Masterarbeit, 2017
75 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Charakteristika des europäischen Profifußballs
2.1. Besonderheiten
2.2. Zielfunktionen
2.3. Elemente des Arbeitsmarktes
2.3.1. Neoklassische Lohntheorie
2.3.2. Zwei-Team-Spielermarktmodell
3. Potenzielle Ineffizienzen des europäischen Profifußballs
3.1. Potenzielle Ineffizienzen durch kollektive Überinvestition
3.2. Potenzielle Ineffizienzen durch sportliche Unausgeglichenheit
4. Salary Caps
4.1. Grundlagen und Varianten
4.1.1. Hard Cap
4.1.2. Soft Cap
4.2. Zusammenfassende Bewertung der Varianten
5. Kritische Betrachtung
5.1. Mögliche Probleme der Modellannahmen
5.2. Mögliche Probleme der Implementierung
6. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht aus einer ökonomischen Perspektive, ob die Implementierung von Gehaltsobergrenzen, sogenannten "Salary Caps", im europäischen Profifußball theoretisch gerechtfertigt werden kann, um bestehende Ineffizienzen wie Überinvestitionen und mangelnde sportliche Ausgeglichenheit zu bekämpfen.
2.1. Besonderheiten
Wie Neales Artikel „The Peculiar Economics of Professional Sports“ bereits sehr treffend titelt, birgt die professionelle Sportindustrie einige erwähnenswerte Besonderheiten, die auch den europäischen Profifußball in vielerlei Hinsicht betreffen. Anders als man es von klassischen Industrien gewohnt ist, stellt beispielsweise die Monopolstellung für einen Sportverein kein wünschenswertes Ziel dar. Falls gesetzlich zugelassen, wäre es nämlich für eine herkömmliche Firma oft gewinnmaximierend und optimal, die Konkurrenz mit allen Mitteln zu bekämpfen, um so eine alleinige Vormachtstellung in dem jeweiligen Markt zu erzwingen (vgl. Neale, 1964, S.1f.). Dass dies in der Sportindustrie nicht der Fall ist, liegt an dem Produkt selbst. Hierbei handelt es sich im Profifußball um das Spiel oder vielmehr um den Wettbewerb, der sich aus vielen verschiedenen Partien zusammensetzt (vgl. Swieter, 2002, S.60) und in Kombination mit den Stadionbesuchern durch die Medien vermarktet wird. Entscheidender Knackpunkt für eine erfolgreiche Vermarktung ist aber vor allem, dass es ohne Gegner keinen Wettkampf geben kann. Der Extremfall, in dem nur eine Mannschaft aufs leere Tor spielt, kann sehr gut verbildlichen, dass dies nicht dem entspricht, was die Nachfrager der Dienstleistung sehen wollen. Durch die Monopolstellung einzelner Vereine würde also das Zuschauerinteresse wegfallen, wodurch es zu einem Marktversagen kommen würde, da sämtliche Einnahmen ausblieben (vgl. Borland und MacDonald, 2003, S.478). Neale (1964, S.2f.) nennt diese notwendige Koproduktion, bei der mindestens zwei Teams voneinander abhängig sind „Inverted Joint Product“. Es handelt sich hierbei um eine Wortschöpfung die das Gegenteil zum bekannten „Joint Product“ beschreibt, was ganz klassisch bedeutet, dass aus einem Produktionsprozess mehrere Produkte entstehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die ökonomische Relevanz von Spielergehältern heraus und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Rechtfertigung von Salary Caps im europäischen Profifußball.
2. Charakteristika des europäischen Profifußballs: Das Kapitel analysiert Besonderheiten der Sportindustrie, verschiedene Zielfunktionen von Vereinen und erarbeitet theoretische Grundlagen des Arbeitsmarktes.
3. Potenzielle Ineffizienzen des europäischen Profifußballs: Hier werden kollektive Überinvestition und sportliche Unausgeglichenheit als zentrale, ineffiziente Problemfelder der europäischen Ligen identifiziert.
4. Salary Caps: In diesem Kapitel werden verschiedene Formen von Gehaltsobergrenzen definiert und ihre theoretische Eignung zur Regulierung der identifizierten Ineffizienzen bewertet.
5. Kritische Betrachtung: Dieses Kapitel hinterfragt die Modellannahmen und die praktische Implementierbarkeit von Salary Caps unter den strukturellen Bedingungen des europäischen Ligasystems.
6. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Salary Caps zwar wohlfahrtsverbessernd wirken könnten, ihre Implementierung in Europa jedoch aufgrund struktureller Unterschiede schwierig bleibt.
Salary Cap, Profifußball, ökonomische Analyse, Spielergehälter, Ineffizienz, Überinvestition, sportliche Ausgeglichenheit, Wettbewerb, Gewinnmaximierung, Spielerfolgsmaximierung, Arbeitsmarkt, Wohlfahrt, Two-Team-Modell, Hard Cap, Soft Cap.
Die Arbeit analysiert ökonomisch, ob die Einführung von Gehaltsobergrenzen (Salary Caps) in europäischen Fußballligen sinnvoll ist.
Zentral sind die Untersuchung von Spielergehältern, die ökonomischen Besonderheiten des Sportmarktes, die Identifikation von Marktineffizienzen und die Evaluation von Regulierungsmechanismen.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob Salary Caps theoretisch dazu beitragen können, Ineffizienzen wie kollektive Überinvestition und mangelnde sportliche Ausgeglichenheit erfolgreich zu bekämpfen.
Die Arbeit nutzt überwiegend theoretische mikroökonomische Modelle, insbesondere das sogenannte Zwei-Team-Spielermarktmodell, um die Auswirkungen von Gehaltsobergrenzen zu untersuchen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Charakteristika der Sportindustrie, analysiert ineffiziente Marktphänomene und prüft die Wirkungsweise verschiedener Salary-Cap-Varianten sowie deren kritische Umsetzbarkeit in Europa.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Salary Cap, Competitive Balance, Profitmaximierung, Spielerfolgsmaximierung und ökonomische Ineffizienz geprägt.
Das Modell dient als grundlegendes Analysewerkzeug, um die Auswirkungen von Gehaltsobergrenzen auf die Talentallokation und die ökonomische Wohlfahrt der beteiligten Akteure grafisch und theoretisch darzustellen.
Ein Hard Cap ist eine strikte Gehaltsobergrenze ohne Ausnahmeregelungen, während ein Soft Cap eine Schwelle mit potenziellen Ausnahmen für die Vereine darstellt.
Die Autorin betont, dass die strukturellen Gegebenheiten, wie das offene Ligasystem mit Auf- und Abstiegen sowie fehlende Konkurrenzlosigkeit der Ligen, die Implementierung und Wirksamkeit im Vergleich zu nordamerikanischen Systemen erschweren.
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