Examensarbeit, 2005
51 Seiten, Note: 1,3
1. Inhalt
2. Einleitung
3. Forschungsüberblick
4. Mensch-Tier-Kommunikation
4.1 Die Soziologische Systemtheorie
4.1.1 Systeme
4.1.2 Soziale Systeme
4.2 Psychologische Interpretation des Kommunikationsbegriffs
4.2.1 Anschlusskommunikation
4.2.2 Beispiel
4.2.3 Kritik
4.3 Bewusstsein als Voraussetzung für Kommunikation
4.4 Kommunikation ohne Subjekte
4.4.1 Soziale Adresse
4.4.2 Krisenfälle
4.4.3 Fazit
4.5 Humanistische Tradition und soziale Systemtheorie
5. Resümee
6. Literatur
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Mensch-Tier-Beziehung aus einer systemtheoretischen Perspektive zu analysieren, um zu klären, wie Soziologie Kommunikation beobachtet, an der Tiere beteiligt sind, ohne dabei in eine psychologische Subjektbetrachtung zu verfallen.
4.4.1 Soziale Adresse
Wenn man von Sozialsystemen spricht, bezieht man sich auf ein bewusstseinsfreies Feld. Dies hat zur Folge, dass es in Sozialsystemen niemanden gibt, der kommuniziert – mit Ausnahme der Kommunikation selbst.79
Nun benötigen Kommunikationsprozesse jedoch ‚Punkte’, denen eine Mitteilung zugerechnet werden kann.80 „Irgend jemand, irgend etwas, muß ein Verhalten vorgeführt haben, an das angeschlossen werden kann, weil es als Mitteilungsverhalten zu deuten gewesen ist, in diesem Sinne also eine Tat, ein Akt, eine Handlung.“81
Kommunikation zeigt sich als eine Reihe von Ereignissen, die sie selbst als Mitteilungshandeln identifiziert. Was genau Mitteilungshandeln ist, legt die Kommunikation selbst fest. Dies kann immer nur dann geschehen, wenn das Mitteilungshandeln bereits geschehen ist, also als Nachtrag. „Sie [die Kommunikation] projiziert Mitteilende und schafft sich damit eine Art Skelett, ein Gerüst, von dem sie sich abstößt bzw. entlangspinnt.“82 Oder anders formuliert, Kommunikation schafft sich eine Matrix durch Mitteilungshandeln, durch die jedes neue Mitteilungshandeln geprüft wird und als solche in Betracht kommt, oder eben nicht. FUCHS nennt dies die „kommunikative Verfertigung von Akteuren“.83 Denn durch die Prüfung des Mitteilungshandelns müssen auch die o.g. ‚Punkte’, denen Kommunikation zugerechnet werden kann, berücksichtigt werden. Um jedoch jegliche psycho-ontologische Betrachtungsweise auszuschließen, also auf keinen Fall zuzulassen, dass von Subjekten oder psychophysischen Einheiten gedacht wird, nennt die Systemsoziologie die ‚Punkte’ auch schlicht: soziale Adressen.84
1. Inhalt: Auflistung der Kapitelstruktur der Arbeit.
2. Einleitung: Einführung in das bisher vernachlässigte Forschungsgebiet der Mensch-Tier-Beziehung und Darlegung der systemtheoretischen Zielsetzung.
3. Forschungsüberblick: Darstellung bisheriger soziologischer Ansätze zur Mensch-Tier-Beziehung und Aufzeigen der Forschungslücke bezüglich Kommunikation.
4. Mensch-Tier-Kommunikation: Hauptteil, der mittels der Systemtheorie von Niklas Luhmann den Kommunikationsbegriff sowie die Adressabilität im Kontext von Mensch und Tier erörtert.
4.1 Die Soziologische Systemtheorie: Grundlagen der systemtheoretischen Betrachtung, insbesondere die Differenzierung von System und Umwelt.
4.1.1 Systeme: Einordnung biologischer, psychischer und sozialer Systeme.
4.1.2 Soziale Systeme: Definition sozialer Systeme als Kommunikationssysteme.
4.2 Psychologische Interpretation des Kommunikationsbegriffs: Erörterung der Kommunikation anhand von drei Selektionen: Information, Mitteilung und Verstehen.
4.2.1 Anschlusskommunikation: Analyse des Prozesses, bei dem Ego auf die Mitteilung von Alter reagiert.
4.2.2 Beispiel: Anwendung der Theorie auf die Interaktion zwischen Hundebesitzer und Hund.
4.2.3 Kritik: Auseinandersetzung mit der psychologischen Lesart des Kommunikationsbegriffs.
4.3 Bewusstsein als Voraussetzung für Kommunikation: Analyse des Verhältnisses von psychischen Systemen (Bewusstsein) und sozialen Systemen (Kommunikation).
4.4 Kommunikation ohne Subjekte: Untersuchung der Adressbildung innerhalb sozialer Systeme ohne Rückgriff auf psychische Subjekte.
4.4.1 Soziale Adresse: Theoretische Herleitung der sozialen Adresse als Zurechnungspunkt für Mitteilungshandeln.
4.4.2 Krisenfälle: Betrachtung der Problematik, wenn Kommunikation nicht eindeutig auf Selbstreferenz schließen kann.
4.4.3 Fazit: Zusammenführende Überlegungen zur Anwendbarkeit der Systemtheorie auf die Mensch-Tier-Kommunikation.
4.5 Humanistische Tradition und soziale Systemtheorie: Gegenüberstellung der Luhmannschen Systemtheorie mit klassischen anthropozentrischen Sichtweisen.
5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse hinsichtlich einer soziologischen Beobachtung, die nicht mehr primär am Menschen als Subjekt orientiert ist.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Mensch-Tier-Kommunikation, Soziologische Systemtheorie, Niklas Luhmann, Soziale Adresse, Anschlusskommunikation, Inklusion, Exklusion, Selbstreferenz, Autopoiesis, System-Umwelt-Differenz, Krisenfall, Sozialsystem, Kommunikation, Adressabilität, Bewusstsein
Die Arbeit untersucht die Mensch-Tier-Kommunikation aus der Perspektive der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann.
Zentrale Themen sind die Systemtheorie, der Kommunikationsbegriff, die Konstruktion sozialer Adressen sowie das Verhältnis von Bewusstsein und Kommunikation.
Das Ziel ist zu analysieren, wie die Soziologie Kommunikation beobachtet, an der Menschen und Tiere beteiligt scheinen, ohne diese als psychische Subjekte zu behandeln.
Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Analyse, insbesondere die Konzepte der autopoietischen Systeme und der sozialen Adresse nach Luhmann und Fuchs.
Der Hauptteil erarbeitet ein Theoriegerüst, in dem Kommunikation als Operation sozialer Systeme definiert und das Problem der Adressabilität bei Tieren reflektiert wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie System-Umwelt-Differenz, Soziale Adresse, Anschlusskommunikation und Autopoiesis charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass nicht das Bewusstsein oder die Sprache des Tieres entscheidend ist, sondern die Kommunikation im sozialen System, die dem Tier eine soziale Adresse und damit Selbstreferenz unterstellt.
Da soziale Systeme autopoietisch sind und nur aus Kommunikation bestehen, spielt die biologische oder psychologische Beschaffenheit des Tierbewusstseins keine Rolle für den Vollzug der sozialen Kommunikation.
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