Masterarbeit, 2019
95 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Übersetzungsrelevante Ausgangstextanalyse
2.1 Form
2.1.1 Äußere Form
2.1.2 Innere Form
2.2 Inhalt
2.2.1 Thema
2.2.2 Thematische Progression
2.3 Situation
2.3.1 Orts- und Zeitpragmatik
2.3.2 Sender- und Empfängerpragmatik
2.4 Funktion
2.4.1 Kommunikationsanlass
2.4.2 Senderintention
3 Übersetzungsauftrag und -strategien
3.1 Übersetzungsauftrag
3.2 Übersetzungsstrategien
4 Zieltext
5 Übersetzungskommentar
5.1 Verständlichkeit
5.1.1 Hinzufügungen
5.1.2 Umstellungen
5.1.2.1 Umstellungen innerhalb von Satzgrenzen
5.1.2.2 Umstellungen über Satzgrenzen hinaus
5.1.3 Substitutionen
5.2 Verdichtung und Implizität
5.2.1 Kürzungen
5.2.1 Simplifizierungen
5.3 Konventionalität
5.3.1 Perspektivenwechsel
5.3.2 Satzzeichenwechsel
5.3.2.1 Runde Klammern
5.3.2.2 Gedankenstriche
5.3.3 Wortartwechsel
5.3.3.1 Nominalisierungen
5.3.3.2 Verbalperiphrasen und Gerundialsätze
5.3.4 Subjektwechsel
5.3.5 Hinzufügungen
5.3.6 Kürzungen
6 Schluss
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Qualität und Komplexität der literarischen Übersetzung durch eine fundierte Analyse und einen detaillierten Übersetzungskommentar zu demonstrieren. Dabei soll aufgezeigt werden, wie ausgebildete Translatoren im Gegensatz zu ungelernten „modernen“ Übersetzern bewusste Strategien anwenden, um den ästhetischen und inhaltlichen Anforderungen des Ausgangstextes gerecht zu werden und die Rolle des Literaturübersetzers in einer sich wandelnden Welt zu verteidigen.
HARRY POTTER, ÜBERSETZER
Es ist eine Binsenweisheit, dass literarische Übersetzungen nur einen kleinen Teil der heutigen Welt der Übersetzungen ausmachen. Trotz der vielen Bücher, die auch weiterhin übersetzt werden, ist es offensichtlich, dass im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts für Medien, Kinofilme, Fernsehserien und Videospiele deutlich mehr Übersetzungen anfallen als für die Literatur.
Zudem ist die literarische Übersetzung jedoch auch nicht repräsentativ für die restlichen Übersetzungsprozesse, die heutzutage stattfinden. Sie ist vielmehr der Hort einer veralteten Tradition, welche in den vorigen Kapiteln dieses Buches behandelt wurde. Sie ist, in hohem Maße, eine letzte Bastion. Die traditionelle Arbeitsweise des Literaturübersetzers ist mühsam, sorgfältig, teuer, verlangt viel Erfahrung und ist vor allem langsam. Zu langsam für die Welt, in der wir leben.
Die Formen des Übersetzens, die sich in den vergangenen Jahrzehnten in den Medien und in der audiovisuellen Welt etabliert haben (und die mittlerweile bereits langsam in der Literatur ankommen), sind von völlig anderen Voraussetzungen geprägt. Im Wesentlichen bedeuten sie eine Abkehr vom traditionellen Übersetzerbild. Anstelle des professionellen Übersetzers drängt sich eine immer anonymere Figur auf, die im Team arbeitet, nicht bezahlt wird (oder zumindest nicht für das Übersetzen), viel mehr auf Technologie zurückgreift und vor allem viel, viel schneller übersetzt. Dieser Prozess ist nicht neu und lässt sich bereits seit Jahrzehnten in Bereichen wie der Übersetzung von Nachrichten oder Software beobachten, aber er schreitet unaufhaltsam voran, insbesondere dank des Internets. Dieses hat sowohl die unmittelbare Kommunikation ermöglicht als auch ein Angebot an Hilfsmitteln geschaffen, die jeder beim Übersetzen eines Dokuments verwenden kann.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der sich wandelnden Rolle des Übersetzers und Vorstellung der Masterarbeit als kommentierte Übersetzung.
2 Übersetzungsrelevante Ausgangstextanalyse: Umfassende Untersuchung der textinternen Faktoren Form und Inhalt sowie der textexternen Faktoren Situation und Funktion des gewählten Ausgangstextes.
3 Übersetzungsauftrag und -strategien: Formulierung des spezifischen Übersetzungsauftrags und theoretische Herleitung der gewählten Global-, Makro- und Mikrostrategien nach dem Modell von Siever.
4 Zieltext: Die eigenständig angefertigte deutsche Übersetzung des ausgewählten Kapitels aus Javier Calvo Perales' Werk.
5 Übersetzungskommentar: Detaillierte Begründung und Analyse der mikrostrategischen Übersetzungsentscheidungen anhand der Makrostrategien Verständlichkeit, Verdichtung, Implizität und Konventionalität.
6 Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion über die Bedeutung der professionellen übersetzerischen Ausbildung gegenüber aktuellen Entprofessionalisierungstendenzen.
Literaturübersetzung, Übersetzerbild, Fanübersetzung, Crowdsourcing, maschinelle Übersetzung, Übersetzungskommentar, Übersetzungsstrategien, Textanalyse, Konventionalität, Verständlichkeit, Verdichtung, Implizität, Translation, Javier Calvo Perales, Translator.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Analyse und Übersetzung eines Kapitels über den Wandel des Übersetzerberufs im 21. Jahrhundert und reflektiert die Rolle des professionellen Literaturübersetzers.
Zentral sind der Kontrast zwischen traditionellem Literaturübersetzen und modernen Phänomenen wie Fanübersetzungen, Crowdsourcing und maschineller Übersetzung sowie die Bedeutung von fachlicher Ausbildung.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass ausgebildete Translatoren durch bewusste Strategiewahl qualitativ überlegene Übersetzungen anfertigen können, die über das bloße Übertragen von Inhalten hinausgehen.
Die Arbeit basiert auf dem „Modell des strategischen Übersetzens“ nach Holger Siever, unterteilt in Global-, Makro- und Mikrostrategien zur Analyse und Durchführung der Übersetzung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Ausgangstextanalyse, die Definition des Übersetzungsauftrags, das Translat selbst und einen ausführlichen, komplementären Übersetzungskommentar.
Schlüsselbegriffe sind Literaturübersetzung, Entprofessionalisierung, Übersetzungsstrategien, Fanübersetzung und technischer Wandel.
Es bietet eine kritische und aktuelle Auseinandersetzung mit der heutigen Situation des Übersetzers, die sowohl das Selbstverständnis des Autors als auch moderne Herausforderungen beleuchtet.
Sie dient als exemplarisches Gegenbeispiel zum professionellen Übersetzen, um die Konsequenzen der Priorisierung von Schnelligkeit gegenüber Qualität und ästhetischer Genauigkeit aufzuzeigen.
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