Masterarbeit, 2014
92 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen
2.1 Der Betafaktor im Rahmen des Capital Asset Pricing Model
2.2 CAPM-Anomalien und kritische Würdigung
3 Literarischer Überblick zum Accounting Beta
3.1 Zusammenhang zwischen Accounting Beta und CAPM-Beta
3.1.1 Empirische Studien am amerikanischen Kapitalmarkt
3.1.2 Empirische Studien am deutschen Kapitalmarkt
3.2 Rechnungslegung und andere Literaturstränge
3.2.1 Clean-Surplus-Relation
3.2.2 Konservatismus in der Rechnungslegung
3.2.3 Wahl der Erfolgsgröße und Kapitalmarktrelevanz von Gewinnveröffentlichungen
3.3 Anwendungsgebiete
3.3.1 Börsennotierte Unternehmen und nicht börsennotierte Unternehmen
3.3.2 Weitere mögliche Anwendungsgebiete
3.4 Vor- und Nachteile
4 Das Accounting Beta bei deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen
4.1 Allgemeines
4.2 Kapitalmarktdaten und Ermittlung des CAPM-Beta
4.3 Accountingdaten und Bildung des Accounting Betas
4.3 Berücksichtigung unterschiedlicher Verschuldungsgrade
4.4 Forschungfragen
4.5 Empirische Ergebnisse
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob Accounting Betas, gebildet aus Rechnungslegungsdaten deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen, als Substitut für das CAPM-Beta zur Ermittlung des systematischen Aktienrisikos dienen können, wobei insbesondere die Auswirkungen verschiedener Erfolgsgrößen und deren Stabilität analysiert werden.
1.1 Problemstellung
In der Unternehmensbewertung wird zur Bestimmung des Kapitalisierungszinsfußes regelmäßig auf ein finanztheoretisches Bepreisungsmodell für riskante Assets zurückgegriffen, welches von Sharpe (1964), Lintner (1965) und Mossin (1966) in den sechziger Jahren unabhängig voneinander entwickelt wurde: Das Capital Asset Pricing Model (CAPM). Während sich der risikofreie Zins und die Marktrisikoprämie noch relativ einfach bestimmen lassen ist die Ermittlung des Betafaktors, insbesondere bei nicht börsennotierten Unternehmen(steilen) aufgrund fehlender Kapitalmarktdaten, weitaus schwieriger. Hinzu kommt, dass die Gültigkeit des CAPM in empirischen Untersuchungen häufig in Frage gestellt wird sowie die restriktiven Annahmen Gegenstand von Kritiken sind. In der finanzwirtschaftlichen Forschung haben sich zwischenzeitlich zahlreiche Modellerweiterungen entwickelt, welche die theoretischen Probleme des CAPM aufgreifen und somit auch realitätsnäher konstruiert sind.
Aufgrund der Schwächen des CAPM sowie die begrenzte Anwendbarkeit bei nicht börsennotierten Unternehmen rückten die sogenannten Analyse-Verfahren, insbesondere in der angloamerikanischen Literatur, durch die Arbeiten von Ball/Brown (1969) und Beaver/Kettler/Scholes (1970) in den Fokus. Grundlage dieser Arbeiten sind empirische Untersuchungen, wobei die Einflüsse von Bilanzkennzahlen bzw. Rechnungslegungsdaten auf das systematische Aktienrisiko analysiert werden. Neben verschiedenen Unternehmenskennzahlen bzw. buchhalterischen Risikoindikatoren oder volkswirtschaftlichen Daten wird dabei in verschiedenen Forschungsbeiträgen häufig die Verwendung von sogenannten Accounting Betas vorgeschlagen.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, die aus Schwächen des CAPM und der schwierigen Ermittlung des Betafaktors resultiert, sowie die Hinführung zum Accounting Beta als Lösungsansatz.
2 Grundlagen: Erläuterung des CAPM, der Bedeutung des Betafaktors und Diskussion von Kapitalmarktanomalien sowie Kritikpunkten am Modell.
3 Literarischer Überblick zum Accounting Beta: Umfassende Aufarbeitung bisheriger Forschungsergebnisse zum Accounting Beta, inklusive theoretischer Zusammenhänge, empirischer Studien und rechnungslegungsspezifischer Einflussfaktoren.
4 Das Accounting Beta bei deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen: Durchführung der eigenen empirischen Untersuchung unter Verwendung von Quartalsdaten deutscher Unternehmen zur Analyse der Korrelation zum CAPM-Beta.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, kritische Würdigung der Methodik und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Accounting Beta, CAPM, Systematisches Risiko, Rechnungslegung, Unternehmensbewertung, Kapitalmarktdaten, Bilanzkennzahlen, Clean-Surplus-Relation, Konservatismus, empirische Untersuchung, Betafaktor, Aktienrisiko, Prognosekraft, Deutschland, Kapitalmarktanomalien
Die Arbeit untersucht die Eignung des "Accounting Beta" als alternative Kennzahl zur Bestimmung des systematischen Aktienrisikos bei deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen, um klassische Probleme bei der Anwendung des CAPM zu umgehen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretische Fundierung von Risiko-Kennzahlen, die Analyse von Rechnungslegungsdaten, die Durchführung empirischer Korrelationsanalysen mit dem klassischen CAPM-Beta sowie die kritische Reflexion von Bilanzierungsvorschriften.
Das primäre Ziel besteht darin, zu prüfen, ob auf Basis von Rechnungslegungsdaten gebildete "Accounting Betas" das systematische Aktienrisiko adäquat abbilden und somit als Substitut oder Ergänzung zum kapitalmarktgestützten CAPM-Beta für deutsche Unternehmen dienen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine quantitative empirische Untersuchung. Hierbei werden auf Basis von Quartalsdaten verschiedener Unternehmen Accounting Betas berechnet und deren Korrelation (nach Pearson) mit dem CAPM-Beta in einer Querschnittsbetrachtung statistisch überprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche literarische Aufarbeitung bestehender Forschung zum Accounting Beta sowie eine eigene empirische Analyse an einem Datensample deutscher Unternehmen aus dem Prime Standard über den Zeitraum von 2003 bis 2013.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Accounting Beta, Systematisches Risiko, CAPM, Bilanzkennzahlen, Unternehmensbewertung und empirische Kapitalmarktforschung beschreiben.
Die Clean-Surplus-Relation dient als theoretischer Rahmen, um zu verstehen, wie Änderungen des Eigenkapitals ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet werden sollten, da Verstöße hiergegen ("dirty surplus accounting") das Accounting Beta verzerren können.
Der Autor zeigt auf, dass ein hoher Grad an Konservatismus in der Rechnungslegung (z.B. durch vorsichtige Bewertung) zu einer falschen Darstellung des Unternehmensrisikos führen und die Korrelation zwischen Accounting Beta und CAPM-Beta negativ beeinflussen kann.
Um die Stichprobengröße zu erhöhen, die Stabilität der Ergebnisse zu verbessern und dem Intervalling-Effekt sowie anderen Verzerrungen entgegenzuwirken, greift die Studie auf unterjährige Daten zurück, die für Unternehmen im Prime Standard verfügbar sind.
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass auf Basis der empirischen Daten nicht abschließend beurteilt werden kann, ob das Accounting Beta das CAPM-Beta vollständig ersetzen kann, da die Ergebnisse je nach Erfolgsgröße und Unternehmenssample variieren.
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