Masterarbeit, 2017
114 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 GESCHICHTE UND DEFINITIONSVERSUCHE DER SOZIALPÄDAGOGIK
2.1 AUSZÜGE AUS DER GESCHICHTE DER SOZIALPÄDAGOGIK
2.2 HISTORISCHE DEFINITIONSVERSUCHE DES BEGRIFFES „SOZIALPÄDAGOGIK“
2.3 RESÜMEE ZUR DEFINITION DER SOZIALPÄDAGOGIK
2.4 ETYMOLOGISCHE BEDEUTUNG
3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN
3.1 FORMEN DES SOZIALPÄDAGOGISCHEN HANDELNS
3.2 SOZIALPÄDAGOGIK ALS STRUKTURIERUNG VON ALLTAGSWELTEN
3.2.1 Alltägliche Lebensführung
3.2.2 Rekonstruktion alltäglicher Lebensführung
3.3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN ALS AUSHANDELN
3.3.1 Das sozialpädagogische Arbeitsbündnis
3.3.2 Nähe und Distanz
3.4 GRUNDLEGENDE BEDINGUNGEN LEBENSWELTORIENTIERTEN HANDELNS
4 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER PSYCHIATRIE
4.1 GESCHICHTE DER PSYCHIATRIE
4.1.1 Die Ideengeschichte des ‚Wahnsinns’ vom Altertum bis zum 18. Jahrhundert
4.1.2 Industrialisierung und Entstehung der Psychiatrie im 18. Jahrhundert
4.1.3 Psychiatrie in Deutschland im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts
4.2 PSYCHIATRISCHE VORSTELLUNGEN VON HILFE
4.2.1 Behandlungsbasis
4.2.2 Somatotherapeutische, psychotherapeutische und soziotherapeutische Verfahren
4.3 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER STATIONÄREN PSYCHIATRIE
4.3.1 Klinische Sozialarbeit
4.3.2 Problemlagen als Gegenstand sozialpädagogischer Arbeit
4.3.3 Sozialpädagogisches Handeln zwischen den Polen Hilfe und Kontrolle
4.3.4 Sozialpädagogisch-psychiatrische Fallbearbeitung
4.3.5 Sozialpädagogische Arbeitsbündnisse in psychiatrischen Kontexten
5 EXKURS: ANTIPSYCHIATRIE
5.1 ALLGEMEINER ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER ANTIPSYCHIATRIE
5.1.1 Die Vorläufer der Antipsychiatrie
5.1.2 Die Antipsychiatrie der Professionellen in England
5.1.3 Die Antipsychiatrie der Psychiatrie-Betroffenenbewegung
6 BIPOLAR-AFFEKTIVE STÖRUNGEN
6.1 ARBEITSBEGRIFFSBESTIMMUNG „BIPOLARE STÖRUNGEN“
6.1.1 Epidemiologie und Verlauf
6.1.2 Diagnostik und Klassifikation bipolarer Störungen
6.1.3 Komorbidität und pharmakologische Therapiemöglichkeiten
6.1.4 Mögliche Ursachen bipolarer Störungen
6.2 SOZIALPÄDAGOGISCHE HILFEN BEI BIPOLAREN STÖRUNGEN
7 CONCLUSIO & AUSBLICK
Die Arbeit verfolgt das Ziel, sozialpädagogische Fachexpertise im stationären psychiatrischen Kontext bei manisch-depressiven Menschen darzustellen. Dabei wird analysiert, welche Aufgaben Sozialpädagog*innen innehaben, wie sie trotz medizinischer Vorherrschaft handeln und wie theoretische Konzepte der Sozialpädagogik zur Unterstützung bipolar erkrankter Menschen nutzbar gemacht werden können.
3.3.1 Das sozialpädagogische Arbeitsbündnis
Im vorangegangenen Abschnitt sollten der symbolische Interaktionismus, die damit verbundene Kommunikation zwischen Adressat*in und Sozialpädagog*in bewusst gemacht werden. Dabei handelt es sich nicht um ein beliebiges Verständnis von Interaktion, sondern dass Probleme auf der einen Seite und Zuständigkeit auf der anderen Seite auszuhandeln sind. BURKHARD MÜLLER (1939-2013) entwickelte bereits 1985 das Konzept ‚Arbeitsbündnis’. Dieses beschreibt, wie die Kommunikation zwischen Sozialpdagog*innen und Adressat*innen entsteht und wie diese zu modellieren ist. Zwei Vermittlungsaufgaben bilden den Ausgangspunkt dieses Konzeptes:
1. Innerhalb der Alltagswelt der Adressat*innen ist sozialpädagogisches Handeln eingelassen. Ziel dieses Handelns ist die Beeinflussung der ‚sozialen Sinnwelt’ der Adressat*innen. Des Weiteren benötigt das sozialpädagogische Handeln eine wissenschaftsbasierte Reflexionsebene, um sich kontrollieren und begründen zu können.
