Bachelorarbeit, 2015
40 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1 Violinmusik in der Sowjetunion – Tendenzen der stalinistischen Ära
1.1 „Ideologie und Volksmusik“ – der Sozialistische Realismus in der Musik
1.1.1 Die Rolle der Volksmusik im Sozialistischen Realismus
1.1.2 Die Bedeutung der einzelnen Nationalkulturen
2 Aram Chačaturjan - sein Leben als sowjetischer Künstler und „National“-Komponist der armenischen SSR
3 Elemente der Volksmusik im Konzert für Violine und Orchester d-Moll
3.1 Besonderheiten der armenischen Volksmusik
3.2 Chačaturjans Konzert für Violine und Orchester d-Moll
3.2.1 Einordnung des Violinkonzerts in das Werk Chačaturjans
3.2.2 Elemente der armenischen Volksmusik im 1.Satz des Violinkonzerts
4 Das Violinkonzert von Aram Chačaturjan als Beispiel der sowjetischen Violinliteratur
4.1 Violinmusik der Stalinzeit
4.1.1 Die sowjetische Violinschule
4.1.2 Die sowjetische Violinliteratur der 1930er und 1940er Jahre
4.2 Chačaturjans Violinkonzert als Beispiel?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Violinkonzert d-Moll von Aram Chačaturjan im Kontext der sowjetischen Musikgeschichte der Stalinzeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern dieses Werk als repräsentatives Beispiel für die Violinliteratur dieser Epoche betrachtet werden kann, insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses armenischer Volksmusik.
3.2.2 Elemente der armenischen Volksmusik im 1.Satz des Violinkonzerts
Mit seinem Konzert für Violine und Orchester d-Moll gelang es Aram Chačaturjan, die Klänge der armenischen Volksmusik auf ein gesamtes Orchester zu übertragen. Typisch für viele seiner Werke ist dabei das Vorhandensein zweier besonderer Thementypen. Zum einen gibt es „Kantilenen mit einer improvisierten gussanisch-aschugischen Launenhaftigkeit“, andererseits steht ihnen eine impulsive, sehr stark rhythmische Tanzmusik gegenüber.
Auch das Violinkonzert ist vom Kontrast dieser beiden gegensätzlichen Elemente geprägt. Bereits im zweiten Takt der Einleitung entwickelt sich ein typisches rhythmisches Motiv der armenischen Tanzmusik, welches in Takt 10 von der Solovioline aufgenommen und weitergeführt wird. Die klare perkussive Struktur ähnelt der Begleitmusik des in Armenien verbreiteten Tanzes Kočari, einem Gruppentanz für Männer, der von impulsiven Rhythmen (teilweise auch mit Synkopen und Taktverschiebungen) geprägt ist. Schon das erste Thema zeigt, dass diese beiden Thementypen keineswegs nacheinander erklingen müssen. Zu der energiegeladenen Eröffnung der Sologeige erklingt eine im Klang der Surna naheliegende Melodie von Oboe und Fagott.
1 Violinmusik in der Sowjetunion – Tendenzen der stalinistischen Ära: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Ausrichtung der Musik unter dem Sozialistischen Realismus, die staatliche Reglementierung und die zentrale Rolle der Volksmusik als integratives Element der Nationalkulturen.
2 Aram Chačaturjan - sein Leben als sowjetischer Künstler und „National“-Komponist der armenischen SSR: Hier wird die Biografie Chačaturjans beleuchtet, wobei sein Werdegang als Komponist zwischen der Wahrung armenischer Traditionen und den Anforderungen des sowjetischen Musiklebens dargestellt wird.
3 Elemente der Volksmusik im Konzert für Violine und Orchester d-Moll: In diesem Abschnitt werden die spezifischen Charakteristika der armenischen Volksmusik sowie deren konkrete Einflüsse auf die Kompositionstechnik und Formgestaltung des Violinkonzerts analysiert.
4 Das Violinkonzert von Aram Chačaturjan als Beispiel der sowjetischen Violinliteratur: Das abschließende Kapitel setzt das Werk in Bezug zur allgemeinen Violinliteratur der Stalinzeit und diskutiert den Vorbildcharakter des Konzerts unter Berücksichtigung zeitgenössischer politischer Rahmenbedingungen.
Aram Chačaturjan, Violinkonzert d-Moll, Sowjetische Musikgeschichte, Sozialistischer Realismus, Armenische Volksmusik, David Ojstrach, Musikpolitik, Stalinzeit, Nationale Identität, Formalismus, Aschugenmusik, Transkaukasien, Kompositionstechnik, Musikalische Tradition, Musikwissenschaft
Die Arbeit analysiert das Violinkonzert d-Moll von Aram Chačaturjan und bewertet dessen Eignung als Modellbeispiel für die sowjetische Violinliteratur während der Ära Stalins.
Die zentralen Felder sind die Musikpolitik der Sowjetunion, die Einbindung armenischer Folklore in die abendländische klassische Form sowie die Biografie und das künstlerische Schaffen von Aram Chačaturjan.
Das primäre Ziel ist es, das Violinkonzert von Chačaturjan formal und inhaltlich zu analysieren, um zu klären, inwiefern es die ideologischen Anforderungen der Zeit widerspiegelt oder innovativ mit ihnen umgeht.
Es handelt sich um eine musikwissenschaftliche Analyse, die sowohl historische Quellen (wie Kulturpolitik und Rezeptionsgeschichte) als auch musiktheoretische Detailanalysen von Partiturauszügen umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Kontextualisierung der sowjetischen Musik, eine biographische Skizze Chačaturjans, eine theoretische Herleitung armenischer Musikelemente und eine detaillierte Analyse der strukturellen Merkmale des Violinkonzerts.
Zu den Schlüsselbegriffen zählen Sozialistischer Realismus, armenische Volksmusik (insbesondere Mugame und Aschugenmusik), das Verhältnis zwischen Komponist und Staatsideologie sowie der Einfluss von Interpreten wie David Ojstrach.
Das Konzert ist aufgrund seiner hohen technischen Anforderungen, seiner Popularität und der organischen Verschmelzung orientalischer Melodik mit klassischer Virtuosität ein herausragendes Beispiel für die damalige Zeit.
Sie liefert die melodische Substanz und rhythmische Vitalität, die durch eine geschickte Instrumentierung auf ein symphonisches Orchesterformat übertragen wird, um den Anforderungen der „Allgemeinverständlichkeit“ zu entsprechen.
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