Examensarbeit, 2018
78 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Halide Edip Adivar – Eine nationale Frauenaktivistin
Die Memoiren von Halide Edip Adivar – Erinnerungen einer nationalistischen Frauenrechtlerin
3. Die türkische Frauenbewegung in ihren Anfängen in der Tanzimatszeit bis hin zum Untergang des Osmanischen Reiches
4. Die Stellung der Frau vom Jungtürkischen Regime 1908 bis zur Gründung der türkischen Republik 1923
4.1 Die Frauenbewegung ab der Zeit der Jungtürkischen Revolution 1908 bis zum Ersten Weltkrieg
4.2 Der Status der Frau in der Parlamentarischen Diskussion
4.3 Die Stellung der Frau im Befreiungskrieg 1919-1923
4.4 Die Entwicklung der Rechte der Frauen in der türkischen Republik ab 1923
5. Das Frauenbild Atatürks - Töchter einer zivilisierten Nation
Das Frauenbild Kemal Atatürks im Zusammenhang mit der Frauenbewegung der Türkei in den Anfangsjahren der kemalistischen Republik
6. Nationalismus, Kemalismus und Osmanismus als hegemonielle Machtstrukturen gegenüber dem Konzept des Feminismus
Die Frauenbewegung im Zusammenhang mit dem nationalen Einigungsprozess
7. Die Stellung der kemalistischen Frauenbewegung in der Gesellschaft ab 1980 – ein Ausblick
8. Schlussbetrachtung
9. Literaturverzeichnis
9.1 Quelle
9.2 Sekündärliteratur
9.3. Internetquellen
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Frauenbewegung in der Türkei im Kontext von Nationalismus und Kemalismus. Ziel ist es, das neue nationale Frauenbild anhand der Autobiografie von Halide Edip Adivar zu untersuchen und dabei das spezifische Verhältnis von Staat, Zivilgesellschaft und Geschlechterrollen zu beleuchten.
Die Memoiren von Halide Edip Adivar – Erinnerungen einer nationalistischen Frauenrechtlerin
Für die Untersuchung der Quelle wird nicht das gesamte Leben von Halide Edip Adivar in ihren Memoiren „Mein Weg durchs Feuer. Erinnerungen“ untersucht, sondern nur die Zeit ihrer Kindheit und Ausbildung, der Beginn ihrer politischen und journalistischen Tätigkeit und ihrer Befreiung aus einer polygamen Ehe, da diese drei Ereignisse in ihrem Leben viel über die soziale und politische Stellung der Frauen zu dieser Zeit aussagen und auch über ihre eigene Emanzipation. Ihre Autobiographie zeigt auf, dass Halide Edip ihrer historischen Bedeutung für die Entwicklung der Türkei, bewusst war. Ihr war zudem klar, dass sie ein Teil eines Umbruchs war und diese Veränderungen in der Gesellschaft ihren Kindern und Nachkommen, aus ihrer Sicht, darlegen und erklären wollte.
Halide Edip prägten die frühen Jahre, die sie im glyzinienumrankten Haus verbrachte sehr stark. Ihre Mutter war schon früh an Tuberkulose erkrankt und starb bei der Geburt ihres Sohnes. Haminne, ihre Großmutter, kümmerte sich fortan liebevoll um das kleine Mädchen zusammen mit den Bediensteten des Hauses. Der Vater jedoch versank in seiner Trauer und war für die kleine Halide in ihrer Kindheit nicht präsent. Da ihr Vater erster Sekretär der Privatschatulle am Hof des Sultans war, besaß die Familie ein wunderschönes Haus mit einem ausladenden Garten und auch verschiedenen Bereichen für Männer und Frauen, dem Harem und dem Selamlık, wie es zu dieser Zeit in herrschaftlichen Häusern üblich war.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Aufbau der Untersuchung, welche sich am Lebenslauf von Halide Edip Adivar orientiert, um das Verhältnis von Nationalismus und Frauenbewegung einzugrenzen.
