Diplomarbeit, 2005
135 Seiten, Note: 1,5
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG
2. DER POLNISCHE AGRARSEKTOR
2.1. POLEN – EIN GEOGRAPHISCHER ÜBERBLICK
2.2. VON DER PLANWIRTSCHAFT ZUR FREIEN MARKTWIRTSCHAFT (BIS 1989)
2.3. ENTWICKLUNG NACH 1989
2.4. SITUATION DER POLNISCHEN LANDWIRTSCHAFT VOR DEM BEITRITT ZUR EU
2.5. FÖRDERPROGRAMME DER EU
3. UNTERSUCHUNGSGEBIET
3.1. ENTSTEHUNG UND RELIEF
3.2. BODEN
3.3. KLIMA
4. METHODEN
4.1. KARTIERUNG UND GIS
4.2. BEFRAGUNG DER LANDWIRTE
5. GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG: DRAGACZ IM VERGLEICH ZU WOIWODSCHAFT KUJAWSKO-POMORSKIE UND POLEN
5.1. BETRIEBSSTRUKTUR
5.1.1. Landwirtschaftliche Nutzfläche
5.1.2. Erwerbs- und Betriebsform
5.1.3. Arbeitskräfte
5.1.4. Betriebsmittel
5.2. LANDWIRTSCHAFTLICHE STRUKTUR
5.2.1. Bodennutzung
5.2.2. Anbauprodukte
5.2.2.1. Getreide
5.2.2.2. Hackfrüchte
5.2.2.3. Ölpflanzen
5.2.2.4. Gemüse
5.2.2.5. Sonderkulturen
5.2.3. Struktur der Nutztierbestände
5.3. INFRASTRUKTUR
5.4. EXTENSIVIERUNG ODER INTENSIVIERUNG
5.5. ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE LAGE
6. INTERPRETATION UND AUSBLICK
6.1. STÄRKEN UND SCHWÄCHEN DER LANDWIRTSCHAFT IN DRAGACZ
6.2. LÖSUNGSANSÄTZE
6.2.1. Der optimale Strukturwandel
6.2.2. Genossenschaftsbildung
6.2.3. Alternative Wirtschaftsformen
6.2.4. Integrierter und ökologischer Landbau und präzise Landwirtschaft
6.2.5. Konkurrenzfähigkeit der polnischen Landwirtschaft auf dem EU-Markt
7. ZUSAMMENFASSUNG
8. QUELLENVERZEICHNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation der Landwirtschaft in Polen im Kontext des EU-Beitritts anhand einer detaillierten Analyse der Agrarstruktur im Dorf Dragacz. Ziel ist es, die spezifischen Probleme der kleinbäuerlichen Strukturen aufzuzeigen, die Auswirkungen des Systemwandels zu bewerten und konkrete, regional angepasste Lösungsansätze für einen nachhaltigen Strukturwandel zu erarbeiten.
1. Einleitung und Fragestellung
Traditionell spielt die Landwirtschaft in Polen eine sehr große Rolle im Bezug auf die Erwerbstätigen und die flächenhafte Nutzung. Dementsprechend waren im Jahr 2001 29,4 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt und 58,7 % der Fläche Polens befanden sich in landwirtschaftlicher Bearbeitung (GUS, 2003a) (Kap. 2.4.). Aufgrund der hohen Gewichtung des primären Sektors liegt eine der wichtigsten Aufgaben der EU und natürlich auch der polnischen Regierung darin, diesen Sektor zu reformieren, eventuell zu stärken und vor allem einem Strukturwandel zu unterziehen (Kap. 2.4. und Kap. 6.2.). Polen befindet sich seit 1989, also seit dem Fall des Kommunismus und damit der Planwirtschaft, in einem Transformationsprozess, der die freie Marktwirtschaft und damit den Systemwechsel eingeleitet hat (Kap. 2.2. und Kap. 2.3.).
Durch die Planwirtschaft und den inneren und offenen Widerstand der Menschen gegen Kollektivierungsversuche wurden jedoch Strukturen festgelegt (Kap. 2.2., Kap. 2.3.,Kap. 2.4.), die unabhängig von der politischen Befreiung vom Kommunismus nicht so leicht aufzulösen sind.
