Bachelorarbeit, 2017
85 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Störungsbilder
2.2 Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen
2.2.1 Personenbezogene Faktoren
2.2.2 Soziokulturelle Faktoren
2.2.3 Rolle der Medien
2.2.4 Körperbild vs. Schönheitsideal
2.2.5 Veränderung und Anpassung des Ess- und Sportverhaltens
2.3 Instagram
3 Fragestellung und Hypothesen
4 Methode
4.1 Stichprobenbeschreibung
4.2 Material
4.3 Durchführung
4.4 Statistische Auswertung
5 Ergebnisse
5.1 Unterschiede – Zentrale Tendenzen und Mittelwerte
5.2 Zusammenhänge zwischen den Variablen
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse
6.2 Limitation und weiterführende Forschung
6.3 Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung des Einflusses von fitnessrelevanten visuellen Stimuli auf der Social-Media-Plattform Instagram auf die Stimmung, die Körperunzufriedenheit und das Essverhalten junger Frauen zwischen 18 und 24 Jahren.
2.2.2 Soziokulturelle Faktoren
Unter dem Begriff soziokulturell ist die Gesamtheit der kulturellen, sozialen und politischen Einflüsse einer Gesellschaft zu verstehen, welche auf den Einzelnen Einfluss nehmen. Dazu gehören bestimmte Normen und Werte, die allgemein geltend sind (Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V., 2009). Diesbezüglich ist laut der Soziokulturellen Theorie bekannt, dass Inhalte und Wissen von interpersonellen Einflüssen (Eltern, Peers) entscheidende Wirkungen auf das individuelle Körperbild und die essenbezogenen Gedanken haben können (Thompson, J. K.; Heinberg, L. J.; Altabe, M.; Tantleff-Dunn, S. (Hrsg.), 1999). Die Theorie kann demnach in verschiedene Richtungen wirken. Wenn Eltern selbst unzufrieden mit ihrem Körper sind und Diätverhalten offen, erkennbar zeigen, wird dieses Verhalten auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei den Kindern anzutreffen sein (Fulkerson, J. A.; McGuire, M. T.; Neumark-Sztainer, D.; Story, M.; French, S. A. & Perry, C. L., 2002). Aber auch entgegengesetzt können Eltern ein essgestörtes Verhalten und eine falsche Körperwahrnehmung bei ihren Kindern unbeabsichtigt fördern.
Sind Eltern sehr gewichtsbedacht in Bezug auf die eigenen Kinder, kritisieren deren Körper und leisten Unterstützung bei einer Diät, kann sich das ebenso negativ auf das Essverhalten und Selbstwahrnehmung der Kinder auswirken (Fulkerson et al., 2002; Stice, 2002).
Die Jugend ist die Zeit der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung. Insbesondere die heranwachsenden jungen Frauen ziehen die öffentlich zugänglichen Medien als vertrauensvolle Quelle zu Rate, um zu erfahren, was die soziale, geschlechtsbezogene Norm ist, wie diese aussieht und praktisch umzusetzen ist (Lloyd, 2002; Thompson, van den Berg, Roehrig, Guarda & Heinberg, 2004). Die starke Präsenz der Äußerlichkeiten und Inhalte zu Schönheit, Fitness, Attraktivität führen letztendlich zu einer Objektivierung und Versachlichung des Körpers der Frau (Boepple & Thompson, 2015; Slater, Tiggemann, Hawkins & Werchon, 2012a).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema des westlichen Schönheitsideals und dessen Verbreitung über die Plattform Instagram.
2 Theoretischer Hintergrund: Darstellung der klinischen Essstörungsbilder, deren Entstehungsfaktoren sowie der Rolle von Medien und Körperbild.
3 Fragestellung und Hypothesen: Herleitung der wissenschaftlichen Forschungsfragen und Erläuterung der erwarteten Zusammenhänge zwischen Medieneinfluss und Verhalten.
4 Methode: Beschreibung des experimentellen Designs, der Stichprobe sowie der eingesetzten Fragebögen und statistischen Verfahren.
5 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Analysen bezüglich der Auswirkungen von Stimuli auf Stimmung, Unzufriedenheit und Essverhalten.
6 Diskussion: Interpretation der Befunde im theoretischen Kontext sowie Reflexion der Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschung.
Social Media, Instagram, Schönheitsideal, Körperunzufriedenheit, Essverhalten, Diätverhalten, Sozialer Vergleich, Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, Medienwirkung, Selbstwert, Fitnessbilder, Psychologie, Identitätsentwicklung, Körperwahrnehmung.
Die Arbeit untersucht den psychologischen Einfluss von fitnessorientierten Inhalten auf der Social-Media-Plattform Instagram auf das Essverhalten und die Körperwahrnehmung junger Frauen.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des modernen Schönheitsideals, die psychologischen Mechanismen der Körperunzufriedenheit und die Auswirkungen von medialen Aufwärtsvergleichen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Konfrontation mit fitnessrelevanten Stimuli auf Instagram die aktuelle Stimmung verschlechtert, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper erhöht und das Essverhalten (z.B. durch gesteigerten Kalorienkonsum) negativ beeinflusst.
Es wurde ein experimentelles Design gewählt, bei dem 30 weibliche Probanden randomisiert einer Interventionsgruppe (fitnessrelevante Bilder) oder einer Kontrollgruppe (neutrale Bilder) zugeteilt wurden, gefolgt von einer statistischen Auswertung via SPSS.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Essstörungen und sozialen Einflüssen, die detaillierte Beschreibung der Methodik sowie die statistische Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Die wichtigsten Begriffe sind Social Media, Instagram, Schönheitsideal, Körperunzufriedenheit, Essverhalten und Sozialer Vergleich.
Die Stimmung in der Interventionsgruppe verschlechterte sich nach der Konfrontation mit fitnessrelevanten Stimuli im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant.
Überraschenderweise zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Anzahl der verzehrten Kalorien zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe, wenngleich Tendenzen bei den Einzelwerten erkennbar waren.
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