2. Halide Edip Adivar – Eine nationale Frauenaktivistin: Dieses Kapitel zeichnet das Leben von Halide Edip Adivar nach und analysiert ihre Rolle als Journalistin, Schriftstellerin und Symbolfigur der türkischen Frauenbewegung.
3. Die türkische Frauenbewegung in ihren Anfängen in der Tanzimatszeit bis hin zum Untergang des Osmanischen Reiches: Das Kapitel behandelt die ersten Bemühungen der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert und die öffentliche Debatte zwischen westlicher Modernisierung und traditionellen islamischen Werten.
4. Die Stellung der Frau vom Jungtürkischen Regime 1908 bis zur Gründung der türkischen Republik 1923: Untersuchung der frauenpolitischen Entwicklungen während des Übergangs vom Osmanischen Reich zur Republik, inklusive der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs.
5. Das Frauenbild Atatürks - Töchter einer zivilisierten Nation: Analyse der kemalistischen Reformpolitik und des Frauenbildes, das Frauen primär als Unterstützerinnen der nationalen Modernisierung definierte.
6. Nationalismus, Kemalismus und Osmanismus als hegemonielle Machtstrukturen gegenüber dem Konzept des Feminismus: Kritische Reflexion über den "Staatsfeminismus" und die Instrumentalisierung von Frauenrechten im Rahmen der nationalen Identitätsbildung.
7. Die Stellung der kemalistischen Frauenbewegung in der Gesellschaft ab 1980 – ein Ausblick: Diskussion der Rollenbilder und der Spaltung innerhalb der türkischen Frauenbewegung seit den 1980er Jahren.
8. Schlussbetrachtung: Fazit der Arbeit mit einem kritischen Blick auf die Diskrepanz zwischen offiziellen Frauenrechten und der gesellschaftlichen Realität.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Halide Edip Adivar, Türkei, Frauenbewegung, Nationalismus, Kemalismus, Frauenrechte, Staatsfeminismus, Tanzimat, Emanzipation, Modernisierung, Identitätsbildung, Geschlechterrollen, Autobiografie, Säkularisierung, Reformpolitik.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der türkischen Frauenbewegung und den Ideologien des Nationalismus und Kemalismus. Als zentrales Fallbeispiel dient das Leben und die Autobiografie der Aktivistin Halide Edip Adivar.
Im Fokus stehen die rechtliche und soziale Situation der Frau in der Türkei, der Einfluss von Reformen "von oben", das Spannungsfeld zwischen traditionellen Werten und westlicher Modernisierung sowie die Rolle der Frau bei der nationalen Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, den autobiografischen Blick von Halide Edip Adivar zu nutzen, um die historischen Umbrüche der türkischen Gesellschaft und die Entwicklung des kemalistischen Frauenbildes kritisch nachzuzeichnen.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse. Untersucht werden primär die Memoiren von Halide Edip Adivar im Abgleich mit politikwissenschaftlicher und historischer Fachliteratur zur türkischen Frauenbewegung.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Von der Tanzimatzeit über das jungtürkische Regime und den Befreiungskrieg bis hin zum Aufbau der türkischen Republik, ergänzt durch eine Analyse der kemalistischen Frauenbilder und deren institutioneller Umsetzung.
Zu den prägenden Begriffen zählen: Halide Edip Adivar, Staatsfeminismus, Kemalismus, Frauenrechte, Modernisierung und die türkische Identitätsbildung nach 1923.
Das Dokument hinterfragt kritisch, ob es sich bei der Frauenbefreiung durch Atatürk um eine tatsächliche Emanzipation handelte oder um eine staatlich gesteuerte Instrumentalisierung, um das Land westlich auszurichten, ohne die patriarchalen Strukturen grundlegend zu ändern.
Die Autorin sieht in ihr eine zentrale Schlüsselfigur, deren Lebensweg beispielhaft für den Widerspruch zwischen einer modernen, westlich gebildeten Frau und dem Zwang zu traditionellen familiären Rollenbildern steht.
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