Examensarbeit, 2004
171 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Ganztägige Betreuung von Grundschulkindern – eine theoretische Grundlage
1. Begriffsbestimmung für ganztägige schulische und außerschulische Bildungs- und Erziehungsformen
1.1. Ganztagsschule, als Oberbegriff für ganztägig geführte Schulen
1.1.1 Offene Schule
1.1.2 Ganztagsschule
1.1.3 Tagesheimschule
1.2 Fünf Modelle ganztägiger schulischer und außerschulischer Betreuung
1.2.1 Modelle mit additivem Ansatz
1.2.2 Modelle mit integrativem Ansatz
2. Geschichtlicher Überblick über die Entwicklung ganztägiger Betreuung für Grundschulkinder in Deutschland
2.1 Entwicklung der Zuständigkeitsbereiche
2.2 Pädagogische und historische Entwicklung der Ganztagsschule
2.2.1 Von dem `klassischen´ Modell der ganztägigen Unterrichtsschule zur halbtägigen Unterrichtsschule
2.2.2 Entwicklung der Ganztagsschule nach dem Ersten Weltkrieg
2.2.3 Entwicklung der Ganztagsschule nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.4 Entwicklungsstand der Ganztagsschule in den verschiedenen Bundesländern
2.3 Von der `klassischen´ ganztägigen Unterrichtsschule zur `modernen´ Ganztagsschule im angelsächsischen Raum
2.4 Pädagogische und historische Entwicklung des Hortes
III. Ganztägige Betreuung von Grundschulkindern in Nordrhein-Westfalen am Beispiel Wuppertal
1. Betreuungssituation der Stadt Wuppertal
2. Die Konzepte von Hort, `SiT´ und `Dreizehn Plus´ incl. dem Konzept `Verlässliche Grundschule von acht bis eins´ in Nordrhein-Westfalen
2.1 Der Hort in Nordrhein-Westfalen
2.2 Der Schülertreff `SiT´ in Nordrhein-Westfalen
2.3 `Dreizehn Plus´ und die `Verlässliche Grundschule von acht bis eins´ in Nordrhein-Westfalen
3. Das neue Konzept der `Offene Ganztagsschule im Primarbereich´ in Nordrhein-Westfalen
3.1 Auftrag und Ziele der `Offenen Ganztagsschule´
3.2 Organisation der `Offenen Ganztagsschule´
IV. Empirische Untersuchung: Wohlbefinden und Tagesabläufe von Grundschulkindern in ganztägigen Betreuungen
1. Vorgehen und Planung bei der empirischen Untersuchung
1.1 Entwicklung der Untersuchungsinstrumente
1.2 Vorüberlegungen zur Durchführung der Untersuchung
1.3 Beschaffung von Informationen und Kontaktaufnahme mit Verantwortlichen der Stadt Wuppertal
1.4 Auswahl der Untersuchungseinrichtungen und Kontaktaufnahme
2. Durchführung der empirischen Untersuchung
2.1 Die Betreuungseinrichtungen
2.1.1 Die `Liegi – Kids´ an der Gemeinschaftsgrundschule Liegnitzer Straße
2.1.2 Das `Mauseloch´ an der Engelbert-Wüster-Weg-Grundschule in Ronsdorf
2.1.3 Die Hortgruppen St. Paul in Langerfeld
2.1.4 `Treff 51´ der Schülertreff in Velbert-Neviges
2.2 Vergleich der Betreuungseinrichtungen
2.3 Durchführung der Interviews
3. Ergebnisse der Untersuchung
3.1 Rahmendaten der Kinder
3.2 Teilstudie I: Tagesabläufe von Grundschulkindern in ganztägigen Betreuungseinrichtungen
3.2.1 Zu Hause, vor der Schule
3.2.2 Betreuung vor dem Unterricht
3.2.3 Nachmittagsbetreuung
3.2.4 Zu Hause, nach der Nachmittagsbetreuung
3.3 Teilstudie II: Das Wohlbefinden von Grundschulkindern in ganztägigen Betreuungseinrichtungen
3.3.1 Förderung individueller Interessen
3.3.2 Hausaufgaben und Lernverhalten
3.3.3 Mitbestimmung und Wahlfreiheit
3.3.4 BetreuerInnenqualitäten
3.3.5 Freundschaften
3.3.6 Wohlbefinden nach eigenen Angaben
3.3.7 Freiwilligkeit
3.3.8 Räumlichkeiten
V. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ganztägige Betreuungskonzepte für Grundschulkinder aus der unmittelbaren Perspektive der Kinder zu erfassen und zu analysieren, wobei der Fokus insbesondere auf deren Tagesabläufen und ihrem persönlichen Wohlbefinden liegt.
