Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1.7
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
1.1. Thema und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Methode der Arbeit
1.3. Struktur der Arbeit
2. Merkmale des fremdsprachlichen Hörverstehens
2.1. Die drei Hörphasen
2.2. Psycholinguistische und kognitive Prozesse während des Hörverstehens
2.3. Einflussfaktoren des Hörverstehens
3. Didaktik und Methodik des Hörverstehens
3.1.Zielsetzungen der Vermittlung des Hörverstehens im Deutschen als Fremdsprache
3.2.Integration des Hörverstehens in verbreiteten Unterrichtsmethoden bzw. Ansätzen
3.2.1. Das Hörverstehen in der Grammatik-Übersetzungs-Methode
3.2.2. Das Hörverstehen in der direkten Methode
3.2.3. Das Hörverstehen im kommunikativen Ansatz
3.3. Die drei Hörstrategien
4. Das Hörverstehen im DaF-Unterricht in China
4.1. Ein kurzer Überblick über die deutsche Sprache in China
4.2. Entwicklung fremdsprachlicher Unterrichtsmethoden bzw. Ansätze im DaF-Unterricht in China und Stellenwert des Hörverstehens
4.3. Das Hörverstehen in Lehrwerken in China
4.3.1. Das Hörverstehen im Lehrwerk Hochschuldeutsch
4.3.2. Das Hörverstehen im Lehrwerk Passwort Deutsch
4.4. Die Rolle der Lehrkräfte bei der Vermittlung des Hörverstehens
4.5. Lernschwierigkeiten chinesischer Deutschlernender beim Hörverstehen
4.5.1. Muttersprachliche Interferenz
4.5.2. Fehlende Hörstrategien und Arbeitstechniken
4.5.3. Typische chinesische Lerngewohnheiten
4.5.4. Fehlende deutsche Kulturkenntnisse
5. Überlegungen und Vorschläge zur Verbesserung des Hörverstehens im DaF-Unterricht in China
5.1. Allgemeine Veränderung bezüglich des Hörverstehens im DaF-Unterricht
5.1.1. Das Hörverstehen - ein komplexer Prozess
5.1.2. Auswahl und Verwendung der Unterrichtsmaterialien bzw. Medien
5.1.3. Die Hörfertigkeit - keine isolierte Fertigkeit
5.2. Veränderungen in den Unterrichtsmethoden des DaF-Unterrichts
5.3. „Leben in der Stadt oder auf dem Land?“ – ein Unterrichtskonzept
5.4. Die Deutsche Ecke - eine hörverstehenunterstützende Veranstaltung
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Problematik des Hörverstehens speziell für chinesische Deutschlernende, analysiert die defizitären Lehr- und Lernsituationen im DaF-Unterricht in China und leitet daraus methodische Ansätze sowie konkrete Verbesserungsvorschläge ab.
4.5.1. Muttersprachliche Interferenz
Bei muttersprachlicher Interferenz führt, kurz gesagt, erlerntes Wissen zu Fehladaptionen einer Fremdsprache. Dies geschieht, wenn ein Wort mehrere Bedeutungen, verschiedene Aussprachen oder auch unterschiedliche grammatikalische Bedeutung in der eigenen und der fremden Sprache aufweist. Prinzipiell kann man sagen, das Chinesische und das Deutsche sind zwei völlig unterschiedliche Sprachen mit eigenen Sprachsystemen. Ersteres stellt eine analytische auf Schrift basierende Sprache dar, die stark kontextabhängig ist und wesentlich weniger grammatische Markierungen, als das Deutsche besitzt. Es gibt z.B. im Chinesischen keinen Genus, keinen Kasus, einen nur bedingten Numerus und eingeschränkte Tempusformen (Zhao 2003: S. 594). Diese Abweichungen führen dazu, dass chinesische Deutschlernende zu großer muttersprachlicher Interferenz neigen und sich auf verschiedenen Ebenen, wie der phonologischen Interferenz, aber auch der Interferenz auf Vokabel- oder Grammatikebene äußern.
