Bachelorarbeit, 2016
56 Seiten, Note: 1,0
3. Einleitung
4. Soziale Ungleichheit - Hinführung und Begrifflichkeiten
5. Ungleichheiten in der Gesundheit
5.1 Vertikale Ungleichheiten
5.1.1 Der soziale Gradient der Gesundheit
5.1.2 Erklärungsansätze des sozialen Gradienten
5.1.3 Die Bedeutung des sozioökonomischen Status
5.2 Horizontale Ungleichheiten
5.2.1 Ungleichheiten im Lebensverlauf
5.2.2 Geschlechtsspezifische Ungleichheiten
5.3 Zusammenfassung
6. Ungleichheiten im Gesundheitsverhalten
6.1 Ausprägung von Gesundheitsverhalten im sozialschichtlichen Vergleich
6.1.1 Tabakkonsum
6.1.2 Alkoholkonsum
6.1.3 Ernährung
6.1.4 Körperliche Aktivität
6.1.5 Zusammenfassung
6.1.6 Bewältigungsverhalten
6.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung gesundheitlicher Verhaltensweisen
6.2.1 Sozialpsychologische und sozialwissenschaftliche Betrachtung
6.2.2 Eine soziologische Sichtweise - Lebensstilansätze
6.3 Zusammenfassung
7. Fazit - Gesundheitliche Ungleichheiten im gesellschaftlichen Kontext
8. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlichen Lebenschancen in Deutschland. Ziel ist es, die Entstehungsbedingungen ungleicher Gesundheitschancen im sozioökonomischen Vergleich aufzuzeigen, wobei insbesondere der Einfluss von Gesundheitsverhalten, Lebensstil und sozialen Rahmenbedingungen analysiert wird, um Grundlagen für gesundheitspolitische Maßnahmen zur Verringerung dieser Ungleichheiten zu schaffen.
5.1.1 Der soziale Gradient der Gesundheit
Ungleichheitsverhältnisse in der Gesundheit sind für viele westliche Gesellschaften, der Bundesrepublik Deutschland inbegriffen, seit etwa vier Jahrzehnten hinlänglich dokumentiert. Obwohl das Wohlstandsniveau als Folge wirtschaftlichen Aufschwungs, medizinischer Fortschritte und sozialstaatlicher Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert merklich angestiegen ist, differieren Gesundheitszustand und Lebenserwartung zwischen den einzelnen Sozialschichten in einer Bevölkerung auch heute noch erheblich (vgl. Muff 2009, S.22; Siegrist 2007, S.25; Siegrist/Marmot 2008, S. 15-18).
Erstmals wurde das Phänomen, welches im Begriff der soziale Gradient der Gesundheit Ausdruck findet, im Jahre 1967 in der berühmten britischen Whitehall-Studie festgestellt. Aus dieser ging eine bis zu viermal höhere Sterblichkeit (Mortalität) mit gleichwertig hohem Risiko der Erkrankung (Morbidität) von beruflich schlechter positionierten im Vergleich zu den beruflich besser gestellten Untersuchungspersonen hervor. Auch wenn diese Studie schon etwas älter ist, vermag sie wichtige Erkenntnisse der Forschung zu sozialer Ungleichheit und Gesundheit anschaulich darzustellen, denn sie verdeutlicht den gesetzmäßigen Zusammenhang der Verteilung von Gesundheit und Krankheit in einer Bevölkerung (vgl. Siegrist 2007, S.9): Menschen mit einem niedrigen gesellschaftlichen Status - geringe Bildung, niedrige berufliche Stellung und unzureichendem Einkommen - leiden häufiger an gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und sterben demzufolge früher (vgl. Richter/Hurrelmann 2007, S.3).
Bei den beschriebenen Feststellungen handelt es sich um keine zufällig beobachteten Erscheinungen. Vielmehr zeigen auch internationale Untersuchungen, unabhängig der verwendeten wissenschaftlichen Methoden zur Messung sozialer Schichtung und Gesundheit, wiederholt das gleiche Muster eines erhöhten Krankheitsrisikos, mit der Folge einer niedrigeren Lebenserwartung abhängig von einem ungünstigen Sozialstatus (vgl. Hradil 2009, S.39/40; Siegrist 2007, S.6). Darüber hinaus verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Individuen mit abnehmendem sozialen Status graduell auf jeder Stufe der Gesellschaft (vgl. Muff 2009, S.22/23).
3. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheiten in Deutschland ein und beschreibt den Aufbau der Arbeit sowie die untersuchten Einflussfaktoren.
4. Soziale Ungleichheit - Hinführung und Begrifflichkeiten: Hier werden zentrale Begriffe der sozialen Ungleichheit definiert und das Konzept von vertikalen sowie horizontalen Ungleichheiten erläutert.
5. Ungleichheiten in der Gesundheit: Dieses Kapitel beleuchtet gesundheitliche Disparitäten unter Berücksichtigung der vertikalen Schichtzugehörigkeit und horizontaler Merkmale wie Alter und Geschlecht.
6. Ungleichheiten im Gesundheitsverhalten: Hier werden schichtspezifische Unterschiede im Gesundheitsverhalten (Tabak, Alkohol, Ernährung, Bewegung) sowie theoretische Erklärungsansätze für diese Verhaltensmuster vorgestellt.
7. Fazit - Gesundheitliche Ungleichheiten im gesellschaftlichen Kontext: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit ganzheitlicher politischer Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabechancen.
8. Schlusswort: Das Schlusswort unterstreicht die Dringlichkeit, soziale Ungleichheiten in der Gesundheit als gesellschaftliche Aufgabe anzuerkennen und ressortübergreifend zu bekämpfen.
Soziale Ungleichheit, Gesundheit, sozialer Gradient, sozioökonomischer Status, Gesundheitsverhalten, Lebenserwartung, Lebensstil, soziale Lage, Prävention, Gesundheitsförderung, Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, soziale Milieus, Krankheitsrisiko, Teilhabechancen.
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Zusammenhänge ungleicher Gesundheitschancen in Deutschland im Vergleich verschiedener sozialer Schichten.
Zu den zentralen Themen gehören der soziale Gradient der Gesundheit, die Auswirkungen des sozioökonomischen Status auf das Gesundheitsverhalten und die Bedeutung von Lebensstilen für das individuelle Wohlbefinden.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Ursachen gesundheitlicher Ungleichheiten zu schaffen, um so die Basis für wirksame gesundheitspolitische Interventions- und Präventionsmaßnahmen zu liefern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Aufarbeitung aktueller statistischer Daten und einschlägiger Literatur zur Gesundheitsberichtserstattung, insbesondere auf Daten des Robert Koch-Instituts.
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten sozialer Ungleichheit geklärt, anschließend die gesundheitlichen Auswirkungen von Bildungsstand, Beruf und Einkommen analysiert sowie der Einfluss des individuellen Gesundheitsverhaltens dargelegt.
Die Untersuchung lässt sich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Gesundheitsverhalten, sozioökonomischer Status, Prävention und soziale Schichtung beschreiben.
Bildung fungiert als eine der wichtigsten Ressourcen, die über den Gesundheitszustand entscheidet, da sie Kompetenzen zur gesundheitsförderlichen Lebensgestaltung vermittelt und maßgeblich den beruflichen Status sowie das Einkommen beeinflusst.
Arbeitslosigkeit entzieht dem Individuum stabilisierende Strukturen und soziale Teilhabe, was psychische Belastungen erhöht und häufig zu gesundheitsschädigenden Bewältigungsstrategien wie vermehrtem Tabak- oder Alkoholkonsum führt.
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