Diplomarbeit, 2010
204 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Das Störungsbild Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit bzw. ohne Hyperaktivität
2.1. Begriff
2.2. Klassifikation
2.2.1. Subtypen
2.2.2. Ausschlusskriterien
2.2.3. Komorbidität
2.3. Symptomatik
2.3.1. Kernmerkmale
2.3.2. Problemsituationen
2.3.3. Begleit- und Folgesymptomatik
2.3.4. AD(H)S als Entwicklungsgefährdung bzw. nachhaltiges Entwicklungsrisiko
2.4. Pathogenese
2.4.1. Neurobiologische Befunde
2.4.2. Genetische Faktoren
2.4.3. Psychosoziale Bedingungen
2.4.4. AD(H)S als multifaktorielles Geschehen
2.5. Behandlungsansätze
2.5.1. Multimodaler Behandlungsansatz
2.5.2. Psychoedukation
2.5.3. Pharmakotherapie
2.5.4. Klassische und kognitive Verhaltenstherapie
2.5.5. Biofeedbackverfahren
2.5.6. Systemisch-ökologische Sichtweise
2.5.7. Wirksamkeit der Behandlungsansätze
3. Elterntrainings
4. Beschreibung des Evaluationsgegenstands
4.1. Das Fundament des evaluierten Trainings
4.1.1. Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten nach MANFRED DÖPFNER
4.1.2. Parent Effectiveness Training (Familienkonferenz) nach THOMAS GORDON
4.2. Wesentliche Komponenten des Trainings
4.3. Beschreibung der einzelnen Trainingseinheiten
4.3.1. Erste Trainingseinheit
4.3.2. Zweite Trainingseinheit
4.3.3. Dritte Trainingseinheit
4.3.4. Vierte Trainingseinheit
4.3.5. Fünfte Trainingseinheit
4.3.6. Sechste Trainingseinheit
4.3.7. Siebte Trainingseinheit
4.3.8. Achte Trainingseinheit
4.3.9. Neunte Trainingseinheit
4.3.10. Zehnte Trainingseinheit
5. Eigene Fragestellungen und Hypothesen
6. Variablen
7. Methodik und Untersuchungsdesign
7.1. Messinstrument Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
7.1.1. Inhaltlicher Aufbau
7.1.2. Reliabilität und Validität
7.1.3. Objektivität
7.2. Stichprobe
7.3. Durchführung der Untersuchung
7.4. Datenauswertung
8. Darstellung der Ergebnisse
8.1. Stichprobenbeschreibung
8.2. Symptomausprägung
8.3. Kompetenzen
8.4. Problembelastung
8.5. Hypothesenprüfung
8.5.1. Symptomausprägung
8.5.1.1. Aufmerksamkeitsstörung
8.5.1.2. Überaktivität
8.5.1.3. Impulsivität
8.5.1.4. Gesamtskala „Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung“
8.5.2. Kompetenzen
8.5.3. Problembelastung
8.5.3.1. Klinische Bedeutsamkeit
8.5.3.2. Generalisierungsgrad der Symptomatik
8.6. Zusammenfassung der Ergebnisse
9. Diskussion
9.1. Diskussion der Ergebnisse
9.1.1. Symptomausprägung
9.1.2. Kompetenzen
9.1.3. Problembelastung
9.2. Diskussion der Behandlungsansätze
9.3. Diskussion des empirischen und methodischen Vorgehens
10. Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, wissenschaftlich fundierte Informationen zum Störungsbild AD(H)S zusammenzustellen und dieses aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um daraus Argumente für die Relevanz familienzentrierter Interventionen abzuleiten. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern ein evaluiertes Elterntraining die Symptomausprägung, die kindlichen Kompetenzen und die elterliche Problembelastung beeinflussen kann.
2.3.1. Kernmerkmale
Die von einer AD(H)S betroffenen Kinder weisen verglichen mit Gleichaltrigen ausgeprägte Auffälligkeiten meist in drei Kernbereichen auf: Störungen der Aufmerksamkeit, Konzentrationsschwächen, impulsives Verhalten und Hyperaktivität (vgl. DÖPFNER ET AL. 2006, S.13). Auf diese soll im Folgenden näher eingegangen werden, um einen tieferen Einblick in das Störungsbild AD(H)S zu gewährleisten.
Störungen der Aufmerksamkeit äußern sich darin, dass „Aufgaben vorzeitig abgebrochen und Tätigkeiten nicht beendet werden“ (DÖPFNER ET AL. 2008, S.257), was sich vor allem bei solchen Beschäftigungen zeigt, die kognitiven Einsatz bzw. geistige Anstrengungen erfordern (vgl. DÖPFNER ET AL. 2006, S.13). Die Kinder zeigen Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit dauerhaft auf die Bearbeitung einer Aufgabe zu richten und wechseln häufig von einer Aktivität bzw. Aufgabe zu einer anderen. Viele Autoren vermuten, dass das Interesse an einer Aufgabe abnimmt, „(…) weil sie zu einer anderen hin abgelenkt werden“ (DÖPFNER 2000, S.152). Neben der kurzen Aufmerksamkeitsspanne fällt es ihnen schwer, Einzelheiten zu beachten, ihre Aktivitäten zu organisieren bzw. strukturieren sowie sich beim Lösen von Aufgaben dauerhaft auf ihr Ziel zu konzentrieren (vgl. LAUTH & SCHLOTTKE 2009, S. 3-4). Infolgedessen kommt es häufig zu Flüchtigkeitsfehlern – die betroffenen Kinder erscheinen unordentlich und vergesslich, sind leicht ablenkbar und wenden sich schnell neuen, interessanter erscheinenden Dingen zu (vgl. DÖPFNER ET AL. 2007, S.3). Selbststrukturierung und -orientierung sind eher mangelhaft ausgebildet (vgl. FITZNER/STARK 2000, S.27).