Die Situation in der polnischen Landwirtschaft bereitet der EU die größten Sorgen (siehe hierzu Kap. 2.4.), wobei man den Zustand nicht ohne die Vergangenheit dieses Landes betrachten kann und auch nicht unabhängig von der aktuellen Arbeitsmarktlage. Da Polen seit dem 01.05.2004 der EU angehört, kommt dem Thema eine zunehmende Bedeutung zu.
Aufgrund dieser Gegebenheiten stellen sich folgende Hauptfragen: Welches sind genau die Probleme der Landwirtschaft und ihrer Beschäftigten? Wie kam es dazu? In welche Richtung sollte der Strukturwandel verlaufen und welche alternativen Wirtschaftsformen bestehen für die Landwirte? Und wie sieht es in dem Untersuchungsgebiet aus? Welche Entwicklungsmöglichkeiten können dort entfaltet werden?
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG: Die Einleitung umreißt die Bedeutung der Landwirtschaft für Polen und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten im Untersuchungsgebiet.
2. DER POLNISCHE AGRARSEKTOR: Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Abriss über die Transformation von der Plan- zur freien Marktwirtschaft und beleuchtet die Situation vor dem EU-Beitritt.
3. UNTERSUCHUNGSGEBIET: Es werden die geographischen Gegebenheiten, insbesondere Entstehung, Relief, Boden und Klima, des Untersuchungsraumes detailliert beschrieben.
4. METHODEN: Dieses Kapitel erläutert das Vorgehen bei der Datenerhebung, insbesondere die Nutzung von Kartierung und GIS sowie die Befragung der Landwirte.
5. GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG: DRAGACZ IM VERGLEICH ZU WOIWODSCHAFT KUJAWSKO-POMORSKIE UND POLEN: Hier erfolgt eine detaillierte Auswertung der Agrarstruktur vor Ort und ein Vergleich mit der Woiwodschaft sowie Gesamtpolen.
6. INTERPRETATION UND AUSBLICK: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse, benennt Stärken und Schwächen und entwirft Lösungsansätze zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgeworfenen Forschungsfragen.
8. QUELLENVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet die verwendete Literatur, Internetquellen und Kartengrundlagen auf.
Landwirtschaft in Polen, Agrarstruktur, Strukturwandel, EU-Osterweiterung, Transformationsprozess, Dragacz, Kleinbauern, Subsistenzwirtschaft, ländliche Entwicklung, Genossenschaftswesen, Direktzahlungen, Spezialisierung, ökologischer Landbau, Konkurrenzfähigkeit, bäuerliches Einkommen.
Die Arbeit analysiert die gegenwärtigen Herausforderungen der polnischen Landwirtschaft nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und im Vorfeld des EU-Beitritts am konkreten Beispiel des Dorfes Dragacz.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Strukturwandels, die wirtschaftliche Lage der kleinen Betriebe, der Einfluss staatlicher Agrarpolitik und die Perspektiven durch EU-Förderprogramme.
Das primäre Ziel ist es, die Probleme der Landwirte im Untersuchungsgebiet zu identifizieren und aufzuzeigen, in welche Richtung eine wirtschaftliche Entwicklung gehen könnte, um die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.
Die Autorin nutzte eine Kombination aus einer Nutzerkartierung (gestützt durch GIS), einer Befragung der Landwirte im Untersuchungsgebiet sowie einer umfassenden Auswertung statistischer Jahrbücher und Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung des polnischen Agrarsektors (Transformation, EU-Beitritt) sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme der agrarstrukturellen Situation in Dragacz, ergänzt um Interpretationen und Lösungsansätze.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Agrarstrukturwandel, Transformation, polnische Landwirtschaft, Subsistenzwirtschaft, EU-Agrarpolitik und regionale Entwicklungsstrategien.
Dragacz spiegelt die typischen Probleme der polnischen Landwirtschaft – wie die kleinparzellige Struktur und die Notwendigkeit zur Modernisierung – wider, wobei die Autorin zudem Zugang zu persönlichen Kontakten vor Ort hatte.
Die Befragung ergab, dass zwar eine Mehrheit der Landwirte das Konzept kennt, eine konkrete Umstellung jedoch an fehlendem Wissen, mangelndem Kapital und der Angst vor Einkommensverlusten scheitert.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Genossenschaften essenziell für die Senkung der Produktionskosten und die Vermarktung von Produkten wären, jedoch der Eigensinn und das Bedürfnis nach Unabhängigkeit bei den Bauern die Umsetzung bisher verhindern.
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