Bachelorarbeit, 2018
45 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Wahrnehmung von Gesichtern
2.1.1 Interne und Externe Merkmale von be- und unbekannten Gesichtern
2.1.2 Blickbewegungen bei der Wiedererkennung von Gesichtern
2.2 Personenidentifizierung
2.2.1 Die Gegenüberstellung
2.2.1.1 Simultane und sequentielle Gegenüberstellung
2.2.2 Zeugenfaktoren
2.3 Falschaussage & Verdeckung
2.3.1 Falschaussage und Verdeckung in der Forschung
2.3.2 Falschaussage und Verdeckung in der Forensik
3 FRAGESTELLUNGEN & ZIELE
4 MATERIAL & METHODE
4.1 Stichprobe
4.2 Stimuli & Prozedere
4.2.1 Stimuli
4.2.2 Messgeräte
4.2.3 Prozedere
4.2.4 Manipulationscheck
5 AUSWERTUNG
5.1 Trefferquote
5.2 Antwortzeit
5.3 Blickbewegungsdaten
5.3.1 Anzahl Fixationen
5.3.1.1 Anzahl Fixationen außerhalb der Stimuli
5.3.2 Fixationsdauer
6 ERGEBNISSE
6.1 Treffsicherheit
6.2 Antwortzeit
6.3 Blickbewegungsdaten
7 DISKUSSION
7.1 Diskussion der Ergebnisse
7.2 Grenzen der Untersuchung
7.3 Implikationen
8 ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob sich durch die Analyse von Blickbewegungsmustern feststellen lässt, wenn eine Person das Wiedererkennen eines ihr bekannten Gesichts gezielt leugnet. Im Fokus steht dabei die Identifizierung von Anomalien in Antwortzeit, Fixationshäufigkeit und Fixationsdauer, um forensisch verwertbare Indikatoren für Verdeckungsversuche zu generieren.
2.3.1 Falschaussage und Verdeckung in der Forschung
Wenn eine Aufgabe eine hohe kognitive Anstrengung erfordert, resultiert das in einer längeren Fixationszeit, was zu erhöhten Antwortzeiten führt. Gesichter erkennen in einer Lichtbildvorlage ist eine solche Aufgabe. Und auch Lügen erfordert eine hohe kognitive Anstrengung (Baker, Stern, & Goldstein, 1992; Cook, Hacker, Webb, Osher, Kristjansson, Woltz, Kircher, et al., 2012; Griffin & Oppenheimer, 2006).
Je mehr Informationen verarbeitet werden müssen, desto länger die Fixation. Diese Erkenntnis erlaubt Rückschlüsse, an welcher Stelle eine genauere Analyse stattfindet und ein größerer kognitiver Aufwand betrieben wird (Castelhano & Rayner, 2008; Rayner, 1998; Russo, 2011). Das trifft gleichermaßen auf ehrliches (Griffin & Bock, 2000; Griffin, 2001; Meyer, Sleiderink, & Levelt, 1998; Meyer & van der Meulen, 2000) und unehrliches Verhalten zu, denn bei verdeckendem Verhalten wird dieser Effekt noch verstärkt. Beim Lügen muss eine dominante wahre Antwort unterdrückt werden, bevor eine vorformulierte Lüge ausgeführt werden kann. Diese Zunahme von kognitivem Aufwand macht das Lügen schwieriger, als die Wahrheit zu sagen (Spence et al., 2001; Vrij, Fisher, et al., 2008; Zuckerman, DePaulo, & Rosenthal, 1981).
1 EINLEITUNG: Einführung in die menschliche Fähigkeit der Gesichtserkennung und die Problemstellung des bewussten Leugnens von Bekanntheit in forensischen Kontexten.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Darstellung psychologischer Grundlagen zur Gesichtswahrnehmung, Identifizierungsprozessen und der kognitiven Belastung bei Falschaussagen.
3 FRAGESTELLUNGEN & ZIELE: Ableitung der spezifischen Forschungsfragen zur Blickbewegungsmessung beim bewussten Leugnen bekannter Gesichter.
4 MATERIAL & METHODE: Beschreibung des Eye-Tracking-Experiments, der Probandenstichprobe, der Stimuli-Auswahl sowie des methodischen Vorgehens zur Manipulationsprüfung.
5 AUSWERTUNG: Detaillierte deskriptive und statistische Analyse der erhobenen Daten zu Trefferquoten, Antwortzeiten und Blickbewegungsdaten.
6 ERGEBNISSE: Interpretation der statistischen Ergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Forschungsfragen.
7 DISKUSSION: Reflexion der Ergebnisse, kritische Würdigung der methodischen Grenzen sowie Darstellung forensischer Implikationen für die Praxis.
8 ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit und Aufzeigen potenzieller zukünftiger Forschungsansätze.
Gesichtserkennung, Eye-Tracking, Blickbewegungen, Falschaussage, Personenidentifizierung, Fixationsdauer, Lügenerkennung, Forensik, Wahrnehmung, Fixationsmuster, kognitive Anstrengung, Lichtbildvorlage, Treffsicherheit, Augenbewegungen, Täuschung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie sich das Blickverhalten von Personen verändert, wenn diese das Wiedererkennen von prominenten, ihnen bekannten Personen bewusst leugnen.
Die Themen umfassen die kognitive Psychologie der Gesichtserkennung, die Mechanismen von Falschaussagen (Lügen) sowie die Anwendung von Eye-Tracking-Technologien in forensischen Kontexten.
Ziel ist es, messbare Parameter im Blickverhalten zu finden, die als Indikatoren für eine bewusste Verdeckung von Gesichtserkennung dienen können.
Es wurde ein Eye-Tracking-Experiment mit 49 Teilnehmern durchgeführt, bei dem die Probanden bekannte und unbekannte Gesichter in Wahrheits- und Lügen-Konditionen beurteilen mussten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus, die statistische Auswertung sowie die Interpretation der Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gesichtserkennung, Eye-Tracking, Falschaussage, Fixationsmuster und Forensik.
Beim Leugnen bekannter Gesichter konnte ein verstärkter Rückzug des Blickes auf die Augenregion sowie eine Tendenz zum Starren im Vergleich zur Wahrheits-Kondition beobachtet werden.
Entgegen der Hypothese einer längeren Verarbeitungszeit zeigten die Ergebnisse, dass Probanden in der Lügen-Kondition Taktiken entwickelten, um tendenziell schneller zu antworten.
Die Studie zeigt, dass sich die Fixationen beim Lügen signifikant auf die internen Merkmale (Augen) konzentrieren, während externe Merkmale weniger Beachtung finden.
Die Arbeit zeigt das Potenzial auf, weist jedoch darauf hin, dass die Methode zunächst weiter validiert werden muss, bevor sie als verlässliches forensisches Werkzeug dienen kann.
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