Bachelorarbeit, 2019
33 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Beschreibung des Todes aus mystischer Perspektive
2.1. Allgemeine Auffassung und die Vorbereitung auf den Tod
2.2. Geschichten und Erzählungen aus islamischer Literatur
3. Seelsorgerische Aspekte im Vergleich mit mystischen Aspekten
3.1. Begleitpersonen: Der Muršid – Der Seelsorger
3.2. Methoden der Mystik und der Seelsorge
3.2.1. Sprache: Das ḏikr
3.2.2. Hören: samāʿ
3.2.3. Das Gespräch des Seelsorgers
3.3. Die Geduld und tawakkul
3.4. Umgang mit Leid und Reue
4. Die Mystik als Methode in der Seelsorge
4.1. Wie hilft die Mystik loszulassen?
4.2. Inwieweit ist die Mystik als Ritual behilflich?
5. Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die islamische Mystik als fundierte Quelle und methodische Basis für die islamische Seelsorge fungieren kann. Dabei liegt der Fokus auf der Bewältigung der existenziellen Grenzsituation des Sterbens, um zu klären, wie mystische Ansätze den Umgang mit Tod, Trauer und spiritueller Begleitung unterstützen können.
Die Bedeutung des Todes als Brücke zwischen Lebenswelt und Jenseits
Der Tod ist aus mystischer Perspektive eine Brücke zwischen der Lebenswelt „Erde“ und dem Jenseits. Der Tod vervollständigt das menschliche Leben und wird als das Untrennbare des Lebens gesehen. Ohne den Tod wäre das Leben demnach nicht vollständig und sinnlos. In der Mystik stellt sich der Mystiker dem Sterben und dem Tod, statt die Last des Sterbens und die Beunruhigungen dazu zu ertragen. Sie setzen sich mit dem Tod auseinander, sodass sie ihn akzeptieren und ertragen können. Anstatt sich mit dem Tod zu beunruhigen, setzten sich die Mystiker mit den Gründen der Todesangst auseinander. Diese seien beispielsweise die Angst, ihren Besitz wie Familie, Hab und Gut zu verlieren, und nicht zu wissen, was damit geschieht. Die Angst, während des Sterbens zu leiden und die Angst zu wissen, dass nach dem Tod über die Sünden verhört wird. Die Mystiker versuchten, diese Gründe zu verstehen und zu erdulden. Anstatt sich vom Tod abzuwenden und zu versuchen, den Tod zu vergessen, vergegenwärtigen sie sich den Tod. Der Tod ist in der Mystik ein zu erinnern würdigendes Ereignis. Den Tod zu vergessen sollte Besorgnis und Bedenken bei Menschen erwecken, da er als Brücke dient, um Allāh wieder zu begegnen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die seelsorgerische Vorbildfunktion des Propheten Muḥammad und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis von islamischer Mystik und Seelsorge am Beispiel des Sterbens.
2. Beschreibung des Todes aus mystischer Perspektive: Dieses Kapitel arbeitet das mystische Verständnis des Todes als Übergang und Wiedervereinigung mit Gott heraus, ergänzt durch klassische Erzählungen zur Veranschaulichung moralischer Werte.
3. Seelsorgerische Aspekte im Vergleich mit mystischen Aspekten: Hier werden die Rollen und Methoden von Seelsorgern und Muršids sowie Konzepte wie Geduld, Gottvertrauen und Reue in einen direkten Vergleich gesetzt.
4. Die Mystik als Methode in der Seelsorge: Das Kapitel analysiert die konkrete Wirksamkeit mystischer Praktiken beim Loslassen und deren Potenzial als rituelle Unterstützung in der Sterbebegleitung.
5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine mystisch fundierte Seelsorge eine wertvolle Bereicherung darstellt, jedoch eine systemische Einbettung in den seelsorgerischen Alltag erfordert.
Islamische Seelsorge, Mystik, Sterbebegleitung, Tod, ḏikr, samāʿ, Muršid, Murīd, Geduld, tawakkul, Spiritualität, nafs, Gotteserfahrung, Reue, Jenseitsvorstellung
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der islamischen Mystik und der Seelsorge, insbesondere unter der Fragestellung, wie mystische Ansätze bei der Begleitung von Sterbenden unterstützend wirken können.
Zentrale Themen sind der Tod als mystische Erfahrung, der Vergleich zwischen spiritueller Begleitung durch einen Muršid und professioneller Seelsorge sowie die Anwendung von Methoden wie ḏikr und Meditation.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die islamische Mystik als praktische Quelle für die professionelle islamische Seelsorge dienen kann und welche Rollenverhältnisse dabei bestehen.
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, indem sie klassische mystische Werke (z.B. von Rūmī und al-Ghazālī) mit aktuellen psychologischen und theologischen Publikationen zur Seelsorge vergleicht.
Im Hauptteil werden methodische Parallelen zwischen Seelsorge und Mystik gezogen, Konzepte wie Sabr (Geduld) und Tawakkul (Gottvertrauen) analysiert und die Rolle von Sprache und Ritualen beim Sterbeprozess diskutiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie islamische Seelsorge, Sterbebegleitung, ḏikr, tawakkul und die spirituelle Reinigung der nafs charakterisiert.
Das ḏikr wird als eine Art Meditation beschrieben, die den Patienten beruhigen, seine Bindung zu Allāh festigen und ihm helfen kann, sich psychisch auf das Jenseits vorzubereiten.
Die Arbeit zeigt, dass beide als Begleiter agieren, jedoch betont sie, dass professionelle Seelsorger trotz mystischer Elemente eine systemische und empathische Beratungsform wahren müssen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

