Bachelorarbeit, 2019
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Stand der Literatur
3 Theoretische Grundlagen einer geographischen Konfliktforschung
3. 1 Handlungstheorie als zentrales Konzept einer geographischen Konfliktforschung
3.1.1 Das Handeln der Akteure im Konflikt als individuelle Nutzenoptimierungsstrategie
3.1.2 Das Handeln der Akteure innerhalb der Grenzen, Zwänge und Möglichkeiten der sozialen Institutionen und Regeln
3.1.3 Die Rolle und Bedeutung „räumlicher“ Ressourcen für das Handeln der Akteure im Raumnutzungskonflikt
3.2 Die Identitätsdimension von Raum
3.3 Kritik an der handlungsorientierten geographischen Konfliktforschung
4 Eine Konfliktbiographie: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka
4.1 Allgemeine Grundlagen des Konflikts
4.2 Die politische Entwicklung vor und nach der Unabhängigkeit
4.3 Das Bemühen um Frieden: Gespräche und Verhandlungen
4.4 Nach gescheiterten Verhandlungen: Die letzte Phase des Krieges und sein gewalttätiges Ende
4.5 Fazit
5 Gegenwärtige Konfliktkonstellationen Sri Lankas
5.1 Konflikt zwischen Muslimen und Buddhisten
5.1.1 Das Netz der Akteure: Die Moors
5.1.2 Das Netz der Akteure: Die Buddhist National Groups
5.1.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Buddhist National Groups
5.1.4 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Moors
5.1.5 Fazit
5.2 Konflikte infolge der Militarisierung des Staates
5.2.1 Wachsende Bedeutung des Militärs in Sri Lanka
5.2.2 Das Militär im politischen Raum
5.2.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Regierung
5.2.4 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die lokale Bevölkerung des Nordens und Ostens
5.2.5 Fazit
5.3 Konflikt um Küstenland
5.3.1 Das Netz der Akteure: Die IDPs
5.3.2 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die Regierung
5.3.3 Rauminterpretation: Die dreifache Subjektivierung durch die IDPs
5.3.4 Fazit
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen in Sri Lanka seit Beginn der sogenannten Post-War-Era. Ziel ist es, durch die theoretische Linse der geographischen Konfliktforschung zu analysieren, wie Raum, Identität und Politik in aktuellen Auseinandersetzungen miteinander verwoben sind, um ein tieferes Verständnis für die anhaltenden Spannungen nach dem Ende des 30-jährigen Bürgerkrieges zu gewinnen.
3.1.1 Das Handeln der Akteure im Konflikt als individuelle Nutzenoptimierungsstrategie
Hier spielen die Rational Choice Theorien eine wesentliche Rolle. Die überkommene Annahme eines homo oeconomicus der neoklassischen Mikroökonomik wird insoweit modifiziert, dass eine Verschiebung in der Gewichtung von der Nutzenmaximierung hin zur Nutzenoptimierung stattfindet (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Rationale Wahl bedeutet nicht mehr eine reine Verstandes- bzw. Vernunftentscheidung des Handelnden; sie bedeutet zunächst nur, dass das Individuum so handelt, dass es seinen Zielen dient (vgl. REUBER 1999: 14). Damit sind auch intuitiv und emotional begründete Handlungen miteinbezogen.
Die wichtigste Modifikation ist allerdings der Schwenk zum konstruktivistischen Leitbild. Damit spielt die individuell unterschiedliche Erfassung der Handlungssituation und besonders deren nach subjektiven Kriterien erfolgende Interpretation eine wesentliche Rolle (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Da das Individuum nicht die gesamte Wirklichkeit erfassen kann, spricht man auch von einer subjektiven, eingeschränkten Rationalität des handelnden Akteurs. Dadurch wird berücksichtigt, dass die von den einzelnen Akteuren als Basis ihres Handelns wahrgenommene Ausgangssituation nur eine unvollständige Beschreibung ihrer tatsächlichen Handlungssituation ist (vgl. ESTERHUES 2005: 3). Konzeptionen, die von einer eingeschränkten Rationalität ausgehen, werden unter dem Stichwort bounded rationality zusammengefasst (vgl. SCHMID 2002: 24).
