Fachbuch, 2020
100 Seiten
1 Einleitung
1.1 Ausgangspunkt des Forschungsinteresses
1.2 Stand der Forschung
1.3 Eigener Beitrag zur Forschung und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundannahmen und Begriffsdefinitionen
2.1 Der Zusammenhang von Familie und Erwerbsarbeit im Wandel
2.2 Familienpolitischer Rahmen: Elternzeit und Elterngeld
2.3 Die neuen Väter – ein Definitionsversuch
2.4 Väterforschung
2.5 Der Rollenbegriff
3 Reflexion des Forschungsprozesses
3.1 Erhebungsmethoden
3.2 Im Feld
3.3 Die Auswertung
3.4 Vorstellung des Samples
4 Fallübergreifende Analyse
4.1 Motive und Einflussfaktoren für die sorgebedingte Unterbrechung der Erwerbsarbeit
4.2 Die Reaktionen des sozialen Umfeldes
4.3 Die Elternzeit selbst
4.4 Rückkehr in den Alltag – die Zeit nach der Elternzeit
4.5 Zweites Kind, gleiche Erfahrungen?
4.6 Rückblickende Bewertung der Elternzeit
4.7 Kontextualisierung der Ergebnisse
4.8 Resümee und Schlussfolgerungen
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die individuelle Vaterschaftspraxis von Vätern in Elternzeit vor dem Hintergrund des politisch-gesellschaftlichen Leitbildes der „neuen Väter“. Ziel ist es, Orientierungs- und Handlungsmuster dieser Väter zu rekonstruieren, um mögliche Spannungsfelder zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und der gelebten Realität aufzudecken.
4.1 Motive und Einflussfaktoren für die sorgebedingte Unterbrechung der Erwerbsarbeit
Alle interviewten Väter haben sich eine berufliche Auszeit für mindestens eins ihrer Kinder genommen. Der Zeitraum variierte dabei zwischen zwei Monaten und einem Jahr. Welche Motive und Einflussfaktoren führen die Väter für ihre Entscheidung zugunsten der Elternzeit an? Diese Frage leitete die Auswertung der entsprechenden Interviewausschnitte.
In den Gesprächen mit den Vätern wurde deren intrinsische Motivation zur Inanspruchnahme der Elternzeit deutlich. Die individuelle Relevanzsetzung wurde dabei als selbstverständlich und nicht weiter erklärungsbedürftig dargestellt. So betonte Herr Hofmann, dass er schon immer eine längere Elternzeit wollte:
„Seitdem es diese Modelle gab, habe ich immer gedacht, ich will das unbedingt“ (Int_2019-01-09a, Z.145f.)
Auch für Herrn Neumann stand fest, dass er bei seiner Tochter Elternzeit nehmen würde, noch bevor er mit seiner Partnerin gesprochen hat:
„Also eigentlich war das irgendwie klar, für mich zumindest. Also wir haben das natürlich dann noch besprochen“ (Int_2019-01-08. Z.89f.)
Der Wunsch nach einer beruflichen Auszeit für die Familie ging von den Männern selbst aus. Dass die Partnerinnen als treibende Kräfte wirken sei laut Herrn Fischer ein verbreitetes Vorurteil:
„Also als ich dann erwähnte, dass ich gerne zehn Monate zu Hause bleiben möchte war erstmal völliges Unverständnis. Mein Chef meinte halt, dass das ja nicht mein freier Wille wäre, sondern dass das nur meine Frau möchte“ (Int_2019-01-09b, Z.170-175).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des sich wandelnden Vaterbildes ein und begründet das Forschungsinteresse an der Vaterschaftspraxis im Kontext der Elternzeit.
2 Theoretische Grundannahmen und Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie „neue Väter“ und „Väterforschung“ definiert und in den sozialwissenschaftlichen Kontext eingebettet.
3 Reflexion des Forschungsprozesses: Dieses Kapitel beschreibt methodisch das Vorgehen mittels problemzentrierter Interviews sowie deren Auswertung durch die qualitative Inhaltsanalyse.
4 Fallübergreifende Analyse: Dieser Hauptteil analysiert die Interviews hinsichtlich Motiven, Reaktionen des Umfeldes, den Erfahrungen während und nach der Elternzeit sowie der Bedeutung von Finanzen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen dem medialen Diskurs der „neuen Väter“ und der gelebten Realität.
Vaterschaft, Elternzeit, Väterforschung, Erwerbsarbeit, Care-Arbeit, neue Väter, Rollenbild, Vereinbarkeit, Familienpolitik, qualitative Inhaltsanalyse, problemzentriertes Interview, Sozialisation, Geschlechterarrangements, Sorgearbeit, Vaterschaftspraxis.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Vaterschaftspraxis von Männern, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Leitbilder entwickelt hat.
Zentral sind der Wandel männlicher Rollenbilder, die Bedeutung der Familienpolitik für Väter sowie die Aushandlung von Sorge- und Erwerbsarbeit in Partnerschaften.
Das Ziel ist die Rekonstruktion von Handlungs- und Orientierungsmustern moderner Väter, um die Diskrepanz zwischen öffentlichem Diskurs und individueller Lebensrealität aufzuzeigen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, bestehend aus problemzentrierten Interviews, die anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in Motive für die Elternzeit, Reaktionen des Umfeldes, Erfahrungen während der Auszeit, die Rückkehr in den Beruf sowie die Bewertung der Vaterschaftsrolle.
Die Arbeit fokussiert auf Vaterschaft, Care-Arbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Rolle des Vaters in der modernen Gesellschaft.
Finanzen werden oft als beschränkender Faktor für die Dauer der Elternzeit genannt, wobei die Väter den Wunsch nach Erhaltung eines bestimmten Lebensstandards betonen.
Trotz Herausforderungen und Langeweile in der Betreuung ziehen alle Väter ein positives Fazit und betrachten die Elternzeit als bereichernd für die Beziehung zu ihren Kindern.
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