Masterarbeit, 2018
99 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen der Filmwirtschaft
2.1 Filmbegriff
2.2 Wertschöpfungskette
2.3 Veränderungen durch technischen Fortschritt
2.4 Aufmerksamkeit und Werbung
3 Ökonomische Problemfelder in Filmmärkten
3.1 Marktmacht
3.2 Öffentliches Gut
3.3 Externe Effekte
3.4 Informationsdefizite
3.5 Meritorik
3.5.1 Defintion und Kritik
3.5.2 Meritorik in der Filmwirtschaft
4 Öffentliche Filmförderung
4.1 Typische Kategorien
4.1.1 Förderungsmotive
4.1.2 Förderungsvoraussetzungen
4.1.3 Förderungsinstrumente
4.1.4 Förderungsebenen
4.2 Mögliche Auswirkungen
4.2.1 Politökonomische Aspekte
4.2.2 Wirtschaftliche Aspekte
4.2.3 Auswirkungen auf Filmhersteller und kulturelle Aspekte
4.3 Privatwirtschaftliche Alternativen
4.4 Zwischenfazit
5 Europäische Filmförderung
5.1 Ausgestaltung
5.1.1 MEDIA
5.1.2 AVMDR
5.1.3 Andere Programme
5.2 Begründung und Ziele
5.3 Bewertung
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert die ökonomischen Besonderheiten der Filmwirtschaft und untersucht, inwiefern staatliche Filmförderungsmaßnahmen – insbesondere auf europäischer Ebene – gerechtfertigt sind und wie diese zu bewerten sind. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die Filmförderung tatsächlich Marktversagen beheben kann oder ob sie zu ineffizienten Strukturen führt.
3.1 Marktmacht
Ein Unternehmen mit Marktmacht ist bei mangelndem Wettbewerb in der Lage, seine Preise oberhalb der Grenzkosten anzusetzen. Diese Form des Marktversagens hat Wohlfahrtsverluste zur Folge und erhöht die Produzentenrente. Statistische Hinweise auf Marktmacht geben hohe Marktkonzentrationen und hohe Preisaufschläge auf die Grenzkosten, wobei letztere deutlich schwerer zu bestimmen sind (vgl. Dewenter/Rösch, 2015, S. 100-102). Konzentrierte Strukturen oder sogar Monopolmärkte können in Bereichen mit hohen Fixkosten und Größenvorteilen natürlich entstehen (vgl. Beck, 2018, S. 20). Damit entsprechende Fixkosten nicht bei einer Vielzahl von Unternehmen anfallen, sind Oligopole oder Monopole dann grundsätzlich effizienter als die Bereitstellung durch viele Unternehmen. Um Marktversagen in Form von Missbrauch der Marktmacht zu verhindern, bedarf es jedoch potenzieller Konkurrenten oder regulatorischer Eingriffe.
Es gibt zahlreiche Aspekte, die das Ent- und Bestehen von Marktmacht in der Filmwirtschaft begünstigen. Dabei sind zunächst die hohen und vollständig versunkenen Produktions- und Marketingkosten zu nennen. Bei großen US-amerikanischen Produktionen reichen diese von 150 Millionen bis zu über einer halben Milliarde US-$. Diese Investitionen sind zudem sehr spekulativ. Zum einen können im Rahmen der Produktion unvorhergesehene Probleme auftreten - mit dem Potenzial, das gesamte Filmprojekt scheitern zu lassen. Zum anderen hängt der kommerzielle Erfolg eines Films auch von vielen unkontrollierbaren Faktoren auf den Absatzmärkten ab und es bestehen insofern Nachfrageunsicherheiten (vgl. Finney, 2015, S. 8).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Relevanz der Filmbranche ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Rechtfertigung und Bewertung staatlicher Filmförderung.
2 Grundlagen der Filmwirtschaft: Dieses Kapitel definiert den Filmbegriff und erläutert die komplexe Wertschöpfungskette sowie die Auswirkungen technischer Innovationen und digitaler Distributionswege.
3 Ökonomische Problemfelder in Filmmärkten: Hier werden zentrale ökonomische Theorien auf Filmmärkte angewendet, um zu analysieren, wo Marktversagen durch Marktmacht, öffentliche Güter, externe Effekte, Informationsdefizite und Meritorik entsteht.
4 Öffentliche Filmförderung: In diesem Kapitel werden typische Kategorien, Ziele und Instrumente der Filmförderung diskutiert und kritisch auf ihre Auswirkungen, auch unter politökonomischen Gesichtspunkten, untersucht.
5 Europäische Filmförderung: Dieser Teil analysiert die Ausgestaltung, Ziele und Bewertung europäischer Fördermaßnahmen mit besonderem Fokus auf das Programm MEDIA sowie die AVMDR.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der ökonomischen Analyse zusammen und bewertet die Rolle der Filmförderung bei der Bewältigung struktureller Probleme in der europäischen Filmwirtschaft.
Filmförderung, Filmwirtschaft, Marktversagen, Marktmacht, Öffentliche Güter, Externe Effekte, Informationsdefizite, Meritorik, MEDIA, Politische Ökonomie, Rent-Seeking, Subventionsmentalität, Europäische Union, Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfungskette
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Grundlagen der Filmwirtschaft und analysiert, inwiefern staatliche Subventionen und Filmförderung als Instrumente zur Korrektur von Marktversagen ökonomisch sinnvoll sind.
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Besonderheiten des Films, verschiedene Ansätze des Marktversagens, die Auswirkungen von Filmförderungsstrukturen auf den Wettbewerb sowie die spezifische Rolle der europäischen Filmförderung.
Das Hauptziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, ob und wie Filmförderung ökonomisch begründet und gestaltet sein muss, um einen Mehrwert zu schaffen, anstatt ineffiziente Strukturen zu zementieren.
Der Autor nutzt vorrangig medienökonomische Theorien und Modelle sowie Ansätze der Neuen Politischen Ökonomie, um staatliche Eingriffe und das Verhalten beteiligter Akteure kritisch zu beleuchten.
Im Hauptteil werden zunächst klassische ökonomische Problemfelder wie Marktmacht und Informationsasymmetrien untersucht, anschließend werden Kategorien, Instrumente und die politökonomischen Auswirkungen der Filmförderung (z.B. Rent-Seeking) diskutiert.
Die Untersuchung konzentriert sich auf Begriffe wie Marktversagen, Filmförderung, öffentliche Güter, externe Effekte, Meritorik sowie die politökonomische Analyse der Förderpraxis.
Der Autor bewertet das MEDIA-Programm als ein zwar inhaltlich ausgewogenes, aber aufgrund seiner im Vergleich zu nationalen Programmen geringen finanziellen Ausstattung als wirtschaftlich eher unbedeutendes Instrument, das vor allem in der Nische der internationalen Kooperation wirkt.
Ein zentrales Problem ist die Zersplitterung der Förderlandschaft, die keine wirkliche Marktkonzentration zulässt, um global mit US-Major Studios zu konkurrieren, und die durch bürokratische Prozesse teils Marktzutrittsbarrieren für neue Akteure schafft.
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