Bachelorarbeit, 2018
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Coming-of-Age Filme
2.1. Entwicklung des Coming-of-Age Films & Beschreibung genreprägender Beispiele
2.2. Zentrale Merkmale des Genres
3. Boyhood und The Kids Grow Up als Coming-of-Age Filme
3.1. Boyhood (Linklater, USA 2014)
3.1.1. Merkmale des Coming-of-Age Films in Boyhood
3.1.2. Besonderheiten von Boyhood
3.2. The Kids Grow Up (Block, USA 2009)
3.2.1. The Kids Grow Up als Coming-of-Age Film?
4. Vergänglichkeit und Gegenwart in Boyhood und The Kids Grow Up
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Coming-of-Age-Filme durch die Integration dokumentarischer Charakteristika neuartige Zeitkonstrukte entwickeln. Dabei steht die Analyse der Filme "Boyhood" und "The Kids Grow Up" im Zentrum, um deren Darstellung von Vergänglichkeit und Gegenwart innerhalb des Genres zu beleuchten.
3.1.2. Besonderheiten von BOYHOOD
Neben den typischen Merkmalen des Coming-of-Age Films weist BOYHOOD auch einige Besonderheiten auf. Die wichtigste Besonderheit ist dabei zunächst die Darstellung des Alterungsprozesses der Figuren. Da der Film über einen Zeitraum von zwölf Jahren gedreht wurde, altern die Schauspieler im Film mit, sodass ihr tatsächlicher Alterungsprozess mit dem ihrer Rollen übereinstimmt (vgl. Stiletto 2014: 2). Hierdurch wird unter anderem ein dokumentarischer Charakter im Film erzeugt, obwohl die Story dabei fiktional bleibt (vgl. ebd.). Die Darstellung des Alterns ist die offensichtlichste Besonderheit in diesem Film und sollte hier deshalb auch an erster Stelle genannt werden.
BOYHOOD widersetzt sich in einem Aspekt ganz besonders den genretypischen Merkmalen des Coming-of-Age Films: Es gibt keinen Fixpunkt, der den Übergang für den Rite-of-Passage markiert, wie es der Abschlussball in vielen High School Filmen, oder der Abflug des Fliegers in AMERICAN GRAFFITI darstellen. Natürlich könnte angenommen werden, das Verlassen des Elternhauses in Richtung College sei eben dieser Fixpunkt, allerdings widersetzt sich Mason im Film genau dieser Vorstellung vom College. Dies zeigt sich in einem Gespräch, dass er mit Sheena im Diner in Austin führt:
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Coming-of-Age Films ein und definiert die Zielsetzung, anhand der Filme "Boyhood" und "The Kids Grow Up" spezielle Zeitkonstrukte und die Darstellung von Vergänglichkeit zu untersuchen.
2. Coming-of-Age Filme: Dieses Kapitel widmet sich der filmhistorischen Einordnung des Genres, beschreibt die Entwicklung anhand bedeutender Beispiele und definiert die zentralen Merkmale wie Rites-of-Passage und Peer Groups.
3. Boyhood und The Kids Grow Up als Coming-of-Age Filme: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der beiden Hauptobjekte unter besonderer Berücksichtigung ihrer genretypischen Merkmale sowie ihrer spezifischen dokumentarischen Besonderheiten.
4. Vergänglichkeit und Gegenwart in Boyhood und The Kids Grow Up: Dieses Kapitel vergleicht die filmischen Ansätze der beiden Werke und analysiert, wie durch dokumentarische Bezüge und die Zeitspaltung nach Deleuze neue Konzepte von Zeit, Erinnerung und Gegenwart erzeugt werden.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Verbindung von Coming-of-Age und Dokumentation die Entstehung von komplexen Zeitbildern fördert und bietet Ansätze für weiterführende filmwissenschaftliche Forschungen.
Coming-of-Age, Boyhood, The Kids Grow Up, Vergänglichkeit, Gegenwart, Rites-of-Passage, Zeitbild, Gilles Deleuze, Dokumentarfilm, Adoleszenz, Filmgeschichte, Zeitkonstrukte, Identitätsentwicklung, Retrospektivität, Filmanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie Coming-of-Age-Filme durch dokumentarische Elemente neuartige Konzepte von Zeit und Erinnerung erzeugen und wie sich diese von klassischen Genrekonventionen abheben.
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf Richard Linklaters Spielfilm "Boyhood" (2014) und Doug Blocks Dokumentarfilm "The Kids Grow Up" (2009).
Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die beiden Filme durch ihre spezifische Erzählweise und den Einbezug realer Alterungsprozesse besondere Zeitkonstrukte entwickeln, die über das klassische Coming-of-Age-Schema hinausgehen.
Der Autor nutzt die filmwissenschaftliche Genre-Theorie sowie die philosophischen Konzepte des Zeitbildes (Kristallbild) nach Gilles Deleuze, um die zeitliche Strukturierung der Filme zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert die Themen Rites-of-Passage, die Rolle von Peer Groups, die Abwesenheit klassischer Fixpunkte und die inverse Beziehung zwischen Fiktion und Dokumentation in den beiden Filmen.
Wichtige Begriffe sind Rites-of-Passage, Zeitbild, Vergänglichkeit, Gegenwart, Retrospektivität und der dokumentarische Charakter von Spielfilmproduktionen.
Der Film wird als unkonventionell eingestuft, da er über zwölf Jahre hinweg die tatsächliche Alterung der Darsteller dokumentiert, anstatt diese durch Maske oder Schauspielerwechsel zu simulieren.
Das Zeitvergehen fungiert nicht nur als bloßes Hintergrundelement, sondern wird zur zentralen narrativen Kraft, die den Film zu einem Zeitdokument macht und die Charaktere in einen fortlaufenden Prozess des Erwachsenwerdens einbettet.
Da es sich um einen Dokumentarfilm handelt, der mit Archivmaterial aus der Kindheit arbeitet, fungiert der Regisseur selbst als Erzähler, was eine explizit retrospektive Perspektive auf das Erwachsenwerden der Tochter ermöglicht.
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