Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
I. EINLEITUNG
II. DIE WISSENSSOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVE
2.1 WISSEN, SOZIALES HANDELN UND WIRKLICHKEIT
2.2 INSTITUTIONALISIERUNG, OBJEKTIVIERUNG UND LEGITIMIERUNG
2.3 DER DISKURSBEGRIFF
2.4 DIE ROLLE DER MEDIEN
III. ZUR METHODOLOGIE
3.1 WISSENSSOZIOLOGISCHE DISKURSANALYSE ALS FORSCHUNGSPERSPEKTIVE
3.2 FORSCHUNGSGEGENSTAND UND EINGRENZUNG
3.3 DARSTELLUNG DES DATENKORPUS
3.4 VORGEHENSWEISE
IV. FORSCHUNGSFRAGEN UND LEITENDE VERMUTUNGEN
V. ANALYSEERGEBNISSE
5.1 DIE FLÜCHTLINGSTHEMATIK ALS CHANCE
5.2 DIE FLÜCHTLINGSTHEMATIK UNTER DEM ASPEKT DES VERSAGENS
5.3 DIE FLÜCHTLINGSTHEMATIK ALS KRISE DER KRISEN
5.4 ZUSAMMENFASSUNG
5.5 REFLEXION DER WISSENSSOZIOLOGISCHEN DISKURSANALYSE ALS FORSCHUNGSPERSPEKTIVE
VI. FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, wie der Diskurs über die sogenannte Flüchtlingskrise in ausgewählten überregionalen deutschen Qualitätszeitungen konstruiert wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die Flüchtlingsthematik diskursiv als Krise gerahmt wird und welche sozialen Deutungs- und Handlungsstrukturen dabei durch die Medien als Akteure und Diskursträger produziert werden.
3.1 WISSENSSOZIOLOGISCHE DISKURSANALYSE ALS FORSCHUNGSPERSPEKTIVE
Diskurse sind aus wissenssoziologischer Perspektive aus mindestens zwei Gründen relevant: Zum einen stellen sie einen Raum dar, der die öffentliche Konfliktaustragung ermöglicht und durch den damit einhergehenden Prozess der Bedeutungszuschreibung Wissen und soziales Handeln institutionalisiert, objektiviert und legitimiert. Zum anderen regen Diskurse, dadurch bedingt, Interaktionen in Form sozialen Handelns an und leiten dieses entsprechend der vorhergehenden Legitimierung bzw. Delegitimierung sozialen Wissens und/oder Handelns. Dem entsprechend ist es naheliegend, Diskurse zum Untersuchungsgegenstand wissenssoziologischer Forschung zu machen. Obwohl – oder gerade weil – Diskurse die Phänomene, von denen sie handeln, erst mit ihrer spezifischen Bedeutung erzeugen, können diese nicht ohne Weiteres durch eine rekonstruktive Betrachtung der Phänomene erschlossen werden (vgl. Keller 2011: 72). In Bezug auf die vorliegende Forschungsfrage folgt daraus, dass nicht allein durch eine Beobachtung der Ereignisse, die gegebenenfalls mit der Zuwanderung von Flüchtlingen in Verbindung stehen, rekonstruiert werden kann, inwiefern diese als Krise gedeutet wird. Daher stellt sich die Frage, mittels welcher Methode dieser Fragestellung nachgegangen werden kann.
Die wissenssoziologische Diskursanalyse knüpft an den theoretischen Rahmen der Wissenssoziologie von Berger und Luckmann an. Das lässt sich u.a. auf die wissenssoziologischen Konzepte der Institutionalisierung, Objektivierung und Legitimierung zurückführen, da insbesondere diesen eine zentrale Bedeutung in Bezug auf die grundlegenden Begriffe des Wissens, des sozialen Handelns und der Wirklichkeit zukommen. Im Weiteren ist die Betonung der Akteure (eine Erklärung dieses Begriffs folgt im weiteren Verlauf) in diskursiver Hinsicht durch die Wissenssoziologie von Bedeutung (vgl. Keller 2013a: 45). Zusammengefasst unterliegt die wissenssoziologische Diskursanalyse entsprechend der wissenssoziologischen Theorie der zentralen Annahme, dass jegliches Wissen sozial konstruiert und die Wirklichkeit in ihrer Sinnhaftigkeit nicht unmittelbar erfahrbar ist (vgl. Keller 2011: 58f.).
I. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit im Kontext des Flüchtlingsdiskurses und Formulierung der Forschungsfrage.
II. DIE WISSENSSOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVE: Darlegung der theoretischen Grundlagen nach Berger und Luckmann, einschließlich des Diskursbegriffs und der Rolle der Medien als Konstrukteure von Wirklichkeit.
III. ZUR METHODOLOGIE: Erläuterung der wissenssoziologischen Diskursanalyse als qualitative Forschungsmethode und der methodischen Eingrenzung des Datenkorpus.
IV. FORSCHUNGSFRAGEN UND LEITENDE VERMUTUNGEN: Herleitung der forschungsleitenden Vermutungen auf Basis medienwissenschaftlicher und wissenssoziologischer Erkenntnisse.
V. ANALYSEERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung der drei identifizierten Hauptrahmungen (Chance, Versagen, Krise) und deren Subrahmungen.
VI. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Reflexion der methodischen Vorgehensweise sowie Vorschläge für weitere Forschung.
Wissenssoziologische Diskursanalyse, Flüchtlingsdiskurs, Konstruktion der Wirklichkeit, Medienanalyse, Qualitätstageszeitungen, Legitimierung, Krisendiskurs, Deutungsmacht, Soziale Konstruktion, Integrationspolitik, Diskurstheorie, Mediale Berichterstattung, Fremdheit, Solidarität, Institutionen.
Die Arbeit analysiert, wie in überregionalen deutschen Zeitungen über die Flüchtlingsthematik berichtet wird und welche sozialen Deutungsmuster dabei durch die Medien erzeugt werden.
Die Arbeit verknüpft wissenssoziologische Theorie mit aktueller Medienanalyse, um die Darstellung von Flüchtlingen als Chance, Versagen oder Krise zu untersuchen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern konstruiert der Diskurs um die Flüchtlingsthematik diese als Krise?
Es wird die wissenssoziologische Diskursanalyse nach Reiner Keller angewendet, um die Sinn-, Handlungs- und Deutungsstrukturen im untersuchten Datenkorpus zu rekonstruieren.
Im Hauptteil werden die Analyseergebnisse präsentiert, die sich in drei Hauptrahmungen – Chance, Versagen und Krise – gliedern und durch zahlreiche Unterkategorien differenziert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wissenssoziologische Diskursanalyse, Flüchtlingsdiskurs, Konstruktion der Wirklichkeit und Mediale Deutungsmacht.
Während die Rahmung als "Chance" Flüchtlinge als Wissensressource oder Anlass zur Modernisierung sieht, fokussiert die "Krise"-Rahmung auf Überforderung, Gefahren für den EU-Zusammenhalt und Identitätsverlust.
Die EU wird häufig als Akteur thematisiert, wobei die Flüchtlingsthematik hier als Symptom einer tiefergehenden Solidaritäts- und Verwaltungskrise des europäischen Zusammenhalts gedeutet wird.
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