Masterarbeit, 2018
65 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Sprachentwicklung auf der morphologisch-syntaktischen Ebene
2.1 Der Verlauf des ungestörten Grammatikerwerbs
2.2 Der gestörte Grammatikerwerb – Dysgrammatismus
2.2.1 Störungsbild
2.2.2 Symptome und sprachliche Auffälligkeiten
2.2.3 Ursachen
3. Sprachförderung im Unterricht
3.1 Inputorientierte Sprachförderung
3.2 Modellierende Sprachförderung
3.3 Sprachförderung mit Bilderbüchern
4. Zum Bilderbuch
4.1 Das Wimmelbuch
4.1.1 Die Wimmelbücher von Susanne Rotraut Berner
4.2 Die Bedeutung von Bilderbüchern für die kindliche Sprachentwicklung
4.3 Bilderbücher im Altersverlauf
4.4 Bilderbücher und Literacy
5. Die Untersuchung
5.1 Fragestellung und Hypothesen
5.2 Die Stichprobe
5.3 Durchführung und Verlauf der Förderung
5.4 Methoden
5.4.1 Teilnehmende Beobachtung
5.4.2 TROG D - als Unterstützung der Beobachtung
5.4.3 Das Interview
5.5 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
5.5.1 Teilnehmende Beobachtung
5.5.2 TROG – D
5.5.3 Interview
5.6 Diskussion und Ausblick
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss einer gezielten Sprachförderung mit Wimmelbüchern der Autorin Susanne Rotraut Berner auf die morphologisch-syntaktische Sprachentwicklung von Grundschulkindern mit dem Förderschwerpunkt Sprache. Ziel ist es, das Potential dieser Bilderbücher für den Unterricht zu evaluieren, um eine Barrierefreiheit in der Bildungsbiografie zu unterstützen.
4.1 Das Wimmelbuch
„Ein spezieller textloser Bilderbuchtyp, der über informationsreiche Bilder verfügt, die zum Zeigen, Suchen, Benennen und Geschichten erzählen anregen, ist das Wimmelbuch.“ (Meibauer 2011, S. 14). Wimmelbücher bzw. Wimmelbilder blicken auf eine lange Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurück und können als eigene Kunstform betrachtet werden. Als einer der ersten Vertreter dieser Kunstform gilt Hieronymus Bosch (vgl. Rémi, 2011, S. 119). Sie werden zu den textfreien Bilderbüchern gezählt, die ihre Geschichten und Sachverhalte alleine durch die Bilder vermitteln.
Im Vergleich zu einfachen Benennbilderbüchern zeichnen sich Wimmelbücher durch unterschiedliche Charaktere und detailreiche Bilder aus (Eder et al 2017, S.8; Rémi 2011, S. 115). Im Gegensatz zu den klassischen Such-und-Finde-Büchern enthalten Wimmelbücher keine direkten Suchanweisungen. Der Betrachter und die Betrachterin sind frei in ihrer Betrachtungsweise des Buches und sie können sich selbständig mit dem Inhalt der Seiten beschäftigen (vgl. Rémi 2011, S. 115). Je nach Betrachtungsweise und Rezipienten kann mal die Geschichte des Bildes oder mal das Suchen und Finden in den Vordergrund gerückt werden. In textfreien Bilderbüchern sind meist mehrere Geschichten in vielfältigen Varianten zu entdecken, die keinerlei Vorgabe für Sprache haben. Das heißt Wimmelbücher sind universell zu verstehen. „Die Ästhetik der Bilder bewegt sich, wie ansonsten Text natürlich auch, in kulturellen Kontexten […]“ (Eder et al. 2017, S. 16). Durch diese Kontextualisierung ist es den Leserinnen und Lesern möglich ihre eigenen Erfahrungen in die Geschichten mit einfließen zu lassen.
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Sprachförderung bei Kindern mit Förderschwerpunkt Sprache und Ableitung der Forschungsfrage.
2. Sprachentwicklung auf der morphologisch-syntaktischen Ebene: Darstellung der Meilensteine des Grammatikerwerbs und Abgrenzung des Störungsbildes Dysgrammatismus.
3. Sprachförderung im Unterricht: Erläuterung von Konzepten wie Inputoptimierung und Modellierung zur Förderung grammatischer Kompetenzen.
4. Zum Bilderbuch: Analyse des Wimmelbuchs als Medium und dessen Potenziale für die sprachliche Bildung im Kontext der Literacy.
5. Die Untersuchung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Stichprobe und der empirischen Auswertung mittels Beobachtung und standardisierter Tests.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung von Wimmelbüchern für den Unterricht und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Sprachförderung, Wimmelbuch, Grammatikerwerb, Dysgrammatismus, Morphologisch-syntaktische Ebene, Sprachverständnis, Kontextoptimierung, Bilderbuch, Inklusion, Förderschwerpunkt Sprache, Literacy, Schuleingangsphase, Modellierende Sprachförderung, Lokale Präpositionen, Äußerungslänge
Die Arbeit untersucht, ob und wie Sprachförderung mit Wimmelbüchern die grammatischen Fähigkeiten, insbesondere im Bereich der lokalen Präpositionen, bei Kindern mit dem Förderschwerpunkt Sprache verbessert.
Die Arbeit verknüpft die theoretischen Grundlagen des ungestörten und gestörten Grammatikerwerbs mit didaktischen Methoden zur Sprachförderung und der spezifischen Analyse von Wimmelbüchern als Lehrmedium.
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob durch aktive Arbeit mit Wimmelbüchern die Äußerungslänge, die Satzkomplexität und das Grammatikverständnis der Kinder gesteigert werden können.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das teilnehmende Beobachtung, standardisierte Sprachtests (TROG-D) zur Überprüfung des Grammatikverständnisses sowie Experteninterviews mit Lehrkräften kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Spracherwerbs und die detaillierte Darstellung der durchgeführten Fördermaßnahmen, inklusive der Analyse von Fallbeispielen.
Zentrale Begriffe sind Sprachförderung, Dysgrammatismus, Wimmelbücher, morphologisch-syntaktische Entwicklung und Kontextoptimierung.
Wimmelbücher sind textfreie Bilderbücher, die keinen sprachlichen Input vorgeben. Dies erlaubt den Kindern, frei zu agieren und bietet vielfältige Sprechanlässe, die flexibel an den individuellen Entwicklungsstand angepasst werden können.
Der Test dient als standardisiertes Instrument, um das rezeptive Grammatikverständnis der Kinder vor und nach der Förderung messbar zu machen und spezifische Schwierigkeiten zu identifizieren.
Ja, in Bezug auf das Grammatikverständnis konnte bei einem Großteil der Kinder eine positive Entwicklung nachgewiesen werden, während die Übertragung in die freie Spontansprache im Beobachtungszeitraum noch herausfordernd blieb.
Aufgrund der kleinen Stichprobengröße von elf Kindern sind die Ergebnisse nicht allgemeingültig übertragbar, dienen jedoch als wertvolle Anregung für weiterführende empirische Studien im größeren Rahmen.
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