2. Außerdem ist die Realisierung eines sozialpädagogischen Habitus (spontane, emotional gefärbte Authentizität) notwendig und zudem eine methodische Distanziertheit. Die Adressat*innen müssen sich mit der, von den Sozialpädagog*innen vorgeschlagenen, Problemlösestrategien identifizieren können, um Veränderungen in ihrer Situation anzustoßen. Die Bedingungen einer solchen Identifikation soll die sozialpädagogische Grundhaltung schaffen (vgl. MÜLLER 1985:88f.).
„Das Konzept Arbeitsbündnis wird auf der Grundlage der Psychoanalyse entwickelt“, so HAMBURGER (2003:181). Die Psychoanalytiker*innen – Patient*innen – Beziehung basiert auf dem Verständnis, dass das Verstehen um die Probleme der Patient*innen zum Gegenstandsbereich professionellen Wissens wird. Die Übertragung des Modells in die Sozialpädagogik ist, unter Berücksichtigung zweier wesentlicher Gesichtspunkte, sinnvoll:
Das Verstehen bildet die Grundlage des Geschehens. Es wird in der professionellen Beziehung nicht das Verständnis an sich gesteigert, sondern die Reflexion dieser Kompetenz. Es geht also um die Befähigung der Sozialpädag*innen, die Wünsche an den Adressat*innen in Zweifel zu ziehen und um die Fähigkeit, das eigene Nichtverstehen und das fremde Gegenüber auszuhalten (vgl. ebd.). Das Arbeitsbündnis stellt einen Rahmen für professionelle Handlungssituationen dar. Innerhalb dieses Rahmens soll Macht begrenzt werden und ein Raum geschaffen werden, in dem sich die Adressat*innen entfalten können und die Rückgewinnung zu einem selbstbestimmten Leben erleichtert wird (vgl. HAMBURGER 2003:183; vgl. dazu auch BOSSHARD/EBERT/LAZARUS 2007:380ff.).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Rahmen der Master-Thesis ab und definiert das Ziel, sozialpädagogische Fachexpertise für das psychiatrische Handlungsfeld zu systematisieren.
2 GESCHICHTE UND DEFINITIONSVERSUCHE DER SOZIALPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel erläutert historische Entwicklungslinien und Definitionsversuche der Sozialpädagogik, um ein theoretisches Fundament für die Arbeit zu legen.
3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN: Hier werden zentrale Konzepte sozialpädagogischen Handelns, wie die Lebensweltorientierung und das Arbeitsbündnis, im psychiatrischen Kontext erörtert.
4 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER PSYCHIATRIE: Das Kapitel verknüpft die Geschichte der Psychiatrie mit der klinischen Sozialarbeit und beleuchtet die Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns in stationären Einrichtungen.
5 EXKURS: ANTIPSYCHIATRIE: Ein Exkurs, der kritische Positionen gegenüber psychiatrischen Institutionen und deren Reformbewegungen darstellt.
6 BIPOLAR-AFFEKTIVE STÖRUNGEN: Einführung in das Krankheitsbild der bipolaren Störungen aus medizinischer und psychologischer Sicht, inklusive sozialpädagogischer Handlungsansätze.
7 CONCLUSIO & AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert Herausforderungen für die zukünftige sozialpädagogische Praxis in der Psychiatrie.
Sozialpädagogik, Psychiatrie, Bipolare Störungen, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit, Antipsychiatrie, Arbeitsbündnis, Nähe und Distanz, Psychiatrische Versorgung
Die Arbeit untersucht die psychiatriebezogene Sozialpädagogik mit einem besonderen Fokus auf Menschen mit bipolar-affektiven Störungen.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Sozialpädagogik und Psychiatrie, das sozialpädagogische Handeln in klinischen Settings sowie das Verständnis und die Unterstützung bei bipolaren Störungen.
Das Ziel ist die Darstellung und Fundierung sozialpädagogischer Fachexpertise im stationären psychiatrischen Rahmen, da hierfür kaum dezidierte sozialpädagogische Literatur vorliegt.
Die Arbeit nutzt einen analytischen und kritischen Ansatz, der theoretische Erkenntnisse aus Bezugswissenschaften wie Medizin, Psychologie und Sozialpädagogik zusammenführt und für die sozialpädagogische Praxis dekonstruiert und neu konstruiert.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des sozialpädagogischen Handelns, die Geschichte und Entwicklung der Psychiatrie, kritische Perspektiven der Antipsychiatrie sowie spezifische Ansätze zur Hilfe bei bipolaren Störungen.
Sozialpädagogik, Psychiatrie, Bipolare Störungen, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit und Antipsychiatrie.
Es besteht die Schwierigkeit, dass die professionelle Haltung zwischen Nähe und Distanz ausbalanciert werden muss, da manische und depressive Episoden völlig unterschiedliche Anforderungen an die Beziehungsgestaltung stellen.
Die Psychiatrie ist historisch von Machtstrukturen und medizinischer Vorherrschaft geprägt; eine kritische Haltung ermöglicht es Sozialpädagogen, das Wohl der Adressat*innen in den Mittelpunkt zu stellen und einseitige Stigmatisierungen zu reflektieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