Eine Weiterentwicklung der Rational Choice Ansätze ist der Public Choice Ansatz der Neuen Politischen Ökonomie. Er unterliegt der Annahme, dass ein soziales Miteinander ohne Spielregeln früher oder später zu gewalttätigen Konflikten führt. Aus diesem Grund thematisiert er, wie eine Gesellschaft es schafft, den individuellen Nutzen der einzelnen Akteure und die Anforderungen an ein vergleichsweise stabiles, gewaltfreies soziales Miteinander in Einklang zu bringen. Im Rahmen dieses Ansatzes wird also die Rolle gesellschaftlicher Institutionen und Spielregeln eingebunden (vgl. REUBER 1999: 20f.) und es wird klar, dass das Handeln im raumbezogenen Konflikt ein sozial-institutionelles Regelsystem voraussetzt (vgl. ESTERHUES 2005: 4).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Post-War-Era in Sri Lanka ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach den neuen Konfliktfeldern seit Ende des Bürgerkriegs.
2 Stand der Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur zur geographischen Konfliktforschung und zum Bürgerkrieg in Sri Lanka.
3 Theoretische Grundlagen einer geographischen Konfliktforschung: Hier werden die handlungstheoretischen Konzepte vorgestellt, die das methodische Fundament für die Analyse räumlicher Konflikte bilden.
4 Eine Konfliktbiographie: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Phasen des Bürgerkrieges nach, um die Wurzeln heutiger Konfliktstrukturen aufzuzeigen.
5 Gegenwärtige Konfliktkonstellationen Sri Lankas: In diesem Hauptteil werden drei spezifische aktuelle Konfliktfelder – Muslime und Buddhisten, Militarisierung sowie Küstenland – detailliert analysiert.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bewertet die Rolle von Nationalismus und Militarisierung für die Stabilität des Landes.
Sri Lanka, Bürgerkrieg, geographische Konfliktforschung, Post-War-Era, handlungsorientierte Konfliktforschung, Ethnizität, Nationalismus, Militarisierung, Rauminterpretation, Identität, Landgrab, Tourismus, Binnenvertriebene, LTTE, Buddhistischer Nationalismus.
Die Arbeit untersucht die neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen im post-bürgerkriegszeitlichen Sri Lanka aus einer politisch-geographischen Perspektive.
Zu den Schwerpunkten gehören der Konflikt zwischen muslimischen und buddhistischen Gruppen, die tiefgreifende Militarisierung des Staates und der Kampf um Landnutzung im Küstenbereich.
Die Arbeit fragt nach der Beschaffenheit der neuen Konfliktfelder und Konfliktkonstellationen, die sich seit Beginn der Post-War-Era herauskristallisiert haben.
Es wird die handlungsorientierte Perspektive der Politischen Geographie genutzt, um die Ziele, Strategien und räumlichen Wahrnehmungen verschiedener Akteure zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Konfliktlandschaft, unterteilt in die drei oben genannten Schwerpunkte, jeweils mit Bezug auf theoretische Konzepte der Subjektivierung von Raum.
Zentrale Begriffe sind Ethnizität, Nationalismus, Militarisierung, Raum, Identität, Landgrab und die verschiedenen ethnischen und politischen Akteure in Sri Lanka.
Das Militär fungiert nicht mehr nur als Sicherheitsorgan, sondern ist ökonomisch in Tourismus und Stadtentwicklung aktiv, was die Kontrolle über den Raum massiv verändert und lokalen Minderheiten schadet.
Da die singhalesisch-buddhistische Identität politisch zur Norm erhoben wird, entstehen Ausgrenzungsprozesse, die zu neuen Radikalisierungen führen könnten, ähnlich wie es die Wurzeln des Bürgerkriegs waren.
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