Bachelorarbeit, 2017
44 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Der Wandel industrieller Arbeit
2.1 Historischer Rückblick: Drei Stufen der industriellen Revolution
2.2 Die vierte industrielle Revolution – Industrie 4.0
3 Die Industrie 4.0 als sozio-technisches System
3.1 Die Ebene des Menschen
3.1.1 Die Veränderung der Qualifikationen
3.1.2 Die Rolle der Arbeitnehmer in der Produktion
3.1.3 Die Entgrenzung
3.2 Die Ebene der Technik
3.2.1 Die Technik als Assistenz oder Ersatz
3.2.2 Der Datenschutz
3.3 Die Ebene der Organisation
3.3.1 Der Umgang mit Komplexität und Ungewissheit
3.3.2 Neue Arbeitsformen
4 Die Schnittstellen in der Industrie 4.0
4.1 Mensch – Technik
4.2 Organisation – Mensch
4.3 Technik – Organisation
5 Ausblick
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 auf Arbeitnehmer in der industriellen Fertigung. Basierend auf der Konzeption des sozio-technischen Systems wird analysiert, wie technologische Innovationen die Anforderungen an Arbeitnehmer sowie die organisatorischen Strukturen verändern, um eine humanzentrierte Entwicklungsperspektive zu diskutieren.
3.1.1 Die Veränderung der Qualifikationen
Die Qualifikation eines Menschen ist elementar für die berufliche Laufbahn. Im Zuge von Industrie 4.0-Debatten wird daher vielfach die Frage nach den Auswirkungen auf die Qualifizierung gestellt. Diese ist für Arbeitnehmer von besonderem Interesse, da ihr individuelles Qualifikationsniveau zum einen die Berufswahl beeinflusst und zum anderen maßgeblich dafür verantwortlich ist, ob es überhaupt gelingt, eine Anstellung zu finden. Der Zusammenhang zwischen dem Grad der Qualifikation und der Arbeitslosenquote lässt sich mit Zahlen belegen. So ist die Arbeitslosenquote für geringqualifizierte Menschen in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen und liegt im Jahr 2016 mittlerweile bei 19% (vgl. BMAS 2016, S. 44). Damit ist sie ca. viermal höher, als die von Arbeitnehmern mit einer Berufsbildung (5%) und sogar achtmal höher, als die Arbeitslosenquote von Menschen mit einem Hochschulabschluss (2,5%) (ebd.). Diese Zahlen legen den Schluss nahe, dass sich auch in der Zukunft die Konsequenzen durch den Einsatz von Industrie 4.0-Technologien hinsichtlich des Qualifikationsniveaus unterscheiden werden (vgl. Rinne/Zimmermann 2016, S. 3).
Das Szenario einer Polarisierung von Qualifikationen baut auf diesem Umstand auf und betont, dass mittlere Qualifikationsgruppen, insbesondere aber auch die gering Qualifizierten massiv an Bedeutung verlieren werden (vgl. Hirsch-Kreinsen 2016, S. 11). Darüber hinaus werden, vor dem Hintergrund einer disruptiven Verbreitung der neuartigen Technologien, Tätigkeitsfelder und Berufe mit geringqualifizierten Arbeiten, wie zum Beispiel die Bedienung von Maschinen oder das Zuarbeiten einer Maschine, wegrationalisiert. In Amerika gehen Arbeitsmarktforscher zum Beispiel davon aus, dass durch die Automatisierung in den letzten 30 Jahren insbesondere Tätigkeiten mit hohem Routinegrad weggefallen sind (vgl. Autor/Dorn 2013, S. 1559). Diese Tätigkeiten werden in Algorithmen programmiert und von Maschinen übernommen. Übrig bleiben dann nur Tätigkeiten, die von den Maschinen (noch) nicht ausgeführt werden können, wie beispielsweise das Greifen nach uneinheitlich geformten Gegenständen (vgl. HDE 2015, S. 14).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Industrie 4.0 ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf Arbeitnehmer sowie die zentrale These einer notwendigen, aber gestaltbaren Transformation.
2 Der Wandel industrieller Arbeit: Das Kapitel differenziert die industrielle Entwicklung in vier Stufen und beschreibt die technologischen Grundlagen der Industrie 4.0 sowie deren Einbettung in die Wertschöpfungskette.
3 Die Industrie 4.0 als sozio-technisches System: Hier werden die drei Subsysteme Mensch, Technik und Organisation analysiert, wobei besonders die Auswirkungen auf Qualifikationen, Datenschutz und Organisationsformen im Mittelpunkt stehen.
4 Die Schnittstellen in der Industrie 4.0: Dieses Kapitel betrachtet die Interdependenzen zwischen den Subsystemen Mensch, Technik und Organisation, um Gestaltungsmöglichkeiten für eine humanzentrierte Arbeit zu identifizieren.
5 Ausblick: Es wird dargelegt, dass trotz noch fehlender empirischer Langzeitstudien eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Entwicklungsperspektiven für eine positive Gestaltung der Arbeitswelt essenziell ist.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Zukunft der Industrie 4.0 nicht technologisch determiniert ist, sondern durch den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften aktiv gestaltet werden muss.
Industrie 4.0, sozio-technisches System, Digitalisierung, Arbeitnehmer, Qualifikation, Automatisierung, Datenschutz, Smart Factory, Organisationsstruktur, Schwarm-Organisation, Mensch-Technik-Interaktion, Entgrenzung, Weiterbildung, Arbeitswelt, Technologiegestaltung
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution, bekannt als Industrie 4.0, auf Arbeitnehmer innerhalb industrieller Produktionsprozesse unter Anwendung des sozio-technischen Systemansatzes.
Die zentralen Themen sind der technologische Wandel, die Veränderung von Qualifikationsanforderungen, die organisatorische Gestaltung von Betrieben und die Auswirkungen auf die Arbeitssituation und den Datenschutz.
Das primäre Ziel ist es, die These zu verifizieren, dass Industrie 4.0 zwar hohe Anforderungen stellt, aber durch Gestaltungspotenziale und die Bereitschaft zur Mitwirkung an veränderten Arbeitsabläufen humanzentriert gestaltet werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Anwendung des Konzepts des sozio-technischen Systems, welches Produktionsarbeit als Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation begreift.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen auf die Ebenen Mensch, Technik und Organisation sowie die wechselseitigen Schnittstellen zwischen diesen drei Bereichen.
Wesentliche Begriffe sind Industrie 4.0, Qualifikationswandel, sozio-technische Systeme, Polarisierung, Entgrenzung, Automatisierung und die Rolle des Menschen als Entscheider.
Die Schwarm-Organisation zeichnet sich durch flache Hierarchien, hohe Flexibilität und eine selbstorganisierte Vernetzung aus, während traditionelle Modelle auf zentraler Steuerung und tayloristischer Arbeitsteilung basierten.
Durch die allgegenwärtige Vernetzung und Datenerfassung entsteht die Gefahr der lückenlosen Überwachung („gläserner Mitarbeiter“), was hohe Anforderungen an den Datenschutz durch Technik und Transparenz stellt.
Arbeitnehmer können durch kontinuierliche Weiterbildung, die Einbringung ihres Erfahrungswissens und durch einen aktiven Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt beeinflussen.
Der Differenzansatz betont, dass Technik den Menschen unterstützen und ergänzen sollte, anstatt ihn zu ersetzen, indem er menschliche Intuition und Erfahrungswissen in der Entscheidungsfindung als unverzichtbar betrachtet.
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