Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Fragestellungen
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Moral, Ethos und Ethik
2.2 Normen und Werte
2.3 Wirtschaftsethik, Unternehmensethik und Individualethik
3 Wertemanagementsystem nach Wieland
3.1 Kodifizieren
3.2 Implementieren
3.3 Systematisieren
3.4 Organisieren
3.5 Vorteile von Wertemanagementsystemen
4 Umsetzung und Maßnahmen
4.1 Operationalisierung der Unternehmensgrundwerte
4.1.1 Vorgangsweise
4.1.2 Detaillierungsgrad
4.2 Kommunikation
4.3 Personalpolitische Maßnahmen
4.3.1 Personalauswahl
4.3.2 Anreizsysteme
4.3.3 Coaching
4.3.4 Personalfreisetzung
4.4 Organisationale Maßnahmen
4.4.1 „Ethics-Offices“
4.4.1.1 Aufgaben
4.4.1.2 „Ethics-Officer“
4.4.1.3 „Ethics-Committee“
4.4.2 Aufbauorganisatorische Eingliederung
4.5 Evaluierung der Verhaltensregeln
4.6 Grenzen von Verhaltensregeln
5 Individual- und Tugendethik
5.1 Nikomachische Ethik von Aristoteles
5.1.1 Strebensethik
5.1.2 Einteilung der Tugenden
5.1.3 Beispiele ethischer Tugenden
5.2 Anwendung der aristotelischen Tugendethik
5.2.1 Lehre der rechten Mitte
5.2.2 Entwicklung von tugendhaften MitarbeiterInnen und Führungskräften
5.3 Grenzen der Individual- und Tugendethik
6 Fazit
6.1 Zusammenfassung
6.2 Beantwortung der Forschungsfrage
6.3 Persönliche Stellungnahme
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung von Maßnahmen, die MitarbeiterInnen und Führungskräfte dazu anregen, im Sinne der Individual- und Tugendethik in Übereinstimmung mit unternehmerischen Wertvorstellungen zu handeln. Dabei wird untersucht, wie institutionelle Wertemanagementsysteme durch tugendethische Ansätze ergänzt werden können, um eine nachhaltige Verhaltensänderung zu fördern.
4.1.1 Vorgangsweise
Zunächst sollen die Grundwerte operationalisiert werden: Es soll eindeutig festgelegt werden, wie sich die MitarbeiterInnen im konkreten Einzelfall verhalten sollen. Die einzelnen Verhaltensregeln sollen direkt und kurz – in einem Satz, aber ausreichend detailliert – formuliert werden. Wichtig ist, dass kein Interpretationsspielraum offengelassen wird – es darf keinen Zweifel geben, was mit den jeweiligen Verhaltensregeln gemeint ist. (vgl. Sheehan/Isaac 2014, S. 25 f.) Obligatorisch ist auch, dass zwischen den Grundwerten und Verhaltensregeln Konsistenz herrscht und keine Widersprüche bestehen. Deshalb sollte ausnahmslos jeder Verhaltensgrundsatz von einem höheren Prinzip abgeleitet sein. (vgl. Wieland 2004, S. 35) Die Verhaltensstandards können auf einen bestimmten Adressatenkreis oder auf eine bestimmte Handlung bzw. ein bestimmtes Verhalten bezogen werden. Dadurch soll ein „Commitment“ bzw. eine „konkrete Norm“ entstehen. Dies kann durch eine Wert-Adressaten-Matrix dargestellt werden – wie in Abbildung 2 beispielhaft veranschaulicht wird. (vgl. Clausen 2009, S. 141-143)
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Implementierung von ethischem Handeln in Unternehmen ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Begriffsdefinitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Moral, Ethik, Werten, Normen sowie den verschiedenen Ebenen der Ethik (Wirtschafts-, Unternehmens- und Individualethik) dargelegt.
3 Wertemanagementsystem nach Wieland: Das Kapitel stellt das Modell von Josef Wieland vor, das aus den vier Stufen Kodifizieren, Implementieren, Systematisieren und Organisieren besteht.
4 Umsetzung und Maßnahmen: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den praktischen Instrumenten zur Operationalisierung von Werten, einschließlich Kommunikation, Personalpolitik und organisationaler Strukturen.
5 Individual- und Tugendethik: Dieses Kapitel beleuchtet die aristotelische Tugendethik als ergänzenden Ansatz, um die Motivation und das Handeln des Individuums jenseits starrer Regeln zu fördern.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt eine persönliche Stellungnahme zu den untersuchten Implementierungsstrategien ab.
Wertemanagement, Unternehmensethik, Individualethik, Tugendethik, Implementierung, Verhaltensstandards, Aristoteles, Werte, Normen, Führungskräfte, Personalentwicklung, Compliance, Unternehmenskultur, Motivation, Handlungsrichtlinien.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, wie abstrakte Unternehmenswerte und Prinzipien in den Arbeitsalltag von MitarbeiterInnen und Führungskräften integriert werden können.
Die zentralen Themen sind Wertemanagementsysteme, die Operationalisierung von Verhaltensregeln, die Rolle der Individual- und Tugendethik sowie die praktische Umsetzung durch Personal- und Organisationsmaßnahmen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Durch welche Maßnahmen wird im Rahmen eines Wertemanagementsystems erreicht, dass die MitarbeiterInnen und Führungskräfte im Sinne der Individual- und Tugendethik übereinstimmend mit den unternehmerischen Wertvorstellungen handeln?
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Forschungsarbeit, bei der klassische philosophische Texte, aktuelle Managementliteratur und Fachartikel analysiert wurden.
Der Hauptteil behandelt systematisch das Wertemanagement-Modell nach Wieland sowie verschiedene praktische Maßnahmen zur Operationalisierung, Kommunikation und Evaluation von Werten, ergänzt durch einen Fokus auf die aristotelische Tugendethik.
Die wichtigsten Begriffe sind Wertemanagement, Unternehmensethik, Tugendethik, Implementierung und Verhaltensstandards.
Der Autor argumentiert, dass starre Regelwerke die Autonomie und das eigenverantwortliche Denken der Individuen einschränken, was letztlich der inneren Überzeugung entgegensteht.
Es dient als Orientierungshilfe, um bei Managemententscheidungen nicht in extreme Positionen zu verfallen, sondern eine ausgewogene und vernunftbasierte Lösung für die jeweilige Situation zu finden.
Dies kann durch gezielte Förderung der moralischen Wahrnehmung, Schulungen im Bereich Emotionsmanagement und die Einordnung ethischer Kompetenzen in das Anforderungsprofil von MitarbeiterInnen erfolgen.
Der Autor zeigt auf, dass rein regelbasierte Systeme oft komplexe Situationen nicht abdecken können und die Gefahr besteht, dass die intrinsische Motivation der Beschäftigten zugunsten extrinsischer Kontrolle untergraben wird.
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