Vorwissen und Sensibilisierung für die Thematik der Traumatisierung der beteiligten Fachkräfte, besonders derer im pädagogischen und medizinischen, auch gerne als Ausdruck für andere psychische Erkrankungen gedeutet werden, oder gar als kontraproduktives, „trotziges“ Verhalten, dass die Lebensführung der Jugendlichen negativ beeinflusst (vgl. ebd., S. 39f). Dabei wird außer Acht gelassen, dass es für das ungewöhnliche Auftreten der UmF häufig einen „guten Grund“ gibt, welche darin liegen, dass sie in der Vergangenheit ihr Überleben nur durch bestimmte Handlungen sicherstellen konnten, die zwar in ihrem aktuellen Lebenskontext in den wenigsten Situationen noch sinnvoll erscheinen, aber in ihrer Vergangenheit durchaus nutzbringend waren (vgl. Volmer 2017, S.223f).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Flüchtlingskrise, die hohe Zahl unbegleiteter Minderjähriger und die damit verbundenen Überforderungen im pädagogischen Alltag, was zur Forschungsfrage nach der Notwendigkeit traumapädagogischer Ansätze führt.
2 Zur Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, analysiert statistische Daten zur Anzahl und Traumatisierung von UmF und untersucht die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen wie Clearingverfahren und Asylrecht.
3 Problemfelder: Es werden die Mängel in der Datenlage, das Spannungsfeld zwischen Ausländerrecht und Jugendhilfe sowie der Qualifizierungsbedarf der im Asylprozess beteiligten Akteure kritisch hinterfragt.
4 Traumatisierung: Das Kapitel erläutert die Entstehung von Psychotraumata, die spezifischen Belastungsfaktoren für UmF im Herkunftsland und während der Flucht sowie die vielfältigen Symptome und Folgen, die einen traumasensiblen Umgang notwendig machen.
5 Traumapädagogik: Es wird die theoretische Herleitung der Traumapädagogik skizziert, deren Standards und Methoden dargelegt sowie der aktuelle Ausbildungs- und Wissensstand der Fachkräfte bewertet.
6 Pädagogisches Arbeiten mit traumatisierten UmF in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Hier werden praktische Handlungsvorschläge für den pädagogischen Alltag in Wohngruppen unterbreitet, wobei besonderer Wert auf den „sicheren Ort“, die Beziehungsarbeit und die Selbstfürsorge der Fachkräfte gelegt wird.
7 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine verbesserte Sensibilisierung und die Implementierung traumapädagogischer Ansätze entscheidend sind, um unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen trotz der widrigen Bedingungen im Asylsystem eine positive Lebensgestaltung zu ermöglichen.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UmF, Traumatisierung, Traumapädagogik, Jugendhilfe, Clearingverfahren, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Asylverfahren, diagnostisches Fallverstehen, pädagogische Fachkräfte, psychische Belastung, Trauma, Flüchtlingshilfe, soziale Arbeit.
Die Arbeit untersucht die Situation von traumatisierten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UmF) in der deutschen stationären Kinder- und Jugendhilfe und erarbeitet, wie durch traumasensible Pädagogik eine bessere Unterstützung bei der Aufarbeitung von Erlebnissen möglich ist.
Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Verbreitung von Traumata bei UmF, die Herausforderungen bei der Diagnostik und das Spannungsfeld zwischen pädagogischem Auftrag und ausländerrechtlichen Vorgaben.
Das Ziel ist zu klären, was getan werden muss, um traumatisierten UmF bei der Bearbeitung ihrer Psychotraumata in der stationären Jugendhilfe wirksam zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Untersuchung, die aktuelle wissenschaftliche Fachliteratur, Berichte von Verbänden sowie statistische Daten heranzieht, um den Forschungsgegenstand fundiert darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenssituation von UmF, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Traumatisierungsprozessen, eine Erörterung traumapädagogischer Standards und konkrete Empfehlungen für die pädagogische Alltagsarbeit.
Die zentralen Begriffe sind: unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Traumapädagogik, stationäre Jugendhilfe, Clearingverfahren, PTBS und diagnostisches Fallverstehen.
Es bildet die Grundlage für den Hilfeplan; wird dort der therapeutische Bedarf nicht korrekt identifiziert, bleibt die pädagogische Hilfe defizitär und der Jugendliche erfährt nicht die Unterstützung, die er zur Bewältigung seiner Situation benötigt.
Es ist die Annahme, dass scheinbar störende Verhaltensweisen von traumatisierten Jugendlichen ursprünglich Überlebensstrategien waren, die in ihrer Vergangenheit Sinn ergaben und nun als solche verstanden werden müssen, statt sie nur als Defizit zu bewerten.
Die Arbeit mit traumatisierten Menschen ist hochgradig belastend und birgt die Gefahr der Sekundärtraumatisierung; eine professionelle Selbstfürsorge schützt die Fachkräfte und sichert die Qualität der pädagogischen Arbeit.
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