Bei der Phonetik und Phonologie hat Hunold (2009) festgestellt, dass das völlig unterschiedliche Lautsystem zwischen dem Chinesischen und dem Deutschen das Hören und das Sprechen stark beeinträchtigt. Im Chinesischen kommen z.B. die Laute „ö“, „r“, „h“ sowie „sch“ und „pf“ gar nicht vor. Bereits das Hören dieser unbekannten Laute führt zu kognitiver Mehrbelastung und kann nicht richtig assoziiert werden. Obwohl es im Chinesischen auch lange und kurze Töne gibt, kommt es häufig zu Verwechslungen von Wörtern mit langen und kurzen Vokalen (vgl. Zhao 2003: S. 595). Eine Verschleifung durch einen Dialekt macht es für Fremdsprachenlernende fast unmöglich, Wörter wie „die Masse“ und „die Maße“ kontextunabhängig zu differenzieren. Ein weiteres Phänomen bilden sog. saliente Wörter, wie sie im Deutschen häufig auftreten. Wörter wie „das Land“ und „der Rand“ z.B. unterscheiden sich akustisch nur geringfügig voneinander und werden oft falsch verstanden.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der vernachlässigten Hörfertigkeit im DaF-Unterricht in China und Definition der Forschungsfragen.
2. Merkmale des fremdsprachlichen Hörverstehens: Theoretische Grundlegung durch die Beschreibung der drei Hörphasen, kognitiver Prozesse und zentraler Einflussfaktoren.
3. Didaktik und Methodik des Hörverstehens: Analyse der Zielsetzungen und Einbettung des Hörverstehens in verschiedene Unterrichtsmethoden sowie Erläuterung von Hörstrategien.
4. Das Hörverstehen im DaF-Unterricht in China: Umfassende Bestandsaufnahme der Situation, Analyse der Lehrwerke, Rolle der Lehrkräfte und Identifikation spezifischer Lernschwierigkeiten chinesischer Studierender.
5. Überlegungen und Vorschläge zur Verbesserung des Hörverstehens im DaF-Unterricht in China: Präsentation praxisorientierter Konzepte, neuer Lehrmethoden und innovativer Formate wie der „Deutschen Ecke“ zur Steigerung der Hörkompetenz.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Aufzeigen der Notwendigkeit weiterer Forschung für eine nachhaltige Verbesserung des DaF-Unterrichts.
Hörverstehen, DaF-Unterricht, China, Grammatik-Übersetzungs-Methode, kommunikativer Ansatz, Lernschwierigkeiten, muttersprachliche Interferenz, Hörstrategien, Lehrwerke, Hörphasen, Didaktik, Sprachlehrforschung, Deutsch als Fremdsprache, kognitive Prozesse, Unterrichtsmethodik.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Vernachlässigung des Hörverstehens im chinesischen DaF-Unterricht und sucht nach Wegen, diese Fertigkeit durch angepasste Lehrmethoden und Strategien gezielt zu fördern.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Hörverstehens, die Didaktik in verschiedenen Unterrichtsmethoden, die spezifische Situation in China (einschließlich Lehrwerk-Analyse) sowie die psycholinguistischen Lernbarrieren der Zielgruppe.
Das Hauptziel ist es, auf Basis einer theoretischen und praktischen Analyse konkrete didaktische Vorschläge zu entwickeln, um das Hörverstehen im chinesischen Deutschunterricht schrittweise zu verbessern.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die durch eine Lehrwerkanalyse nach dem Stockholmer Kriterienkatalog sowie durch die Einbeziehung empirischer Forschungsergebnisse anderer Linguisten (z.B. Zhao, Jiang) gestützt wird.
Der Hauptteil analysiert die historische und aktuelle Unterrichtssituation in China, untersucht die Schwächen etablierter Lehrwerke und thematisiert die spezifischen Hürden chinesischer Lernender wie muttersprachliche Interferenz und fehlende Arbeitstechniken.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hörverstehen, DaF-Unterricht, muttersprachliche Interferenz, kommunikativer Ansatz und Lehrwerkanalyse charakterisiert.
Die GÜM konzentriert sich stark auf schriftliche Übersetzung und formale Grammatikregeln, wodurch die mündliche Kommunikation und das aktive Hörverstehen in der Unterrichtspraxis weitgehend unberücksichtigt bleiben.
Sie schlägt die Einrichtung einer „Deutschen Ecke“ vor, einem Format, in dem sich Lernende außerhalb des regulären Unterrichts regelmäßig treffen können, um in entspannter Atmosphäre zu diskutieren und die Sprachhemmungen abzubauen.
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