2.4 Pädagogische und historische Entwicklung des Hortes
Der Hort spielte und spielt noch immer eine wichtige Rolle bei der ganztägigen Betreuung von Grundschulkindern. Die Entwicklung des Hortes geht einher mit der Einführung der Halbtagsschule und ist bis heute eine wichtige Institution ganztägiger Betreuung. In den Anfängen der Hortentwicklung wurde vor allem der Bedarf der Betreuung für Jungen jedoch nicht für Mädchen diskutiert, da insbesondere die älteren Mädchen oft bei Verwandten oder Nachbarn untergebracht werden konnten, wo sie im Haushalt zur Hand gingen. Um die Jahrhundertwende erkannte man aber, besonders in größeren Städten, auch die Betreuung von Mädchen als notwendig und es entstanden neben gemischten Horten auch viele Mädchenhorte.78 Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als die Entwicklung des Hortes begann, gab es unter den Pädagogen die große Streitfrage, welchen Zweck der Hort erfüllen müsse und welche Kinder den Hort besuchen sollten. Es gab Vertreter, die den Hort als eine Ergänzung zur familiären Erziehung sahen, also für Knaben, die aus geordneten Familien kamen. Dieser Hort sollte 2-3 Stunden an drei Tagen in der Woche geöffnet sein und „Anregung und Belebung neben der Schule geben“79 Im Gegensatz zur Lernschule sollten im Hort praktische Dinge geübt werden, mit dem Ziel, Handgeschicklichkeit zu fördern und durch unmittelbares Erleben, den Geist zu bilden.80 Vertretern einer anderen Richtung stellten in den Vordergrund, dass den Jungen, die durch die Berufstätigkeit ihrer Eltern ohne Aufsicht waren, „ein wohnliches Heim und Ersatz für die häusliche Fürsorge gegeben“81 werde. Um dieses Konzept umzusetzen, musste der Hort an allen Arbeitstagen für die Knaben zur Verfügung stehen und nicht nur an drei Tagen in der Woche. Die meisten Horte, die zu dieser Zeit gegründet wurden, folgten der letztgenannten Richtung, da die Aufgabe, sich um Kinder ohne Aufsicht zu kümmern, weitaus dringlicher war.
I. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel dar, ganztägige Betreuungskonzepte aus der Sicht von Kindern zu untersuchen und deren Wohlbefinden und Tagesabläufe zu beleuchten.
II. Ganztägige Betreuung von Grundschulkindern – eine theoretische Grundlage: Dieses Kapitel definiert verschiedene Betreuungsformen und gibt einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der ganztägigen Betreuung in Deutschland.
III. Ganztägige Betreuung von Grundschulkindern in Nordrhein-Westfalen am Beispiel Wuppertal: Hier wird die spezifische Betreuungssituation in Wuppertal analysiert und verschiedene Konzepte wie Hort, SiT und das neue Modell der Offenen Ganztagsschule erläutert.
IV. Empirische Untersuchung: Wohlbefinden und Tagesabläufe von Grundschulkindern in ganztägigen Betreuungen: Dieses Kapitel stellt das Vorgehen und die Ergebnisse der empirischen Studie vor, die auf Interviews mit Grundschulkindern basiert.
V. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Vielfalt der Betreuungskonzepte und betont die Bedeutung individueller Bedürfnisse und qualitativer Verbesserungen vor einer flächendeckenden Umgestaltung.
Ganztagsschule, Grundschulkinder, Betreuungskonzepte, Kindheitsperspektive, Wohlbefinden, Tagesabläufe, Hort, Offene Ganztagsschule, Schülertreff, Hausaufgabenbetreuung, pädagogische Qualität, Mitbestimmung, Wahlfreiheit, empirische Untersuchung, Nordrhein-Westfalen.
Die Arbeit untersucht ganztägige Betreuungsmodelle für Grundschulkinder aus der direkten Perspektive der betroffenen Kinder selbst.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung der Betreuung in Deutschland, die Analyse bestehender Konzepte in Wuppertal sowie die empirische Untersuchung von Kinderperspektiven auf ihren Alltag.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Grundschulkinder ihre Betreuungssituation erleben, welchen Einfluss die verschiedenen Betreuungskonzepte auf ihr Wohlbefinden haben und wie sich Tagesabläufe in der Praxis gestalten.
Die Autorin führte eine qualitative empirische Untersuchung durch, bei der sie strukturierte Kinderinterviews in verschiedenen Betreuungseinrichtungen nutzte, um die Expertenperspektive der Kinder zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Betreuungsformen, eine detaillierte Bestandsaufnahme der Situation in Wuppertal und die Vorstellung der empirischen Teilstudien zu Tagesabläufen und Wohlbefinden.
Zentrale Begriffe sind Ganztagsschule, Kindesperspektive, Wohlbefinden, Offene Ganztagsschule, Hort sowie die Förderung individueller Interessen.
Die Offene Ganztagsschule wird als neues Landeskonzept in NRW vorgestellt, das bestehende vielfältige Betreuungsformen schrittweise ersetzen soll, was die Autorin kritisch hinterfragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht "den" einen Tagesablauf gibt, und verdeutlichen, dass Einrichtungen durch Mitbestimmung und Rückzugsmöglichkeiten das Wohlbefinden der Kinder direkt positiv beeinflussen können.
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