Menschen mit ADHS sind sowohl in ihrer Daueraufmerksamkeit als auch in ihrer Fähigkeit zur selektiven Aufmerksamkeit eingeschränkt: Ersteres umfasst die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit bezüglich einer Aufgabe über längere Zeit, Letzteres betrifft die Fokussierung auf aufgabenrelevante Reize bei gleichzeitigem Ignorieren irrelevanter Reize (vgl. DÖPFNER ET AL. 2007 S.2-3).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Prävalenz, Stabilität und psychosoziale Belastung von AD(H)S und motiviert die Notwendigkeit familienzentrierter Interventionen wie Elterntrainings.
2. Das Störungsbild Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit bzw. ohne Hyperaktivität: Dieses Kapitel definiert das Störungsbild, erläutert die Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV), beschreibt die Symptomatik, Pathogenese und liefert einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze.
3. Elterntrainings: Hier werden Elterntrainings als Form der familienzentrierten Intervention theoretisch verortet und deren zentrale Wirkkomponenten im Kontext von AD(H)S dargestellt.
4. Beschreibung des Evaluationsgegenstands: Das Kapitel beschreibt das spezifische, in der Untersuchung evaluierte Elterntraining, das auf den Ansätzen von Döpfner und Gordon basiert, sowie dessen methodischen Aufbau.
5. Eigene Fragestellungen und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden gerichtete Hypothesen zur Wirksamkeit des Elterntrainings in Bezug auf Symptomausprägung, Kompetenzen und Problembelastung aufgestellt.
6. Variablen: Hier werden die untersuchten Variablen und deren Operationalisierung zur empirischen Überprüfung der Hypothesen definiert.
7. Methodik und Untersuchungsdesign: Dieser Abschnitt beschreibt das Messinstrument (FBB-ADHS), die Stichprobe, den Ablauf der Studie im Vorher/Nachher-Design sowie die statistische Auswertung.
8. Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden deskriptiv und inferenzstatistisch analysiert, wobei signifikante Verbesserungen in mehreren Bereichen aufgezeigt werden.
9. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert sie im Kontext bestehender Forschung und beleuchtet die methodischen Grenzen der Untersuchung sowie Konsequenzen für die Praxis.
10. Ausblick: Der Ausblick formuliert Empfehlungen für künftige Forschungsvorhaben und betont die Bedeutung einer verbesserten Aufklärung und gesellschaftlichen Akzeptanz von AD(H)S-Interventionen.
AD(H)S, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hyperaktivität, Elterntraining, multimodale Therapie, Symptomausprägung, Problembelastung, kognitive Verhaltenstherapie, Familienkonferenz, psychoedukative Ansätze, systemisch-ökologische Sichtweise, Erziehungskompetenz, Evaluation.
Die Arbeit befasst sich mit der Evaluation eines Elterntrainings zur Unterstützung von Familien mit Kindern, bei denen ein Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (AD(H)S) diagnostiziert wurde.
Die zentralen Themen umfassen die Symptomatik und Pathogenese von AD(H)S, verschiedene Behandlungsansätze sowie die theoretische Fundierung und empirische Überprüfung von Elterntrainings als familienzentrierte Intervention.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit eines spezifischen Elterntrainings im Hinblick auf eine Reduktion der kindlichen Symptomatik, eine Steigerung der kindlichen Kompetenzen und eine Verringerung der elterlichen Problembelastung.
Die Autorin nutzt ein quantitatives Untersuchungsdesign mit Vorher/Nachher-Messungen mittels standardisierter Fragebögen (FBB-ADHS), um die Effekte der Intervention statistisch zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Störungsbildes, eine detaillierte Beschreibung des Evaluationsgegenstands (das Training) und einen ausführlichen Methodik- und Ergebnisteil zur empirischen Analyse.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie AD(H)S, Elterntraining, multimodale Therapie, Symptomreduktion, Erziehungskompetenz und systemische Familientherapie charakterisieren.
Die Familienkonferenz nach Thomas Gordon ist ein zentrales Element des evaluierten Trainings, da sie Methoden zur gewaltfreien Konfliktlösung, aktives Zuhören und die Anwendung von Ich-Botschaften vermittelt, um die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig zu verbessern.
Die Ergebnisse belegen, dass Elterntrainings wirksame Instrumente sind, um die elterliche Belastung (insbesondere die klinische Bedeutsamkeit) signifikant zu senken und die Symptomatik der Kinder (insbesondere die Aufmerksamkeitsstörung) positiv zu beeinflussen.
Diese Materialien sind essenziell für den Transfer des Erlernten in den Familienalltag; sie dienen der Bewusstmachung eigener Interaktionsmuster und der konkreten Umsetzung erzieherischer Strategien durch die Eltern.
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