Diplomarbeit, 2005
55 Seiten, Note: 2,3
1 Einführung in den Untersuchungsgegenstand
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung
1.2 Begriffsabgrenzung
2 Motive für Desinvestitionen
2.1 Reaktive Sichtweise
2.2 Proaktive Motive
3 Desinvestitionsformen
3.1 Sell-off
3.2 Management Buy-Out
3.3 Spin-off
4 Unternehmenswertsteigerung durch Desinvestitionen
4.1 Unternehmenswertsteigerung mittels Shareholder Value
4.1.1 Das Shareholder-Value-Konzept
4.1.2 Shareholder Value als Gütemaß der Desinvestition
4.1.3 Würdigung des Shareholder Value als Gütemaß
4.2 Principal-Agent-Ansätze zur Erklärung wertschaffender Desinvestitionen
4.2.1 Das Principal-Agent-Konzept
4.2.2 Beitrag der Agency-Theorie zur Wertsteigerung durch Desinvestitionen
4.3 Kapitalmarkttheorie als Erklärung der Wertsteigerung
4.3.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
4.3.2 Die Kapitalmarkttheorie und Unternehmenswertsteigerung
4.3.3 Weitere kapitalmarktbezogene Effekte der Desinvestition
4.4 Wertsteigerungspotential der Desinvestitionsformen
5 Grundmodell zur wertsteigernden Nutzung von Desinvestitionen
5.1 Annahmen
5.2 Desinvestitionsüberlegungen und strategische Aktivitäten
5.3 Grundmodell einer erfolgreichen Desinvestition
6 Fazit
Diese Diplomarbeit untersucht Desinvestitionen als eigenständiges, proaktives Instrument zur Steigerung des Unternehmenswertes. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Unternehmen durch die gezielte Veräußerung von Unternehmensteilen – abseits von reaktiven Krisenbewältigungsstrategien – den Zukunftserfolg sowie den Shareholder Value nachhaltig steigern können.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung
Die Auseinandersetzung mit der Desinvestition von Unternehmungen und Unternehmensteilen wird in der Wissenschaft und Praxis häufig noch immer als unerwünscht und als Eingeständnis früherer Fehlentscheidungen interpretiert. Eine Veräußerung von Unternehmensteilen gilt zumeist als das äußerste Mittel, das herangezogen wird, wenn andere Maßnahmen versagt haben. Zudem dominiert bislang die Betrachtungsweise der Desinvestition als Anpassungsmaßnahme auf bereits erfolgte Änderungen in der Unternehmensumwelt, die nicht durch den Einsatz strategischer Instrumente bewältigt werden konnten.
Die Desinvestition von Unternehmensteilen kann jedoch durchaus auch als Instrument zur Steigerung des Unternehmenswertes eingesetzt werden. Eine konzeptionelle Erweiterung der Desinvestition hin zu einer proaktiven Betrachtungsweise, als eigenständige strategische Alternative zur Unternehmenswertsteigerung gewinnt heute nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der unternehmerischen Praxis an Bedeutung. So sind heute verschiedene Aussagen immer wieder in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur zu finden:
„- Rechtzeitige Desinvestitionsentscheidungen können zu positiven Wirkungen für die Gesamtunternehmung führen;
- Desinvestitionsentscheidungen werden im Wesentlichen durch Wirtschaftlichkeitsrechnungen fundiert;
- gemessen an der realen Bedeutung von Desinvestitionen ist der Umfang betriebswirtschaftlicher Forschung zu dieser Problematik gering.“
1 Einführung in den Untersuchungsgegenstand: Darstellung der Problemstellung und Abgrenzung des Desinvestitionsbegriffs als strategisches Instrument.
2 Motive für Desinvestitionen: Untersuchung der reaktiven und proaktiven Gründe, die zu einer Desinvestition führen können.
3 Desinvestitionsformen: Detaillierte Erläuterung der Formen Sell-off, Management Buy-Out und Spin-off.
4 Unternehmenswertsteigerung durch Desinvestitionen: Theoretische Herleitung der Wertsteigerung mittels Shareholder-Value-Ansatz, Principal-Agent-Theorie und Kapitalmarkttheorie.
5 Grundmodell zur wertsteigernden Nutzung von Desinvestitionen: Erarbeitung eines ganzheitlichen Prozessmodells, das strategische Planungsphasen integriert.
6 Fazit: Zusammenfassende Thesen zur Bedeutung von Desinvestitionen als Instrument für die wettbewerbsstrategische Unternehmensentwicklung.
Desinvestition, Unternehmenswertsteigerung, Shareholder Value, Principal-Agent-Theorie, Kapitalmarkttheorie, Sell-off, Management Buy-Out, Spin-off, Strategische Unternehmensführung, Werttreiber, Rendite, Risiko, Portfoliostrategie, Restrukturierung, Prozessmanagement
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung von Desinvestitionen als strategisches Instrument zur aktiven Unternehmenswertsteigerung, anstatt sie lediglich als reaktive Krisenmaßnahme zu betrachten.
Zentrale Felder sind die Motivanalyse für Desinvestitionen, die Darstellung verschiedener Desinvestitionsformen sowie die theoretische Fundierung durch ökonomische Konzepte wie den Shareholder Value.
Das Ziel ist es, das Wertsteigerungspotenzial von Desinvestitionen zu identifizieren und ein Grundmodell zu entwickeln, das Unternehmen bei einer proaktiven, wertorientierten Strategiegestaltung unterstützt.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die theoretische Verknüpfung von Shareholder-Value-Konzepten, Principal-Agent-Ansätzen sowie der Kapitalmarkttheorie (insb. CAPM).
Im Hauptteil werden zunächst die Motive und Formen der Desinvestition geklärt, bevor detailliert dargelegt wird, wie diese durch verschiedene Theorien zur Wertsteigerung beitragen können. Abschließend wird ein Prozessmodell für die praktische Umsetzung entworfen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Desinvestition, Shareholder Value, Agency-Kosten, Kapitalmarkttheorie und strategische Unternehmensführung geprägt.
Während traditionelle Ansätze Desinvestitionen meist als Folge von Fehlentscheidungen oder zur Krisenbewältigung sehen, stellt diese Arbeit Desinvestitionen als offensive strategische Alternative dar, die in einem normalen strategischen Zyklus zur Optimierung genutzt wird.
Sie dient zur Erklärung, wie Desinvestitionen helfen können, Zielkonflikte zwischen Managern und Anteilseignern zu reduzieren, beispielsweise durch veränderte Anreizstrukturen oder eine Reduktion von Agency-Kosten.
Es dient als objektivierbarer Maßstab, um den Erfolg von Desinvestitionsentscheidungen an der langfristigen Wertschaffung für die Eigentümer zu messen und verschiedene Alternativen vergleichbar zu machen.
Das Modell integriert Desinvestitionen in einen ganzheitlichen strategischen Führungszyklus, bestehend aus den fünf Phasen: Initiierung, Suche, Bewertung/Auswahl, Realisierung und Kontrolle.
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